VCI-Positionen kompakt

Die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland vertritt klare Standpunkte zu zentralen politischen Themen. Die Argumente, Positionen und Empfehlungen des VCI dazu finden sie nachfolgend.

Die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland vertritt klare Standpunkte zu zentralen politischen Themen. - Bild: © VCI/Daniel
Die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland vertritt klare Standpunkte zu zentralen politischen Themen. - Bild: © VCI/Daniel


Agrar und Biodiversität

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Die Biodiversität ist zurückgegangen. Dieser Rückgang hat viele Ursachen. Die Chemieindustrie bekennt sich zur Biodiversität als Gemeinschaftsaufgabe und möchte in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft ihren Beitrag leisten. Es gilt, in einem Diskurs mit allen Beteiligten ganzheitliche Lösungen zu entwickeln, um die Erfordernisse einer produktiven Landwirtschaft mit den Zielen des Naturschutzes in Einklang zu bringen. Die moderne Landwirtschaft ist dabei ein Teil der Lösung.

Bürokratieabbau und bessere Rechtsetzung

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Eine effiziente und effektive Gestaltung von Gesetzen senkt Kosten und steigert die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen sowie die Qualität des Standorts Deutschland. Der Bürokratieabbau sollte ganzheitlich, unter Berücksichtigung aller Kosten, verfolgt werden. Für eine realistische Einschätzung der Auswirkungen von Gesetzen und Vorschriften ist die frühzeitige Einbindung der Industrie wichtig. Auch die EU-Agenda zur „Besseren Rechtsetzung“ muss weiter vorangetrieben werden.


Digitalisierung

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Digitalisierung bedeutet in der Chemie neben der Nutzung von internen und externen Daten zur Optimierung der betrieblichen Prozesse auch die Entwicklung neuer, digitaler Geschäftsmodelle und nachhaltiger Innovationen. Die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland ist mit dem Zeitalter „Chemie 4.0 zu neuen Ufern aufgebrochen. Die Verknüpfung von digitalen Dienstleistungen mit Produkten gilt als ein wichtiger Schlüssel für zusätzliche Wertschöpfung.

Energiewende

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Die chemisch-pharmazeutische Industrie unterstützt das Ziel der Energiewende, die Energieversorgung klimaverträglich, sicher und bezahlbar zu gestalten und leistet ihren Beitrag zur Treibhausgasreduktion. Der VCI hat in einer Studie aufgezeigt, wie die deutsche Chemie Treibhausgasneutralität bis 2050 technologisch erreichen kann. Dazu benötigt sie 628 TWh erneuerbaren Strom zu einem Preis von 4 Cent/kWh. Ein Konzept, wie dies sichergestellt werden kann, ist notwendig.

EU-Handelspolitik

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Die Chemie- und Pharmabranche steht aufgrund ihrer globalen Verflechtung exemplarisch für die Exportnation Deutschland. Als Teil internationaler Wertschöpfungsnetzwerke ist die deutsche Chemie auf offene Märkte angewiesen, doch seit Jahren ist zu beobachten, dass protektionistische Maßnahmen zunehmen. Der VCI setzt sich wo immer möglich für offene Märkte, moderne Handelsregeln und fairen Wettbewerb sowie gegen protektionistische Maßnahmen ein.

Gene-Editing

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Gene-Editing ist eine der größten methodischen Innovationen in der Molekularbiologie und von strategischer Bedeutung für die Life-Science-Industrie. Das europäische Gentechnikrecht muss an den modernsten technologischen und naturwissenschaftlichen Entwicklungs- und Erkenntnisstand angepasst werden und für neue Entwicklungen offen sein. Risiken sollten offen diskutiert, die Chancen für Medizin und Bioökonomie genutzt werden.

Industriepolitik

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Die Industrie ist die Basis für die wirtschaftliche Stärke Deutschlands und Europas. Das Umfeld, in dem sich die Unternehmen bewegen, wandelt sich rasant: Der internationale Wettbewerbsdruck nimmt zu, und die Industrie- und Handelspolitik Chinas sowie der USA verändern die globale Wirtschaftsordnung. Der Industriestandort muss deshalb substanziell gestärkt werden: Neue Wachstumsimpulse für eine moderne, innovative und nachhaltige Industrie sind gefragt.

