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Kunststoffe in der Umwelt

02. Juli 2021 | Position

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Kunststoffe sind ein vielfältiger und leistungsfähiger Werkstoff. Als Abfälle haben sie in der Umwelt allerdings nichts zu suchen. Stattdessen sollte ihr Mehrwert besser als bisher genutzt werden.

Schon in ihrer Anwendung leisten Kunststoffe wichtige Beiträge zum Umweltschutz: etwa in Rotorblättern von Windkraftanlagen oder als Isoliermaterial. Werden sie nach ihrem Gebrauch effizient „im Kreis“ geführt, können zusätzlich Ressourcen geschont und das Klima geschützt werden. Dazu sind funktionierende Entsorgungs- und Verwertungssysteme sowie das aktive Mitwirken aller Akteure, insbesondere der Verbraucher, unerlässlich.

Recycling weiter stärken

Noch werden in Deutschland 53 Prozent aller Kunststoffabfälle sinnvoll energetisch verwertet. Dabei wird Energie für Strom und Wärme erzeugt, aber auch CO2 ausgestoßen. Die Industrie arbeitet daran, das CO2 zum Beispiel in die chemische Produktion von Kunststoffen zurückzuführen.

Der derzeit entscheidendere Beitrag zur Kreislaufführung von Kunststoffen steckt im Recycling. Es wird daran gearbeitet, das Recycling auf verschiedenen Wegen gegenüber der Verbrennung weiter auszubauen. Einerseits mit dem klassischen „mechanischen“ Recycling, bei dem insbesondere innovative Ideen für ein noch recyclingfähigeres Design von Produkten gefragt sind. Andererseits wird das chemische Recycling weiterentwickelt, da es das Recycling von verschmutzten und gemischten Kunststoffabfällen erlaubt und in dieser Hinsicht den mechanischen Weg sehr gut ergänzt. Das Verfahren steht mengenmäßig und technologisch noch am Anfang, weshalb auch die Verbrennung zur Energiegewinnung weiter genutzt werden muss.

Abfallsysteme ausbauen

Grundvoraussetzung für eine gute und wirtschaftliche Kreislaufführung von Kunststoffen ist ein effektives Abfallmanagement – von der Sammlung über die Sortierung bis hin zur Verwertung. Bereits vorhandene Abfallsysteme gilt es weiter zu optimieren. In Regionen ohne etablierte Systeme müssen solche aufgebaut werden.

Abfall wandelt sich zunehmend zu einer bedeutenden Rohstoffquelle. Die Kunststoffbranche setzt sich für einen offenen EU-Binnenmarkt für Kunststoffabfälle ein, der ein harmonisiertes Vorgehen zur Verwendung in Recyclinganlagen und möglicherweise auch zur Einfuhr in Europa fördert.

DAFÜR SETZT SICH DER VCI EIN

  • Nachhaltige Entsorgung weltweit vorantreiben
    Umfassende Entsorgungssysteme sind für die Kreislaufführung von Kunststoffabfällen unabdingbar. Die chemische Industrie setzt sich in ihrer „Alliance to End Plastic Waste“ für den Aufbau einer flächendeckenden Abfallinfrastruktur, die Sammlung von Abfällen und Verbraucheraufklärung ein.
  • Kreislaufwirtschaft fördern
    Kreislaufwirtschaft kann nur gelingen, wenn sich alle Akteure beteiligen. Für den Einsatz von recycelten Kunststoffabfällen (Rezyklate) in neuen Produkten sind pauschale, nationale Quoten nicht zielführend. Stattdessen sollte die Förderung des EU-Binnenmarkts für Rezyklate vorangetrieben werden, zum Beispiel durch ein sofortiges europaweites Deponieverbot. Chemisches Recycling sollte zur Erfüllung der Recyclingquoten anerkannt werden. Das geltende Abfallrecht muss technologieoffen ausgelegt werden, damit das chemische Recycling – ergänzend zum mechanischen – seinen Beitrag leisten kann.
  • Kontrollen für Abfallexporte verschärfen
    Das von 187 Staaten unterschriebene Baseler Übereinkommen zur Regelung von Abfallexporten fördert einen globalen Markt zur Verwertung von Kunststoffabfällen nur unter Ländern mit entsprechenden Kapazitäten. Entscheidend ist es, die Exporte zukünftig auch effektiver zu kontrollieren.

Hier geht's zum DownloadPDF | 392 kB | Stand: 19. Juli 2021

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Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Dr. Tina Buchholz

Kontaktperson

Dr. Tina Buchholz

Emissionshandel, Klimaschutz