VCI-Position kompakt

Energiewende

16. Juli 2021 | Position

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Die chemisch-pharmazeutische Industrie unterstützt das Ziel der Energiewende, die Energieversorgung klimaverträglich, sicher und bezahlbar zu gestalten. Die Branche leistet ihren Beitrag zur Treibhausgasreduktion und hat 2019 in einer Studie aufgezeigt, wie die deutsche Chemie Treibhausgasneutralität bis 2050 technologisch erreichen kann.

Dafür benötigt sie mehr als 500 TWh erneuerbaren Strom zum Preis von 4 Cent/kWh. Auf der Plattform Chemistry4Climate erarbeitet die Branche nun gemeinsam mit wichtigen Stakeholdern ein tragfähiges Konzept, wie diese Strommenge zu diesem Preis zur Verfügung gestellt werden kann.

Kostensteigerungen kompensieren

Viele energiepolitische Regelungen erhöhen die Kosten für die Industrie. Das hemmt Fortschritte auf dem Weg zu mehr Klimaschutz, da emissionsarme Verfahren nur mit günstigen Strompreisen möglich werden. Nicht zuletzt sind hohe Strompreise für energieintensive Branchen wie die Chemie ein erheblicher Nachteil im internationalen Wettbewerb. So lässt die Förderung des Zubaus erneuerbarer Energien auch die Kosten für die chemische Industrie weiter ansteigen. Trotz der Entlastungen für besonders energieintensive Unternehmen zahlt die Branche derzeit mehr als 1,2 Milliarden Euro im Jahr nur für die EEG-Umlage. Eine weitere Belastung bringt das Brennstoffemissionshandelsgesetz mit sich. Die dazugehörige Entlastungsregelung verursacht so hohe bürokratische Kosten, dass die Belastung nur zu einem geringen Teil ausgeglichen wird. Zudem entstehen Mehrkosten durch den beschleunigten Kohleausstieg, der die Stromproduktion verteuert. Hier soll es eine Kompensation geben, die für den Erhalt der internationalen Wettbewerbsfähigkeit auch nötig ist.

Es fehlen wirksame Impulse zur Kostenbegrenzung bei der Marktintegration der erneuerbaren Energien. Vor allem die Netzentgelte und weitere Umlagen steigen aufgrund des notwendigen Netzausbaus sowie der Vorhaltung von Kraftwerksreserven. Maßnahmen zur Versorgungssicherheit sind unabdingbar, müssen aber so kosteneffizient wie möglich getroffen werden.

Eigenstromversorgung spielt große Rolle

Kraft-Wärme-Kopplung sichert die Versorgung von Betrieben mit Wärme und Strom auf klimaschonende Weise. Die jüngste EEG-Novelle verschlechtert allerdings die Wirtschaftlichkeit solcher Anlagen.

Stromverbrauch wird steigen

Strom wird in Zukunft immer wichtiger – zum Beispiel für die Elektrifizierung industrieller Prozesse. Technologien, die weniger CO2 ausstoßen, werden sich nur durchsetzen, wenn langfristig wettbewerbsfähige Preise für den benötigten Strom garantiert sind. Vor allem die EEG-Umlage führt jedoch zu einer künstlichen Verteuerung des Stromverbrauchs. Deshalb ist eine vollständige Finanzierung des Ausbaus der erneuerbaren Energien aus dem Bundeshaushalt und die Einführung eines Industriestrompreises erforderlich. Nur so bleibt die Wettbewerbsfähigkeit erhalten und wird die Transformation zur Treibhausgasneutralität möglich.

DAFÜR SETZT SICH DER VCI EIN

  • Kosten auf ein Minimum reduzieren
    Neue Gesetze sollten nicht zu weiteren Belastungen führen, die dann wiederum notwendige Entlastungen energieintensiver Betriebe nach sich ziehen müssten. Ein Negativbeispiel ist das Brennstoffemissionshandelsgesetz, für das die vom Bundeskabinett verabschiedete Kompensationsregel nicht ausreicht und zu hohe Hürden setzt.
  • Strompreisanstieg beihilferechtskonform kompensieren
    Die Bundesregierung sollte mit der EU-Kommission eine beihilferechtskonforme Kompensation für den Stromkostenanstieg aushandeln, der durch den Kohleausstieg zu erwarten ist. Darüber hinaus tritt die Chemie- und Pharmabranche für die Einführung eines Industriestrompreises ein.
  • Ausbau der Erneuerbaren kosteneffizienter machen
    Der weitere Ausbau der Erzeugung erneuerbarer Energien ist für den Klimaschutz wichtig. Zur Entlastung der Industrie sollte der Ausbau aus Haushaltsmitteln des Bundes finanziert werden.

Kontakt

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

M.A. Jenna Juliane Schulte

Kontaktperson

M.A. Jenna Juliane Schulte

Energiepolitik