VCI-Position kompakt

Innovationsanreize für Chemie und Pharma

22. Juni 2021 | Position

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Deutschlands Chemie- und Pharmaindustrie steht unter doppeltem Handlungsdruck: Erstens müssen sich die Unternehmen im weltweit steigenden Wettbewerb behaupten.

Zweitens müssen sie ihr Know-how einsetzen, um Antworten auf die großen gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen unserer Zeit zu finden. Dem stellt sich die Branche: Mehr als 13 Milliarden Euro investierte sie zuletzt in einem Jahr in Forschung und Entwicklung. Zudem arbeitet sie daran, firmeninterne Innovationshemmnisse abzubauen. Allein kann die Wirtschaft Deutschland allerdings nicht an der Weltspitze halten: Die Unternehmen brauchen auch politische Unterstützung.

Innovationsanreize setzen

Wichtige Schlüsseltechnologien wie Wasserstofferzeugung und -nutzung, chemisches Recycling, Biotechnologie, Energiespeicherung und Digitalisierung über Wertschöpfungsketten hinweg müssen anerkannt und gefördert werden. Dafür sollten nationale und europäische Förderprogramme sowie Wachstumsfonds bereitgestellt werden. Die Chemie- und Pharmabranche misst der Forschungsförderung für Mittelständler und Start-ups besondere Bedeutung zu, denn diese sind wichtige Innovationsträger. Wirtschaft und Staat sollten 3,5 Prozent des BIP in Forschung und Entwicklung investieren.

Vorfahrt für Innovationen

Wer wettbewerbsfähig sein will, muss seine Forschungsergebnisse möglichst schnell zur Marktreife bringen. Deshalb sind Innovationshemmnisse innerhalb der Wertschöpfungsnetze zu vermeiden und abzubauen. Das setzt stabile, langfristig verlässliche und zukunftssichere Rahmenbedingungen in der Innovationspolitik und der Forschungsförderung voraus. Zudem stärkt bestens ausgebildetes Personal die Innovationskraft der Unternehmen.

DAFÜR SETZT SICH DER VCI EIN

  • Mehr in Innovationen investieren und Wachstumskapital bereitstellen
    Zur Unterstützung innovativer Unternehmen bis zur Marktreife bedarf es der Mobilisierung von Wagniskapital und weiterer Finanzinstrumente mit langfristigem Finanzierungshorizont. Nützlich sind zudem: der Ausbau der steuerlichen Forschungsförderung, zusätzliche staatliche Investitionen, innovationsfreundliche steuerliche Rahmenbedingungen sowie die Einrichtung und Förderung von Reallaboren.
  • Ein passendes Innovationsumfeld schaffen
    Technologieoffenheit, schnelle, rechts- und zukunftssichere Planungs- und Genehmigungsverfahren, ein effektiver Patentschutz, angemessene Patentverwertungszeiten und EU-einheitliche ergänzende Schutzzertifikate sind wichtige Bausteine, um die Innovationskraft Deutschlands zu stärken. Zudem bedarf es der Anpassung der Beihilferegelungen für Forschung und Entwicklung sowie im Bereich von Transformationsprojekten.
  • Förderprogramme für die Zukunft
    Es sollte wieder mehr Geld in Projekte mit der Industrie fließen. Wichtig sind ausreichend finanzierte und tech-nologieoffene Förderprogramme – auch im „Green Deal“ der EU – über alle technologischen Reifegerade hinweg, die flexibel sind und agil ausgebaut werden können. Forschungskooperationen sind durch unbürokratische Ausschreibungen und eine Steigerung der Fördereffektivität und -effizienz weiter voranzutreiben, mit verbesserten Zugangsmöglichkeiten von mittelständischen Unternehmen und Start-ups. Die Ausgestaltung der Agentur für Sprunginnovationen („SprinD“) sollte eng mit den Anforderungen der Industrie abgestimmt werden und über geeignete Schnittstellen mit dem Europäischen Innovationsrat verfügen.
  • Bessere Bedingungen für naturwissenschaftliche Bildung schaffen
    Sachkundeunterricht sollte bereits in der Grundschule eingeführt und mindestens ein Drittel des Unterrichts in weiterführenden Schulen mit MINT-Fächern belegt werden. Hochschulen sind finanziell besser auszustatten. Die Möglichkeiten zur qualifizierten Weiterbildung Berufstätiger müssen ausgeweitet werden.


Kontakt

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Dr. Martin Reuter

Kontaktperson

Dr. Martin Reuter

Forschungspolitik (national), Technologiepolitik