Corona

Administrativen Aufwand reduzieren

Auch in der Corona-Krise verbringen Unternehmen und Mitarbeiter zu viel Zeit mit administrativer Führung. Deshalb müssen Verfahren verwaltungstechnisch neu justiert oder teilweise sogar neu aufgesetzt werden.

Foto: © mnirat/stock.adobe.com
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Nur so können gesetzliche Vorgaben und Verwaltungsverpflichtungen weiterhin erfüllt werden. Insbesondere die zahlreichen steuerlichen Erklärungs- und Mitwirkungspflichten zeigen die großen Herausforderungen für die Unternehmen, um hierbei den strengen Compliance-Vorgaben zu entsprechen. Die aktuell bestehenden steuerlichen Prozesse und Abläufe sind, obwohl moderne IT eingesetzt wird und Verfahren optimiert wurden, nur eingeschränkt umzusetzen. Darüber hinaus können neue und notwendige steuerliche Prozesse nicht, oder nicht in der erforderlichen Zeit, implementiert werden. Umso wichtiger ist: Es bedarf administrativer Erleichterungen und Ausnahmeregelungen bei den administrativen Verpflichtungen der Unternehmen. Keinesfalls sollten zusätzliche bürokratische Hindernisse aufgebaut werden.

Gesetzliche Verlängerung der Abgabefristen

Die generellen Abgabefristen für Körperschaftsteuer-/Gewerbesteuererklärungen und die Abgabe der Jahressteuererklärungen für indirekte Steuern sollten gesetzlich verlängert werden. Die Finanzämter sollen zwar ab sofort Fristverlängerungsanträgen wegen der Corona-Krise von Angehörigen der steuerberatenden Berufe ab dem 1. März 2020 bis zum 31. Mai 2020 entsprechen. Doch diese Regelung bezieht sich nur auf solche Steuererklärungen, wie zum Beispiel die Einkommensteuererklärung, deren Abgabefrist bereits am 28. Februar 2020 abgelaufen ist. Sie gilt grundsätzlich nicht für Unternehmen, die die Steuererklärungen durch eigene Mitarbeiter erstellen lassen.

Belastende Gesetze soweit möglich verschieben

Zum einen sollten derzeit geplante administrativ belastende Gesetzesvorhaben, soweit diese europarechtlich nicht zwingend umzusetzen sind, ausgesetzt werden. Hierzu gehören vor allem Teile des Umsetzungsgesetzes der Anti Tax Avoidance Directive. Was als Vermeidung von Steuergestaltung geplant war, gerät durch eine überbordende Umsetzung auf nationaler Ebene zu einer deutlichen administrativen Mehrbelastung, ohne nennenswertes Steueraufkommen für den Staat zu generieren. Darüber hinaus sind die geplanten Änderungen erhebliche Hürden für Investitionen und insofern schädlich für den Standort. Für eine deutliche Entlastung des administrativen Aufwandes würde dagegen eine schnelle Anpassung der derzeitigen Niedrigsteuergrenze im Außensteuergesetz von 25 Prozent auf 15 Prozent sorgen. Viele international aktive Unternehmen könnten so ihre formalen und aufwändigen Erklärungspflichten deutlich reduzieren, ohne dass es zu steuerlichen Einbußen für den Staat kommen würde.

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Torsten Kiesner

E-Mail: kiesner@berlin.vci.de