VCI-Position kompakt

Kunststoffe in der Umwelt

Kunststoffe sind ein vielfältig einsetzbarer und leistungsfähiger Werkstoff. Als Abfälle haben sie in der Umwelt allerdings nichts zu suchen. Stattdessen sollte ihr Mehrwert besser als bisher genutzt werden.

Schon in ihrer Anwendung leisten Kunststoffe wichtige Umweltschutzbeiträge: etwa in Rotorblättern von Windkraftanlagen oder als Isoliermaterial. Werden sie nach ihrem Gebrauch effizient „im Kreis“ geführt, können zusätzlich Ressourcen geschont und das Klima geschützt werden. Dazu sind funktionierende Entsorgungs- und Verwertungssysteme sowie das aktive Mitwirken aller Akteure, insbesondere der Verbraucher, unerlässlich.

Recycling weiter ausbauen

Noch werden in Deutschland 53 % aller Kunststoffabfälle sinnvoll energetisch verwertet. Dabei wird Energie für Strom und Wärme erzeugt, aber auch CO2 ausgestoßen. Die Industrie arbeitet daran, das CO2 zum Beispiel in die chemische Produktion von Kunststoffen zurückzuführen.

Der wesentliche Beitrag zur Kreislaufführung von Kunststoffen steckt im Recycling. Es wird daran gearbeitet, das Recycling auf verschiedenen Wegen gegenüber der Verbrennung auszubauen: einerseits mit dem klassischen „mechanischen“ Recycling, bei dem insbesondere innovative Ideen für ein noch recyclingfähigeres Design von Produkten gefragt sind. Andererseits wird das chemische Recycling weiterentwickelt, da es das Recycling von verschmutzten und gemischten Kunststoffabfällen erlaubt und in dieser Hinsicht den mechanischen Weg sehr gut ergänzt. Das Verfahren steht mengenmäßig und technologisch noch am Anfang, weshalb auch die Verbrennung zur Energiegewinnung weiter genutzt werden muss.

Grundvoraussetzung für eine gute und wirtschaftliche Kreislaufführung von Kunststoffen ist ein entsprechendes Abfallmanagement – von der Sammlung über die Sortierung bis hin zur Verwertung.

EU-„Plastikabgabe“ stellt falsche Weichen

Zur Finanzierung des EU-Haushalts hat der Europäische Rat neue Eigenmittel beschlossen, unter anderem eine ab Januar 2021 fällige Zahlung der Mitgliedstaaten auf nicht-recycelte Kunststoffverpackungsabfälle. Offen ist, was damit geschieht und ob die Einnahmen in die Förderung der Kreislaufwirtschaft fließen. Ebenso unklar ist, wie die Mitgliedstaaten die Refinanzierung umsetzen werden.

DAFÜR SETZT SICH DER VCI EIN

  • Nachhaltige Entsorgung weltweit vorantreiben
    Umfassende Entsorgungssysteme sind für die Kreislaufführung von Kunststoffabfällen unabdingbar. Die chemische Industrie setzt sich in ihrer „Alliance to End Plastic Waste“ für den Aufbau einer flächendeckenden Abfallinfrastruktur, die Sammlung von Abfällen und Verbraucheraufklärung ein.
  • Kreislaufwirtschaft fördern
    Kreislaufwirtschaft kann nur gelingen, wenn sich alle Akteure beteiligen. Für den Einsatz von recycelten Kunststoffabfällen (Rezyklate) in neuen Produkten sind pauschale, nationale Quoten nicht zielführend. Stattdessen sollte die Förderung des EU-Binnenmarkts für Rezyklate vorangetrieben werden, zum Beispiel durch ein sofortiges europaweites Deponieverbot. Chemisches Recycling sollte zur Erfüllung der Recyclingquoten anerkannt werden. Das geltende Abfallrecht muss technologieoffen ausgelegt werden, damit das chemische Recycling – ergänzend zum mechanischen – seinen Beitrag leisten kann.
  • EU-„Plastikabgabe“ für Förderung der Kreislaufwirtschaft nutzen
    Wird die EU-„Plastiksteuer“ auf nicht recycelte Kunststoffverpackungsabfälle umgesetzt, ist die Rückführung der Einnahmen in die Förderung der Kreislaufwirtschaft sicherzustellen.

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Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Dr. Tina Buchholz

E-Mail: buchholz@vci.de