20. Januar 2026 | Bericht
Die Pain Points der Wettbewerbsfähigkeit sind platziert. Nun muss die Politik handeln.
Die deutsche und europäische Chemie- und Pharmaindustrie steht mit dem Rücken zur Wand. Der VCI und seine Mitgliedsunternehmen haben in den zurückliegenden Monaten bei diversen regulatorischen Handlungsfeldern einen entscheidenden Beitrag zur Öffnung der Debatten in Berlin und Brüssel geleistet. Auch wenn zum Jahresauftakt 2026 mit guten Entscheidungen, zum Beispiel für sinkende Energiekosten und das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten, erste Lichtblicke für die Unternehmen zu verzeichnen sind, muss die politische Entscheiderebene nun durch weitere Entlastungen und Systemkorrekturen endlich die geforderte Kehrtwende vollziehen.
Das platziert der VCI weiterhin beharrlich – derzeit unter anderem im Arbeitsgruppenprozess der „Chemieagenda 2045“ im Bundeswirtschaftsministerium, der im Dezember mit Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, Umweltminister Carsten Schneider sowie weiteren Mitgliedern der Bundesregierung und Vertretern der Bundesländer gestartet wurde.
Die vier Kernthemen für Berlin und Brüssel lauten:
- Sofortige Kostenentlastung durch Strompreiskompensation und Industriestrompreis
Die Netzentgelte sind ein erheblicher Kostenfaktor, der zusätzlichen Investitionsdruck erzeugt. Es darf keine weiteren Belastungen geben, und es müssen sofortige Entlastungen durch die Strompreiskompensation und den Industriestrompreis erfolgen. - Notwendige Anpassungen für Wettbewerbsfähigkeit durch Reform des EU-Emissionshandels
Die Grundparameter des EU-Emissionshandels brauchen ein Update. Ohne ausreichenden Schutz vor Carbon Leakage droht die Produktionsverlagerung in andere Regionen und erlahmt die Transformation der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Europa. - Umwelt-Omnibus mit maximalem Tempo und viel Inhalt
Bis Ende 2025 soll der Vorschlag der EU-Kommission vorliegen. Der VCI hat sich mit 30 konkreten Forderungen – u. a. zur Industrieemissionsrichtlinie, Kommunalabwasserrichtlinie, entwaldungsfreien Lieferkette und zur Ökodesign-Verordnung – eingebracht. - REACH-Vereinfachung ohne Gesetzesöffnung
Der derzeitige Rechtsrahmen muss vereinfacht werden. Eine komplette Zurückstellung des für November geplanten Legislativvorschlags ist das Ziel.
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