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Kunststoffabfälle in der Umwelt

21. Februar 2022 | Position

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Kunststoffabfälle in der Umwelt schaden Mensch und Natur. Deshalb müssen Kunststoffprodukte nach ihrem Gebrauch gesammelt und in den Produktionskreislauf zurückgeführt werden.

Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft spart zudem neue Ressourcen, ersetzt fossile Rohstoffe und trägt damit auch zum Klimaschutz bei.

Kunststoffabfälle sammeln und entsorgen

Kunststoffe erfüllen unterschiedliche Anforderungen: In Form von Verpackungen schützen sie zum Beispiel Lebensmittel vor dem Verfall. Als Abfälle in der Umwelt können sie aber ein Problem darstellen. Häufig gelangen Abfälle in die Umwelt, weil keine oder nur schlecht funktionierende Entsorgungssysteme vorhanden sind. Deshalb müssen die Abfallsysteme weltweit auf- und ausgebaut werden, wie es nun auch im Rahmen eines weltweiten UN-Abkommens gegen Meeresmüll diskutiert wird. Zusätzliche kontinuierliche Aufklärung kann dazu beitragen, dass Abfälle nicht unachtsam in der Umwelt entsorgt werden.

Exporte von Plastikabfällen führen in den importierenden Ländern zu Problemen, wenn sie nicht umweltgerecht verarbeitet, sondern illegal in der Umwelt entsorgt werden. Deshalb muss sichergestellt sein, dass Exporte nur in solche Länder erfolgen, in denen entsprechende Kapazitäten zum Recycling bestehen – und diese auch ordnungsgemäß genutzt werden.

Kreislaufwirtschaft als umfassende Lösung

Funktionierende Entsorgungssysteme tragen nicht nur zu weniger Kunststoffabfällen in der Umwelt bei, sie sind auch eine Grundvoraussetzung für das Recycling oder eine anderweitige Kreislaufführung von Kunststoffen. Ein entscheidender Faktor zum Gelingen der Kreislaufwirtschaft ist die Weiterentwicklung entsprechender Technologien. Dazu gehören moderne Sortieranlagen, recyclinggerechtes Design von Produkten und neue Recyclingverfahren.

Gerade beim Recycling steht mit dem chemischen Recycling eine vielversprechende Lösung bereit. Bisher wird ein großer Teil der Kunststoffabfälle energetisch verwertet, weil mechanische Recyclingverfahren bei gemischten und verschmutzten Kunststoffabfällen an ihre Grenzen stoßen. Bei der Verbrennung wird zwar Strom und Wind erzeugt, aber als Ausgangsmaterial für neue Produkte gehen die Abfälle verloren, und es wird CO₂ ausgestoßen. Hier kann das chemische Recycling ergänzend helfen, indem die Abfälle in ihre Grundbausteine zerlegt werden und daraus hergestellte Rezyklate in Neuwarequalität zur Verfügung stehen.

DAFÜR SETZT SICH DER VCI EIN

  • Nachhaltige Entsorgung weltweit mit einem UN-Abkommen vorantreiben
    Auf UN-Ebene wird über ein Abkommen gegen Meeresmüll verhandelt. Zentrales Ergebnis müssen der weltweite Auf- und Ausbau von Abfallsystemen und die Förderung innovativer Technologien für die Kreislaufwirtschaft sein.
  • Exporte von Kunststoffabfällen besser kontrollieren
    Exporte in Länder außerhalb der EU- und OECD-Staaten müssen verboten werden, wenn die in der EU geltenden Umwelt- und Arbeitsschutzvorschriften dort nachweislich nicht eingehalten und damit die Kunststoffabfälle nicht entsprechend recycelt werden.
  • Kreislaufwirtschaft fördern
    Der weltweite Auf- und Ausbau von Entsorgungssystemen muss im größeren Kontext gedacht werden: Es geht nicht nur darum, Abfälle ordnungsgemäß zu entsorgen, sondern vor allem darum, Ressourcen zu schonen und das Klima zu schützen. Deshalb sollten neue Verfahren wie das chemische Recycling als wichtige Ergänzung anerkannt und unterstützt werden. Um außerdem mehr Abfälle für das Recycling verfügbar zu haben, muss die Deponierung aller wiederverwertbaren Abfälle in der EU bis spätestens 2030 beendet werden.

Kontakt

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Dr. Tina Buchholz

Kontaktperson

Dr. Tina Buchholz

Emissionshandel, Klimaschutzpolitik