VCI-Position kompakt

Verkehrsinfrastruktur

Die chemisch-pharmazeutische Industrie zählt zu den transportintensivsten Wirtschaftszweigen in Deutschland. 2019 beförderte die Branche rund 74 Millionen Tonnen Chemikalien.

Sie ist der zweitgrößte Auftraggeber von Transportdienstleistungen in Deutschland. Alle Verkehrsträger – Straße, Schiene, Binnenschiff, Seeverkehr und Pipelines – sind für die Branche notwendig, um die Rohstoffversorgung zu sichern und ihre Kunden beliefern zu können. Beim Transport ihrer Produkte legt die chemisch-pharmazeutische Industrie größten Wert auf Sicherheit.

Wichtiger Standortfaktor

Die Verkehrsinfrastruktur in Deutschland ist seit vielen Jahren chronisch unterfinanziert und lebt von der Substanz. Das hat gravierende Folgen: Straßen sind marode, Brücken gesperrt, Schleusen störanfällig und Bahntrassen überlastet. Das deutsche Infrastrukturnetz gleicht zunehmend einem Flickenteppich, in dem wichtige Maßnahmen viel zu spät umgesetzt werden oder noch nicht einmal geplant sind. Das gilt beispielsweise für die Abladeoptimierung an Mittel- und Niederrhein, die Entlastung des Schienenverkehrs im Mittelrheintal und die Modernisierung des Wesel-Datteln-Kanals sowie die Neukonzeption des Schienenverkehrskorridors zwischen dem Ruhrgebiet und Basel. Dabei ist die Infrastruktur ein wichtiger Wirtschaftsfaktor: Funktionsfähige Verkehrswege stärken die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie.

Zu lange Verfahren, fehlendes Personal

Der Etat des Bundesverkehrsministeriums für Infrastrukturvorhaben ist in den vergangenen Jahren gestiegen, Gesetze zur Beschleunigung von Verkehrsprojekten wurden beschlossen. Damit hat das Ministerium zwar richtige Weichen gestellt. Allerdings bedarf es noch erheblicher Anstrengungen. Denn eine Trendwende hin zu einer leistungsfähigeren Verkehrsinfrastruktur ist noch nicht erkennbar. Übermäßig lange, komplizierte Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie fehlendes Personal in den Behörden verhindern weiterhin, dass Bauprojekte im erforderlichen Tempo umgesetzt werden. Damit entwickeln sich lange Genehmigungsverfahren immer mehr zu einem massiven Standortnachteil für Deutschland.

DAFÜR SETZT SICH DER VCI EIN

  • Leistungsfähigkeit der Verkehrsinfrastruktur ausbauen
    Die Leistungsfähigkeit der Verkehrsinfrastruktur in Deutschland muss erhalten und erneuert werden. Der Ausbau aller Verkehrsträger ist langfristig voranzutreiben und zwar entsprechend dem Sanierungsbedarf und dem Verkehrsaufkommen. Einzelne Verkehrsträger oder Maßnahmen dürfen dabei nicht im Fokus stehen, sondern alle Verkehrswege müssen gleichberechtigt gefördert und intelligent miteinander verknüpft werden.
  • Den Güterverkehr auf der Schiene stärker einbeziehen
    Bei Ausbauplanungen für die Schiene muss der Güterverkehr gleichberechtigt berücksichtigt werden. Neu- und Ausbauprojekte werden heute vor allem nach dem Nutzen für den Personenverkehr bewertet. Die Kosten-Nutzen-Bewertung muss daher angepasst werden.
  • Wasserstraßen zukunftsfest machen
    Damit die Chemie Wasserstraßen wie zum Beispiel den Rhein auch bei Niedrigwasser zuverlässig nutzen kann, müssen die Ausbaumaßnahmen deutlich zügiger in Angriff genommen werden als geplant.
  • Bauvorhaben schneller planen und genehmigen
    Die Dauer von Planung und Genehmigung übersteigt die eigentliche Bauzeit oft um ein Vielfaches. Daher bedarf es weiterer Maßnahmen zur Vereinfachung und Beschleunigung der Verfahren. In den für die Planung und Genehmigung von für die Verkehrsinfrastruktur zuständigen Behörden müssen ausreichend Stellen geschaffen und besetzt werden.

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Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Dipl.-Kfm. Tilman Benzing

E-Mail: tbenzing@vci.de