VCI-Position kompakt

REACH

Mit dem Inkrafttreten der Chemikalienverordnung REACH wurde die europäische Chemikalienpolitik 2007 neu geordnet und harmonisiert. Bausteine sind die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien sowie die Kommunikation in den Lieferketten zur sicheren Verwendung von Stoffen und Gemischen.

Die schrittweise REACH-Umsetzung ist eine kontinuierliche Herausforderung für alle Beteiligten. Dennoch kündigte die EU-Kommission in ihrer Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit im Oktober 2020 weitreichende Verschärfungen der Verordnung ab 2022 an.

Viel Aufbauarbeit und kein Ablaufdatum

In drei Registrierungsphasen bis Mai 2018 wurde viel Aufbauarbeit geleistet. Bisher liegen der Chemikalienagentur ECHA rund 102.000 Registrierungen von Unternehmen für circa 23.000 Stoffe vor. Hieran knüpfen sowohl Bewertungen als auch weitergehende regulatorische Maßnahmen der Behörden an, sodass der Aufwand hoch bleibt. Die Schwerpunkte der REACH-Umsetzung haben sich seit 2018 von der Registrierung hin zur Dossieraktualisierung, Bewertung, Zulassung, Beschränkung und zur Arbeit am erweiterten Sicherheitsdatenblatt verschoben.

Die Qualität der Dossiers ist sehr wichtig. Der VCI und seine Mitglieder engagieren sich deshalb bei der Umsetzung des mehrjährigen „REACH Dossier Improvement Action Plan“ des europäischen Chemieverbands Cefic. Der Plan enthält Leitlinien, mit denen die Unternehmen ihre Dossiers überprüfen und, falls nötig, an neue Anforderungen anpassen.

Unnötige Belastungen vermeiden

Unternehmen benötigen Rechts- und Planungssicherheit für Investitionen. Diese wird bisher schon durch Zulassungsverfahren und breit angelegte Beschränkungsverfahren infrage gestellt. Diskussionen über weitreichende Verschärfungen von REACH im Kontext der Chemikalienstrategie werden diese Situation weiter verschärfen.

Studien über die Wirksamkeit von REACH belegen positive Effekte für den Schutz von Mensch und Umwelt. Dafür haben die Unternehmen viel Personal und hohe Registrierungskosten aufgewendet. Mehrkosten entstehen etwa durch noch mehr Informationsanforderungen im Rahmen des Bewertungsverfahrens. Wichtig ist, dass die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit der Chemie- und Pharmaindustrie unter den im internationalen Vergleich hohen Sicherheitsanforderungen erhalten bleibt. Ob das gelingt, kann erst im nächsten REACH-Bericht der EU 2022 bewertet werden.

DAFÜR SETZT SICH DER VCI EIN

  • Mehr Planbarkeit, Wirksamkeit und Effizienz
    Der Regulierungsrahmen der EU zählt zu den umfassendsten und sichersten Schutzstandards weltweit und stützt sich auf die fortschrittlichste Wissensbasis. Das Erreichte darf nicht durch ein langwieriges REACH-Änderungsverfahren mit unsicherem Ausgang gefährdet werden. Das Ziel der Chemikalienstrategie, die sichere und nachhaltige Verwendung von Chemikalien, kann bereits innerhalb des bestehenden REACH-Rahmens erreicht werden. Behörden und Industrie sollten jetzt gemeinsam daran arbeiten, die Wirksamkeit, Planbarkeit und Effizienz von REACH zu erhöhen und die Umsetzung zu vereinfachen.
  • Risikobewertungen unter REACH beibehalten
    Unter REACH werden mögliche Risiken von Chemikalien bewertet. Stoffe dürfen eingesetzt werden, wenn ihre Verwendung sicher ist. Dieses System muss beibehalten werden. Bei Zulassungs- und Beschränkungsverfahren müssen strenge wissenschaftliche Kriterien gelten. Eine Analyse der am besten geeigneten Regulierungsoptionen sollte für die Behörden bei jedem Stoff verpflichtend sein. Außerdem sollten, wie in REACH vorgesehen, Ausnahmen für schon spezifisch regulierte Verwendungen gewährt werden. Zulassungsanträge sollten, etwa für Kleinstmengen, einfacher werden. Die Verfügbarkeit von Stoffen darf nicht unnötig eingeschränkt werden, zum Beispiel wenn kein Risiko bei der Verwendung besteht.
  • Den Mittelstand bei der weiteren REACH-Umsetzung unterstützen
    Besonders kleine und mittlere Chemiebetriebe benötigen praxisgerechte Lösungen für die Erstellung von Sicherheitsdatenblättern, damit diese besser verständlich und handhabbar werden.

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Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Dr. Angelika Hanschmidt

E-Mail: hanschmidt@vci.de