08. Oktober 2026 | Position
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VCI Position kompakt - Bezahlbare und sichere Energieversorgung
PDF | 99 kB | Stand: 08. Oktober 2026
Nur eine sichere und bezahlbare Energieversorgung hält den Industriestandort im Wettbewerb.
Die chemisch-pharmazeutische Industrie ist auf eine sichere, bezahlbare und klimaverträgliche Energieversorgung angewiesen. Mit der Elektrifizierung von Verfahren werden künftig deutlich größere Strommengen benötigt. Damit die Transformation aber umsetzbar ist, braucht es vor allem international wettbewerbsfähige Stromkosten. Diese sind derzeit nicht gegeben. Auch die Versorgungssicherheit ist gefährdet: Es ist ein massiver Zubau steuerbarer Kraftwerksleistung nötig, den der Strommarkt allein nicht anreizen kann. Das Bundeswirtschaftsministerium hat dafür einen umfassenden Kapazitätsmechanismus angekündigt.
Wettbewerbsfähigkeit mehr als gefährdet
Klimafreundliche Technologien setzen sich in der Industrie nur durch, wenn langfristig international wettbewerbsfähige Stromgesamtkosten in Sicht sind. Gegenüber den maßgeblichen Wettbewerbern in China und den USA haben Unternehmen in Deutschland jedoch weiterhin einen erheblichen Kostennachteil. Hohe Systemkosten und Fehlsteuerungen der Energiewende führen zu höheren Marktpreisen und Netzentgelten.
Kurzfristig wirksame Entlastungen bleiben unverzichtbare Instrumente zur Sicherung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit. Dazu zählen sowohl Entlastungen bei den Stromnebenkosten, wie die Stromsteuersenkung und der Zuschuss zu Netzentgelten, als auch Maßnahmen, die auf den Marktpreis einwirken, wie die ausgeweitete Strompreiskompensation und der Industriestrompreis. Damit verknüpfte „ökologische Gegenleistungen“ und Anforderungen müssen konsequent auf ein vertretbares Mindestmaß beschränkt werden, um die erwartete Entlastungswirkung nicht durch die Hintertür wieder zu schmälern.
Das perspektivische Auslaufen der Industrienetzentgelte (“Bandlast-Regel“) droht zu einer massiven Erhöhung der Netzentgelte für die energieintensive Industrie zu führen – ein Damoklesschwert für Investitionen in die Transformation. Im zukünftigen Netzentgeltsystem muss daher dringend eine äquivalente Entlastung für die betroffene Industrie gewährleistet werden.
Da Entlastungsinstrumente vor allem Symptome lindern, müssen dringend Strukturreformen umgesetzt werden, die konsequent die Systemkosten der Energiewende reduzieren. Die angekündigte EEG-Novelle und das Netzanschlusspaket müssen zügig fertiggestellt werden. Erneuerbare müssen in den Markt integriert und an den Kosten für den Netzausbau beteiligt werden. Eine Aufteilung des Strommarkts in mehrere Gebotszonen muss vermieden werden, um zusätzliche Planungsunsicherheit bei Marktteilnehmern zu vermeiden.
Versorgungssicherheit gewährleisten
Neben kostendämpfenden Maßnahmen ist vor allem die Versorgungssicherheit zentral. Schon heute fehlt es an grundlastfähigen Stromerzeugungskapazitäten. Mit dem weiteren Kohleausstieg verschärft sich die Lage, und der Industrie drohen bei Engpässen schlimmstenfalls sogar Abschaltungen. Bestehende Kraftwerksleistung darf nur dann stillgelegt werden, wenn sie zeitgleich durch neue gesicherte Leistung kompensiert wird. Reserve-Kraftwerke sollten während der Wintermonate wieder am Markt teilnehmen dürfen. Der Ausbau der Erneuerbaren sowie von steuerbaren Gaskraftwerken, Speichern und Netzen muss stärker miteinander synchronisiert werden. Geplante Ausschreibungen neuer Gaskraftwerke und der Kapazitätsmechanismus müssen nun schnell angegangen und kosteneffizient umgesetzt werden.
DAFÜR SETZT SICH DER VCI EIN
- Entlastung durch wettbewerbsfähige Energiekosten schaffen
Bereits bestehende Entlastungsinstrumente bleiben unverzichtbar für wettbewerbsfähige Energiekosten. Für dauerhaft niedrigere Systemkosten müssen schnellstmöglich ambitionierte strukturelle Reformen folgen, um die Effizienz des Energiesystems insgesamt konsequent zu steigern. - Versorgungssicherheit gewährleisten
Auch beim langfristigen Strommarktdesign muss Versorgungssicherheit ein Kernelement sein. Abschaltung von Kraftwerken muss zeitgleich durch die Zuschaltung neuer gesicherter Leistung kompensiert werden. Der Ausbau von Infrastruktur, Erzeugung und Speichern muss deutlich besser synchronisiert werden.
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