VCI-Position kompakt

Innovationsanreize für Chemie und Pharma

Innovationen sind ein wichtiger Erfolgsfaktor jeder Volkswirtschaft: Sie erschließen neue Märkte und stärken die Wettbewerbsfähigkeit. Sie sorgen für Wachstum und tragen dazu bei, qualifizierte Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen.

Gerade innovative Produkte und Verfahren aus der Chemie- und Pharmaindustrie sind Bestandteil der Lösung großer gesellschaftlicher Herausforderungen, zum Beispiel für Gesundheit, Ernährung, Mobilität, Nachhaltigkeit und Klimaschutz.

Da die Zeitspanne von der Forschung bis zur Marktein-führung der Produkte im globalen Wettbewerb immer wichtiger und kürzer wird, gewinnt ein effizienter Transfer von Forschung zu einer marktreifen Lösung zunehmend an Relevanz. Noch gehört die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie mit Platz 4 zur Weltspitze bei Innovationen, doch die Gewichte verlagern sich rasant, vor allem zugunsten asiatischer Staaten. Forschungsförderung für den Mittelstand ist von besonderer Bedeutung, denn dieser ist ein Innovationsträger in der Chemie- und Pharmaindustrie.

Forschungsförderung ausbauen

Deutschland braucht mehr Innovationskraft, wenn es im internationalen Wettbewerb nicht zurückfallen will. Deshalb sollten Schlüsseltechnologien wie das chemische Recycling, die Wasserstofferzeugung und die Biotechnologie anerkannt und gefördert werden. Zudem müssen ausreichende Ressourcen bereitstehen: Gemessen am BIP sollten Wirtschaft und Staat mittel- bis langfristig 3,5 Prozent in Forschung und Entwicklung investieren. Das gelingt unter anderem durch den Ausbau der steuerlichen Forschungsförderung, zusätzliche Reallabore sowie innovationsfreundliche und langfristig verlässliche Rahmenbedingungen. Die staatlichen Fördermittel sollten zu einem höheren Anteil als bisher im Rahmen von Verbundprojekten oder Einzelfördermaßnahmen an den Wirtschaftssektor vergeben werden.

Innovationen vorantreiben

Forschungsergebnisse müssen schneller und effektiver in Innovationen umgesetzt werden können. So ist eine konsequente Umsetzung der Hightech-Strategie 2025 mit einer ressortübergreifenden grundlegenden Strategie für Forschung und Innovationen notwendig. Hierzu sind ausgewählte Schwerpunkte mit dezidierten, an die Forschungs- und Anwendungsgebiete angepassten Strukturen zu entwickeln.

Zur weiteren Stärkung der Förderung von Forschung und Innovation im industriellen Mittelstand sind besonders die Weiterentwicklungen im Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) wichtig; vor allem eine erweiterte Antragsberechtigung auch größerer Unternehmen mit bis zu 3.000 Mitarbeitern.

Darüber hinaus wird ein gesellschaftlicher Dialog über Innovationen und neue Technologien benötigt, wenn Deutschland ein Innovationsland bleiben soll: Politik, Industrie und Wissenschaft müssen ein gesellschaftliches Umfeld schaffen, das offen für neue Innovationen ist.

DAFÜR SETZT SICH DER VCI EIN

  • Mehr öffentliche Investitionen für Forschung auch mit der Industrie
    Die staatlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung in technologischen Schlüsselbereichen, vor allem in Forschungskooperationen mit direkter Beteiligung der Industrie und weiter über die Innovationskette von der Grundlagenforschung bis zum Demonstrationsprojekt, sind konsequent zu erhöhen und zu priorisieren. Ebenso sollte Förderung auch am tatsächlichen Bedarf der im weltweiten Wettbewerb stehenden und für den Weltmarkt produzierenden Industrie und der deutschen und europäischen Gesellschaft ausgerichtet werden.
  • Konsequente Umsetzung der Hightech-Strategie
    Notwendig ist eine ressortübergreifende Innovationspolitik aus einem Guss und Kopplung mit der Hightech-Strategie 2025 der Bundesregierung: Förderprogramme und einzelne Projekte sollten hinreichend und unter langfristig stabilen und verlässlichen Rahmenbedingungen finanziert werden.
  • Strukturen der Förderprogramme anpassen und flexibler und agiler machen
    Zum Erhalt der traditionell starken Basis für Kooperationen zwischen Industrie und wissenschaftlichen Partnern am Forschungsstandort Deutschland sollte die Förderung von Kooperationen in Verbundprojekten mit anwendungs- und technologieorientierten und unbürokratischen Ausschreibungen weiter verstärkt und entwickelt werden. Eine weitere Steigerung der Fördereffektivität und -effizienz ist notwendig.

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Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Dr. Martin Reuter

E-Mail: reuter@vci.de