Innovationsanreize für Chemie und Pharma

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Innovative Produkte und Verfahren aus Chemie und Pharma tragen zur Lösung der gesellschaftlichen Herausforderungen bei. Dazu gehören Klimaschutz, Gesundheitsversorgung und die Ernährung der Weltbevölkerung, In Deutschland hat die Branche mit die höchsten Forschungsbudgets und ist ein bedeutender Technologie-Impulsgeber. Weltweit investieren nur die USA und Japan mehr in die Chemieforschung und -entwicklung. Die Rahmenbedingungen für Innovationen müssen besser werden.

Klimaschutzgesetzgebung

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Für die chemisch-pharmazeutische Industrie ist Klimaschutz ein zentrales Anliegen. Die deutsche Chemieindustrie trägt mit ihren Produkten sowie über den europäischen Emissionshandel aktiv zur Erreichung des globalen 2-Grad-Ziels bei und hat in einer Studie beschrieben, wie sie eine Treibhausgasneutralität bis 2050 in ihrer Produktion technologisch erreichen kann. Politisch setzt sich der VCI unter anderem für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung ein.

REACH-Umsetzung

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Die europäische Chemikalienverordnung REACH bleibt ein komplexes Vorhaben. In den drei Registrierungsphasen wurde viel Aufbauarbeit geleistet. Nun ist es wichtig, aus den bisherigen Erfahrungen zu lernen und die Effizienz der REACH-Prozesse zu erhöhen und zu vereinfachen. Der Mittelstand sollte bei der weiteren Umsetzung unterstützt werden. Vor der Aufnahme von Stoffen in die Kandidatenliste sollten Alternativen mit Industriebeteiligung geprüft werden.

Steuerliche Forschungsförderung

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Länder, die am meisten in ihre Innovationskraft investieren, gehören häufig auch zu den erfolgreichsten. Eine konsequente Umsetzung und der Ausbau der steuerlichen Forschungsförderung in Deutschland könnten helfen, zusätzliche Investitionen der hiesigen Unternehmen in Forschung und Entwicklung auszulösen. Die Zeit drängt, denn der internationale Wettbewerb um Innovationen wird härter, und die Gewichte verlagern sich zugunsten anderer Standorte.


Steuerliche Wettbewerbsfähigkeit

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Die chemisch-pharmazeutische Industrie investiert jedes Jahr mehr als 7 Milliarden Euro in Deutschland. Dies spricht für eine große Verbundenheit der hiesigen Unternehmen mit dem Standort. Damit dies so bleibt, muss die Bundesregierung Antworten auf die internationalen Entwicklungen finden und den Standort Deutschland mit guter Steuerpolitik stärken sowie Innovationen und Investitionen stärken. Neue unnötige Belastungen sind zu vermeiden.

Unternehmenssanktionsrecht

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Die Chemiebranche setzt sich für eine Modernisierung des Unternehmenssanktionsrechts ein. Eine Reform sollte vor allem einer besseren Unternehmenskultur und Compliance dienen und das Sanktionsverfahren und die Rechte der Betroffenen klar regeln. Wichtig dabei: Compliance-Systeme fördern, das gesellschaftsrechtliche Trennungsprinzip beachten, die Verteidigungsrechte der Unternehmen erhalten und eine sanktionsbefreiende Selbstanzeige einführen.

Zirkuläre Wirtschaft

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Die Chemie kann in einer zirkulären Wirtschaft einen unverzichtbaren Beitrag zur effizienten und nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen leisten. Die Branche setzt sich deshalb für diese Ziele ein: Freiraum für Innovation und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen schaffen, den jeweils zweckmäßigsten Verwertungsweg nutzbar machen und bewährte Regelungen an der Schnittstelle von Abfall- und Chemikalienrecht beibehalten.

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Jenni Glaser

E-Mail: glaser@vci.de