REACH-Umsetzung

Argumente und Positionen

Mit dem Inkrafttreten der Chemikalienverordnung REACH wurde die europäische Chemikalienpolitik 2007 neu geordnet und harmonisiert. Die komplexen Vorgaben sind schrittweise bis 2020 und darüber hinaus umzusetzen. Bausteine sind die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien sowie die Kommunikation in den Lieferketten zur sicheren Verwendung von Stoffen und Gemischen.

Aufbauarbeit geleistet und wichtige REACH-Meilensteine erreicht
Bei der REACH-Umsetzung haben die Chemieunternehmen in den ersten beiden Registrierungsphasen bis Ende November 2010 und Mai 2013 viel Aufbauarbeit geleistet. Sie haben ihre Stoffregistrierungen fristgerecht bei der Chemikalienagentur ECHA eingereicht. Vom Start im Juni 2008 bis Mitte September 2017 gingen etwa 53.000 Registrierungsdossiers für rund 11.600 Stoffe bei der ECHA ein. Deutsche Firmen hatten dabei oft die Führungsrolle.

Dritte Registrierungsphase bis 31. Mai 2018
REACH erlaubt den Chemieunternehmen weiterhin keine Pause. Die Firmen arbeiten an den Registrierungen der dritten Phase und müssen bis zum 31. Mai 2018 Stoffe mit jährlichen Herstellungs- und Importmengen von 1 bis 100 Tonnen bei der ECHA registrieren. Dabei handelt es sich häufig um kostensensible Stoffe und Spezialchemikalien.

Wettbewerbsfähigkeit unter REACH erhalten
Die REACH-Registrierungen haben die Datenlage zu vielen Stoffen verbessert. Studien belegen schon heute positive Effekte für den Schutz von Mensch und Umwelt. Den Unternehmen sind hohe Registrierungskosten und ein großer Personalaufwand entstanden. Zusätzliche Kosten können unter anderem durch weitergehende Informationsanforderungen im Rahmen des Bewertungsverfahrens auf Unternehmen zukommen. Ob die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit der Chemie- und Pharma-Industrie unter REACH erhalten bleibt oder beeinträchtigt wird, kann frühestens nach der dritten Registrierungsphase ab Mitte 2018 bewertet werden.

Unsicherheiten und Belastungen durch das REACH-Zulassungsverfahren vermeiden
Immer mehr für die Chemieindustrie wichtige Stoffe, zum Beispiel Lösemittel und Katalysatoren, werden von den Behörden als Kandidaten für das Zulassungsverfahren identifiziert. Eine Zulassungspflicht bedingt Kostensteigerungen und Wettbewerbsnachteile für in der EU hergestellte Produkte. Die Rechts- und Planungssicherheit für Investitionen wird durch die Überprüfung erteilter Zulassungen beeinträchtigt. Dies kann zum Wegfall von Stoffen führen und ganze Wertschöpfungsketten betreffen.

DAFÜR SETZT SICH DER VCI EIN

  • Den Mittelstand bei REACH-Registrierungen und Lieferkettenkommunikation unterstützen
    Kleine und mittlere Chemiebetriebe benötigen direkte Ansprechpartner bei der Europäischen Chemikalienagentur ECHA. Außerdem sind vereinfachte, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Hilfen und Einreichungsmöglichkeiten nötig, insbesondere für Registrierungen. Die Vorgaben für die Erstellung von Sicherheitsdatenblättern müssen für die Anwender umsetzbar sein.
  • Verordnungstext nicht ändern und aus Erfahrungen lernen
    Um die Effizienz der REACH-Prozesse zu erhöhen, muss aus den bisherigen Erfahrungen gelernt werden. Deshalb trifft die Schlussfolgerung der Kommission von 2013, dass Wirtschaft und Behörden vor allem ein stabiles regulatorisches Umfeld für die weitere REACH-Umsetzung benötigen, weiterhin uneingeschränkt zu. Die Industrie unternimmt alles, um ihre REACH-Pflichten fristgerecht zu erfüllen. Das darf nicht durch neue inhaltliche oder formale Anforderungen erschwert werden.
  • Vor Stoffaufnahme in die Kandidatenliste Alternativen mit Industriebeteiligung prüfen
    Die Roadmap für die Identifizierung von besonders besorgniserregenden Stoffen (SVHC) sieht vor, dass die Behörden bis 2020 alle relevanten SVHC auf die REACH-Kandidatenliste für das Zulassungsverfahren bringen. Dabei müssen strenge wissenschaftliche Kriterien eingehalten werden. Eine Analyse der am besten geeigneten Risikomanagement-Optionen sollte für die Behörden bei jedem Stoff verpflichtend sein. Dabei sollte die betroffene Industrie mit einbezogen werden. Außerdem sollten, wie in REACH vorgesehen, Ausnahmen für bereits spezifisch regulierte Verwendungen gewährt werden. Zulassungsanträge sollten insgesamt und unter anderem für Kleinmengen vereinfacht werden. Die Fristen für Überprüfungen durch die Behörden sollten Investitionszyklen angemessen berücksichtigen.

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Dr. Angelika Hanschmidt

WTU / Produktsicherheit (PS)

E-Mail: hanschmidt@vci.de