VCI-Position kompakt

Energiewende

Die chemisch-pharmazeutische Industrie unterstützt das politische Ziel der Energiewende, die Energieversorgung klimaverträglich, sicher und bezahlbar zu gestalten. Die Branche leistet ihren Beitrag zur Treibhausgasreduktion und hat 2019 in einer Studie aufgezeigt, wie die deutsche Chemie Treibhausgasneutralität bis 2050 technologisch erreichen kann.

Bis 2050 benötigt sie mehr als 600 TWh erneuerbaren Strom zum Preis von 4 Cent/kWh. Dazu braucht es nun ein tragfähiges Konzept, wie diese Strommenge durch den Ausbau von erneuerbaren Energien im Inland und Importe aus dem Ausland zu diesem Preis sichergestellt werden kann.

Kostensteigerungen kompensieren

Zu beachten ist, dass die Förderung des weiteren Zubaus erneuerbarer Energien auch die Kosten für die chemische Industrie weiter ansteigen lässt. Trotz der Entlastungen für besonders energieintensive Unternehmen zahlt die Chemie derzeit bereits mehr als 1,2 Milliarden Euro im Jahr nur für die EEG-Umlage. Zusätzliche Kosten drohen auch durch den beschleunigten Kohleausstieg bis spätestens 2038, da dieser höhere Börsenstrompreise mit sich bringt. Das liegt daran, dass anstelle der günstigeren Kohleverstromung nun Gaskraftwerke zum preissetzenden Kraftwerkstyp werden. Die Mehrkosten für die Chemie könnten sich auf einen hohen zweistelligen Eurobetrag summieren. In einer Förderrichtlinie beabsichtigt die Bundesregierung, dafür eine Kompensation zu regeln. Diese sowie eine gleichbleibende Versorgungssicherheit sind für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der energieintensiven Industrien unabdingbar.

Zudem fehlen wirksame Impulse zur Kostenbegrenzung bei der Marktintegration der erneuerbaren Energien. Vor allem die Netzentgelte und weitere Umlagen steigen: Dafür sorgen neben Netzausbau und -stabilisierung weitere Faktoren wie die Kapazitäts- und Braunkohle-reserve, Redispatch-Maßnahmen und die Abregelung von Erneuerbare-Energien-Anlagen aufgrund von Netzengpässen. All diese Kosten schwächen die Wettbewerbsfähigkeit energieintensiver Unternehmen – ohne spürbaren Klimaschutz.

Einige Regelungen des im Dezember 2018 verabschiedeten Energiesammelgesetzes führen zu Rechtsunsicherheit, insbesondere die zur Weiterleitung von Strom, der von der EEG-Umlage entlastet ist. Dadurch steigt der bürokratische Aufwand, um Anträge für die „Besondere Ausgleichsregelung“ zu stellen, was sich wiederum negativ auf Investitionen der Unternehmen auswirken kann.

Stromverbrauch wird steigen

Strom wird in Zukunft immer wichtiger – zum Beispiel für die Digitalisierung und Elektrifizierung industrieller Prozesse sowie für die Elektromobilität. Technologien, die weniger CO2 ausstoßen, werden sich nur durchsetzen, wenn langfristig wettbewerbsfähige Preise für den benötigten Strom garantiert sind. Die EEG-Umlage führt jedoch zu einer künstlichen Verteuerung des Stromverbrauchs. Für energieintensive Industrien sind Entlastungen von der EEG-Umlage deshalb essenziell.

DAFÜR SETZT SICH DER VCI EIN

  • Kosten der Energiewende auf ein Minimum reduzieren
    Neue Gesetze sollten nicht zu weiteren Belastungen führen, die dann wiederum notwendige Entlastungen energieintensiver Betriebe nach sich ziehen müssten. Die geplante CO2-Bepreisung im Rahmen eines nationalen Emissionshandels ist hierfür ein Negativbeispiel.
  • Strompreisanstieg beihilferechtskonform kompensieren
    Da die energieintensive Industrie aufgrund ihres internationalen Wettbewerbsdrucks sensibel auf Preissteigerungen reagiert, sollte die Bundesregierung mit der EU-Kommission eine beihilferechtskonforme Kompensation über den durch den Kohleausstieg zu erwartenden Kostenanstieg bei den Strombezugskosten aushandeln.
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Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

M.A. Jenna Juliane Schulte

E-Mail: j.schulte@vci.de