VCI-Position kompakt

Energiewende

Die chemisch-pharmazeutische Industrie unterstützt das Ziel der Energiewende, die Energieversorgung klimaverträglich, sicher und bezahlbar zu gestalten und leistet ihren Beitrag zur Treibhausgasreduktion. Der VCI hat in einer Studie aufgezeigt, wie die deutsche Chemie Treibhausgasneutralität bis 2050 technologisch erreichen kann. Dazu benötigt sie 628 TWh erneuerbaren Strom zu einem Preis von 4 Cent/kWh. Ein Konzept, wie dies sichergestellt werden kann, ist notwendig.

Die chemisch-pharmazeutische Industrie unterstützt das Ziel der Energiewende, die Energieversorgung klimaverträglich, sicher und bezahlbar zu gestalten und leistet ihren Beitrag zur Treibhausgasreduktion. - Bild: © nt - Fotolia
Die chemisch-pharmazeutische Industrie unterstützt das Ziel der Energiewende, die Energieversorgung klimaverträglich, sicher und bezahlbar zu gestalten und leistet ihren Beitrag zur Treibhausgasreduktion. - Bild: © nt - Fotolia

Die chemisch-pharmazeutische Industrie unterstützt das politische Ziel der Energiewende, die Energieversorgung klimaverträglich, sicher und bezahlbar zu gestalten. Die Branche leistet ihren Beitrag zur Treibhausgasreduktion. Der VCI hat 2019 in einer Studie aufgezeigt, wie die deutsche Chemie Treibhausgasneutralität bis 2050 technologisch erreichen kann. Bis 2050 benötigt sie dazu 628 TWh erneuerbaren Strom zu einem Preis von 4 Cent/kWh. Ein tragfähiges Konzept, wie eine solche Strommenge durch den Ausbau von Kapazitäten im Inland und Importe aus dem Ausland sichergestellt werden kann, ist notwendig.

Dabei ist zu beachten, dass die Förderung des weiteren Zubaus erneuerbarer Energien auch die Kosten dafür ansteigen lässt, die auch die chemische Industrie treffen. Trotz der Entlastungen für besonders energieintensive Betriebe zahlt die Chemie derzeit mehr als 1,2 Milliarden Euro im Jahr alleine für EEG-Umlage.

Kompensation für Preisanstieg nötig

Außerdem wird ein beschleunigter Kohleausstieg bis 2038, wie ihn die Bundesregierung beschlossen hat, höhere Börsenstrompreise zur Folge haben. Das liegt daran, dass anstelle der günstigeren Kohlekraft nun Gaskraftwerke zum preissetzenden Kraftwerkstyp werden. Eine Kompensation dieses Kostenanstiegs sowie Versorgungssicherheit sind für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der energieintensiven Industrien unabdingbar. In ihrem Gesetzentwurf hat sich die Bundesregierung jedoch noch nicht darauf festgelegt.

Nicht zuletzt fehlen wirksame Impulse zur Kostenbegrenzung bei der Marktintegration der erneuerbaren Energien. Vor allem die Netzentgelte und weitere Umlagen steigen: Dafür sorgen neben den Kosten für Netzausbau und -stabilisierung weitere Kostenblöcke wie Kapazitäts- und Braunkohlereserve, Redispatch-Maßnahmen und Abregelung von Erneuerbare-Energien-Anlagen aufgrund von Netzengpässen. Diese Entwicklung schwächt die Wettbewerbsfähigkeit energieintensiver Unternehmen, ohne dass damit ein zusätzlicher Nutzen für den Klimaschutz verbunden wäre.

Einige Regelungen des im Dezember 2018 verabschiedeten Energiesammelgesetzes führen zu Rechtsunsicherheit, insbesondere die Regelungen zur Weiterleitung von Strom, der von der EEG-Umlage entlastet ist. Damit steigt der bürokratische Aufwand, um Anträge für die „Besondere Ausgleichsregelung“ zu stellen. Solche Bedingungen wirken investitionshemmend.

Stromverbrauch wird steigen

Strom wird in Zukunft immer wichtiger – zum Beispiel für die Digitalisierung und Elektrifizierung der industriellen Prozesse sowie für die Elektromobilität. Technologien, die weniger CO2 ausstoßen, werden sich nur durchsetzen, wenn langfristig wettbewerbsfähige Preise für den benötigten Strom garantiert sind. Die EEG-Umlage führt jedoch zu einer künstlichen Verteuerung des Stromverbrauchs. Für energieintensive Industrien sind Entlastungen von der EEG-Umlage deshalb lebenswichtig.

DAFÜR SETZT SICH DER VCI EIN

  • Die Kosten der Energiewende sollten auf ein Minimum reduziert werden
    Die Kosten für den Ausbau erneuerbarer Energien und der dazu gehörigen Infrastruktur müssen eingedämmt werden, indem die Finanzierung der EEG-Umlage auf neue Beine gestellt wird. Neue Gesetze sollten nicht zu weiteren Belastungen führen, die dann wiederum notwendige Entlastungen energieintensiver Betriebe nach sich ziehen müssten. Die geplante CO2-Bepreisung im Rahmen eines nationalen Emissionshandels ist hierfür ein Negativbeispiel.
  • Strompreisanstieg beihilferechtskonform kompensieren
    Die Mehrkosten für den beschleunigten Kohleausstieg könnten sich auf einen hohen zweistelligen Eurobetrag summieren. Da die energieintensive Industrie aufgrund ihres Wettbewerbsdrucks sensibel auf Preissteigerungen reagiert, sollte die Bundesregierung mit der EU-Kommission eine beihilferechtskonforme Kompensation über den zu erwartenden Kostenanstieg bei den Strombezugskosten aushandeln.

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Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

M.A. Jenna Juliane Schulte

E-Mail: j.schulte@vci.de