Umweltmanagement

EU-Öko-Audit-Verordnung

© Oliver Boehmer - bluedesign®
Die Verordnung (EG) Nr. 1221/2009, kurz auch als EMAS III bezeichnet, ist am 11.01.2010 in Kraft getreten und legt die gesetzlichen Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem und eine Umweltbetriebsprüfung fest.

Das Ziel von EMAS entsprechend der seit Januar 2010 in Kraft getretenen Öko-Audit-Verordnung (EG) Nr. 1221/2009 besteht darin, die kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistungen von Organisationen bzw. Unternehmen zu fördern. Gleichzeitig wird EMAS als ein wichtiges Instrument des EU-Aktionsplans für Nachhaltigkeit in Produktion und Verbrauch und für eine nachhaltige Industriepolitik betrachtet. Unternehmen, die an EMAS teilnehmen, verpflichten sich, ihre Umweltleistung, d. h. die messbaren Ergebnisse der Umweltauswirkungen wie Energieeffizienz, Emissionen, Abwasser, Abfälle usw. ständig zu verbessern.

EMAS III sieht Neuerungen vor, um die Teilnahme an EMAS zu erleichtern. Zum Beispiel: Verlängerung der Überwachungszyklen von bisher drei Jahren auf vier Jahre für kleine Unternehmen, Einführung von Branchenleitfäden, um die Vergleichbarkeit sicherzustellen, Anerkennung von Vorleistungen in anderen Umweltmanagementsystemen. Die Teilnahme an EMASEco-Management and Audit Scheme Regulation Gemeinschaftssystem für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung der Europäischen Union. Ein von den Europäischen Gemeinschaften 1993 entwickeltes Instrument für Unternehmen, die ihre Umweltleistung verbessern wollen ist seit 1995 möglich. EMAS-Unternehmen betreiben dazu standardisierte Umweltmanagementsysteme (UMS) nach ISO 14001 und unterziehen zusätzlich dieses System jedes Jahr einer systematischen, objektiven und regelmäßigen Bewertung durch staatlich beaufsichtigte unabhängige Umweltgutachter.

Die einzelnen Ablaufschritte bis zum EMAS-Logo orientieren sich am PDCA-Modell (Plan: Umweltprüfung und Umweltprogramm, Do: Durchführung, Check: Interne und externe Kontrolle, Act: Korrekturmaßnahmen aus interner und externer Kontrolle). In einem ersten Schritt, Umweltprüfung, werden die Umweltauswirkungen der Tätigkeiten, Produkte und Dienstleistungen und die umweltrechtlichen Regelungen, denen das Unternehmen unterliegt, überprüft. Alle Umweltaspekte, die bedeutende Umweltauswirkungen haben, werden dabei systematisch und vollständig erfasst. Direkte bzw. indirekte Auswirkungen, z. B. Emissionen, bzw. Design und Entwicklung von Produkten sind dabei zu berücksichtigen.

Auf Basis der Ergebnisse der Umweltprüfung formuliert die oberste Leitung des Unternehmens schriftlich eine Umweltpolitik und ein Umweltprogramm mit konkreten Zielen und Maßnahmen. Um die Umweltpolitik und Ziele umzusetzen, richtet das Unternehmen als dritten Schritt, Durchführung, ein UMS ein, d. h. legt seine betrieblichen Abläufe fest, z. B zu: Aufgaben und Zuständigkeiten, Kontroll- und Überwachungssysteme, Überprüfung der Umweltvorschriften, Dokumentations- und Informationssystem. Durch eine interne Umweltbetriebsprüfung soll in regelmäßigen Intervallen festgestellt werden, ob das UMS funktioniert und die festgelegten Ziele erreicht werden. Darüber wird der Leitung berichtet. Diese weist ggf. erforderliche Korrekturmaßnahmen an.

In einem weiteren Schritt, externe Kontrolle, wird die für die Öffentlichkeit erstellte EMAS-Umwelterklärung von einem unabhängigen, staatlich zugelassenen Umweltgutachter geprüft. Diese Erklärung enthält Aussagen zu: Umweltpolitik, die im Umweltprogramm festgelegten Schritte und Einzelziele zur Verbesserung der Umweltleistungen, eine zusammenfassende Beschreibung und Bewertung aller für den Betriebsstandort wesentlichen Umweltaspekte. Erfüllt sie die Voraussetzungen der EMAS-Verordnung, erklärt der Umweltgutachter die Umwelterklärung für gültig (Validierung). Dabei prüft der Umweltgutachter auch die Frage, ob die Organisation sämtliche einschlägige Rechtsvorschriften einhält.

Nach der Prüfung durch den Umweltgutachter (Validierung) wird das Unternehmen bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) oder der Handwerkskammer (HWK) in das EMAS-Register eingetragen und kann das EMAS-Logo verwenden. Vor der Eintragung überprüft die Kammer durch Abfrage bei den für das Unternehmen zuständigen Umweltbehörden, dass kein Verstoß gegen einschlägige Umweltvorschriften vorliegt.

Der Nutzen einer EMAS-Teilnahme kann sich an folgenden Kriterien orientieren:

  • Systematische Einsparung von Energie- und Ressourcenkosten
  • Rechtssicherheit, d. h. Einhaltung von Umweltvorschriften
  • Glaubhafte Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung
  • Möglichkeit, in bestimmten Fällen, rechtliche Vorteile zu erhalten.


EU-Öko-Audit-Verordnung PDF 503 Kb

Stand: 23.01.2013
Das Infoblatt des VCI erläutert die wichtigsten Aspekte und Vorgehensweisen, die die Mitgliedsunternehmen bei der freiwilligen Teilnahme an der europäischen Öko-Audit-Verordnung (EMAS III) beachten sollten.

Download PDF 503 Kb


EMAS-Praxisleitfaden für KMU des Umweltgutachterausschusses beim BMU

Stand: März 2011
Der Leitfaden "In fünf Etappen sicher zum Ziel" des UGA soll kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) helfen, ein Umweltmanagementsystem nach den Anforderungen der EU-Öko-Audit-Verordnung umzusetzen.

Zum Download im EMAS-Portal des UGA


EU-Öko-Audit-Verordnung - Informationen im Internet

Stand: 18.03.2013
Hier finden Sie Informationen von Behörden und anderen Institutionen zur EU-Öko-Audit-Verordnung. Mehr


EU-Öko-Audit-Verordnung - FAQ

Stand: 18.03.2013
Zur EU-Öko-Audit-Verordnung finden Sie hier Fragen und Antworten der Generaldirektion Umwelt (GD Umwelt) der Europäischen Kommission sowie des Umweltgutachter... Mehr