VCI-Position kompakt

Energiewende

Die chemisch-pharmazeutische Industrie unterstützt das Ziel der Energiewende, die Energieversorgung klimaverträglich, sicher und bezahlbar zu gestalten. Die Branche leistet ihren Beitrag zur Treibhausgasreduktion und hat 2019 in einer Studie aufgezeigt, wie die deutsche Chemie Treibhausgasneutralität bis 2050 technologisch erreichen kann.

Dafür benötigt sie mehr als 600 TWh erneuerbaren Strom zum Preis von 4 Cent/kWh. Auf der Plattform Chemistry4Climate erarbeitet die Branche nun gemeinsam mit wichtigen Stakeholdern ein tragfähiges Konzept, wie diese Strommenge zu diesem Preis zur Verfügung gestellt werden kann.

Kostensteigerungen kompensieren

Viele energiepolitische Regelungen wirken sich kostensteigernd auf die Industrie aus. Das hemmt Fortschritte auf dem Weg zu mehr Klimaschutz, da emissionsarme Verfahren nur mit günstigen Strompreisen möglich werden. Nicht zuletzt sind hohe Strompreise für energieintensive Branchen wie die Chemie ein erheblicher Nachteil im internationalen Wettbewerb. So lässt die Förderung des Zubaus erneuerbarer Energien auch die Kosten für die chemische Industrie weiter ansteigen. Trotz der Entlastungen für besonders energieintensive Unternehmen zahlt die Branche derzeit mehr als 1,2 Milliarden Euro im Jahr nur für die EEG-Umlage. Zusätzliche Kosten drohen durch den beschleunigten Kohleausstieg, der die Stromproduktion verteuert, und durch das neue Brennstoffemissionshandelsgesetz. Im ersten Fall soll es eine Kompensation für die Mehrkosten geben, im zweiten Fall bringt die Entlastungsregelung hohe bürokratische Kosten mit sich. Die geplanten Entlastungen sind ebenso wie eine sichere Stromversorgung für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der energieintensiven Industrien unabdingbar.

Zudem fehlen wirksame Impulse zur Kostenbegrenzung bei der Marktintegration der erneuerbaren Energien. Vor allem die Netzentgelte und weitere Umlagen steigen aufgrund des notwendigen Netzausbaus sowie der Vorhaltung von Kraftwerksreserven. Maßnahmen zur Versorgungssicherheit sind notwendig, müssen aber so kosteneffizient wie möglich getroffen werden. Rolle der Eigenstromversorgung Kraft-Wärme-Kopplung sichert die Versorgung von Betrieben mit Wärme und Strom auf klimaschonende Weise. Die jüngste EEG-Novelle verschlechtert allerdings die Wirtschaftlichkeit solcher Anlagen.

Stromverbrauch wird steigen

Strom wird in Zukunft immer wichtiger – zum Beispiel für die Elektrifizierung industrieller Prozesse. Technologien, die weniger CO2 ausstoßen, werden sich nur durchsetzen, wenn langfristig wettbewerbsfähige Preise für den benötigten Strom garantiert sind. Vor allem die EEG-Umlage führt jedoch zu einer künstlichen Verteuerung des Stromverbrauchs. Für energieintensive Industrien sind Entlastungen von der EEG-Umlage deshalb essenziell. Die beschlossene Begrenzung der EEG-Umlage auf 6,5 Cent pro kWh ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

DAFÜR SETZT SICH DER VCI EIN

  • Kosten auf ein Minimum reduzieren
    Neue Gesetze sollten nicht zu weiteren Belastungen führen, die dann wiederum notwendige Entlastungen energieintensiver Betriebe nach sich ziehen müssten. Ein Negativbeispiel ist das Brennstoffemissionshandelsgesetz, für das die vom Bundeskabinett verabschiedete Kompensationsregel nicht ausreicht und zu hohe Hürden setzt.
  • Strompreisanstieg beihilferechtskonform kompensieren
    Die Bundesregierung sollte mit der EU-Kommission eine beihilferechtskonforme Kompensation für den Stromkostenanstieg aushandeln, der durch den Kohleausstieg zu erwarten ist.
  • Ausbau der Erneuerbaren kosteneffizienter machen
    Der weitere Ausbau der Erzeugung erneuerbarer Energien ist für den Klimaschutz wichtig. Allerdings ist dafür ein alternatives und die Chemieindustrie nicht belastendes Finanzierungskonzept notwendig.

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Ansprechpartner

M.A. Jenna Juliane Schulte

E-Mail: j.schulte@vci.de