Kurzporträt

Verband der Chemischen Industrie

Die Zentrale des Chemieverbandes in Frankfurt am Main. - Foto: © VCI/Thomas Koculak
Die Zentrale des Chemieverbandes in Frankfurt am Main. - Foto: © VCI/Thomas Koculak

Wer steckt hinter dem VCI? Welche Aufgaben hat der Verband? Diese Kurzbeschreibung ermöglicht einen raschen Einblick in Bedeutung, Services und Geschichte.






Bedeutung

Mit rund 1.700 Mitgliedsunternehmen sind mehr als 90 Prozent des Umsatzes der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Deutschland im Verband der Chemischen Industrie (VCI) vertreten. Die Branche setzte 2016 rund 183 Milliarden Euro um und beschäftigte mehr als 446.000 Mitarbeiter. Mit 22 Fachverbänden, die alle Produktbereiche der Branche abdecken, und acht Landesverbänden in den Regionen zählt der VCI zu den drei größten Industrieverbänden in Deutschland. Der Verband unterhält zudem neben der Zentrale in Frankfurt am Main ein Hauptstadtbüro in Berlin und ein Europabüro in Brüssel.

Aufgaben

Der VCI vertritt die wirtschaftspolitischen Interessen der deutschen Chemie- und Pharma-Unternehmen und deutscher Tochterunternehmen ausländischer Konzerne gegenüber wichtigen Zielgruppen: Politik, Behörden, andere Bereiche der Wirtschaft, Wissenschaft und Medien. Ausschüsse, Fachausschüsse, Arbeitskreise und Projektgruppen erarbeiten die Positionen der Branche zu den Themengebieten Energie, Klimaschutz und Rohstoffe, Kommunikation, Nachhaltigkeit, Produkt- und Anlagensicherheit, Recht und Steuern, Umweltschutz, Verkehr, Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung. Das Förderwerk des VCI, der Fonds der Chemischen Industrie, unterstützt den wissenschaftlichen Nachwuchs, die chemische Grundlagenforschung und den Chemieunterricht an Schulen.

Führung

Die Tätigkeit des Verbandes wird von einem ehrenamtlichen Präsidium geleitet, das von der Mitgliederversammlung gewählt wird. Der Präsident vertritt den VCI nach außen und innen. Er wird vom Präsidium nominiert und von der Mitgliederversammlung gewählt. Die Amtszeit des Präsidenten beträgt 24 Monate. Die Beschlüsse der Verbandsorgane werden von einer hauptamtlichen Geschäftsführung und den rund 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des VCI umgesetzt.

Selbstverständnis

Das Handeln des VCI ist bestimmt durch Fairness, Offenheit, Transparenz, Integrität und die Leitlinien von Chemie3, der Nachhaltigkeitsinitiative der deutschen Chemie.

Services

Der VCI unterstützt seine Mitglieder durch exklusive Dienstleistungen. Beispiele sind

  • die Service-Plattform „REACH und CLP“ für die Umsetzung dieser beiden Verordnungen,
  • die Service-Plattform „Technische Regelwerke“, die bei der praktischen Umsetzung von gesetzlichen Vorschriften und Regeln hilft,
  • Umsetzungshilfen zur Nachhaltigkeitsinitiative Chemie³ ,
  • Einkaufskooperationen,
  • die Ausgleichsvereinigung Chemie für die Künstlersozialversicherung.

Mitgliedsunternehmen werden alle zwei Wochen durch einen elektronischen Mitglieder-Newsletter sowie durch weitere themenspezifische Newsletter über branchenrelevante Entwicklungen und Dienstleistungen des VCI informiert. Sie erhalten das monatlich erscheinende Mitgliedermagazin chemie report sowie exklusiven Zugang zu Berichten über die wirtschaftliche Entwicklung der Chemiemärkte in Deutschland, Europa und der Welt.

Historie

Der Verband der Chemischen Industrie existiert seit 140 Jahren. Er wurde 1877 als „Verein zur Wahrung der Interessen der Chemischen Industrie Deutschlands“ ins Leben gerufen, zunächst angesiedelt in Berlin. Der Verein wurde 1934 vom Nazi-Regime im Rahmen der Gleichschaltungspolitik zwangsaufgelöst und durch die zentral gesteuerte „Wirtschaftsgruppe chemische Industrie“ ersetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist der VCI am 8. Dezember 1950 unter der heutigen Bezeichnung „Verband der Chemischen Industrie e. V.“ mit Sitz in Frankfurt am Main neu gegründet worden.

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