26. März 2026 | Bericht
Die Pain Points der Wettbewerbsfähigkeit sind platziert. Nun muss die Politik handeln.
Die deutsche und europäische Chemie- und Pharmaindustrie steht mit dem Rücken zur Wand. Der VCI und seine Mitgliedsunternehmen haben bei diversen regulatorischen Handlungsfeldern bereits einen entscheidenden Beitrag zur Öffnung der Debatten in Berlin und Brüssel geleistet. Viele Wendungen, die bis vor kurzem noch unvorstellbar waren, scheinen angesichts des immensen Reformbedarfs nun möglich.
Doch nun muss die politische Entscheiderebene endlich konsequent durch weitere Entlastungen und Systemkorrekturen die dringende Kehrtwende zu Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum vollziehen. Das platziert der VCI weiterhin beharrlich – unter anderem im nun startenden strukturierten Follow-up-Prozess der „Chemieagenda 2045“ im Bundeswirtschaftsministerium, die seit Dezember mit Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, Umweltminister Carsten Schneider sowie weiteren Mitgliedern der Bundesregierung und Vertretern der Bundesländer verhandelt wird. Aber genauso konsequent fordern Chemie & Pharma klare Entscheidungen pro Industrie auf EU-Ebene ein.
Nationale Chemieagenda vorgelegt - Gemeinsame Pressemitteilung von BMWK, BMUV, VCI und IGBCE.
Neben vielen wichtigen Themen geht es unter anderem um:
- Sofortige Kostenentlastung durch Strompreiskompensation und Industriestrompreis
Die Netzentgelte sind ein erheblicher Kostenfaktor, der zusätzlichen Investitionsdruck erzeugt. Es darf keine weiteren Belastungen geben, und es müssen sofortige Entlastungen durch die Strompreiskompensation und den Industriestrompreis erfolgen. - Notwendige Anpassungen für Wettbewerbsfähigkeit durch Reform des EU-Emissionshandels
Die Grundparameter des EU-Emissionshandels brauchen ein Update. Ohne ausreichenden Schutz vor Carbon Leakage droht die Produktionsverlagerung in andere Regionen und erlahmt die Transformation der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Europa. - Umwelt-Omnibus mit maximalem Tempo und Inhalt
Der bisherige Vorschlag greift noch zu kurz: Die Industrieemissionsrichtlinie (IED) muss noch konsequenter vereinfacht werden und der zeitliche Beginn der Regulierungsmaßnahmen an die Unternehmenswirklichkeit angepasst werden („Stop the clock“). Die erheblichen Umsetzungsprobleme der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) erfordern eine sofortige Aussetzung des Rechtstexts sowie legislative Anpassungen, um unverhältnismäßige Zusatzkosten und eventuelle Engpässe bei Arzneimitteln zu vermeiden. - REACH-Vereinfachung ohne Gesetzesöffnung
Der derzeitige Rechtsrahmen muss vereinfacht werden. Eine komplette Zurückstellung des Legislativvorschlags ist das Ziel.
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