Verbot für Einwegkunststoffe

Kampf gegen Wegwerfmentalität

12. Juli 2021 | Bericht

Anfang Juli ist das Verbot bestimmter Einwegkunststoffartikel in Kraft getreten.

Abschied von mehreren Einwegkunststoffprodukten in Deutschland. © Anna/stock.adobe.com
Abschied von mehreren Einwegkunststoffprodukten in Deutschland. © Anna/stock.adobe.com

Ziel des Verbots ist es, Umweltverschmutzungen zu vermeiden und Ressourcen zu schonen. VCI und PlasticsEurope Deutschland halten ein Umdenken zwar für notwendig, sehen beim Fokus auf Kunststoffe aber Probleme.

Seit 03. Juli 2021 ist es in Deutschland verboten, bestimmte Einwegkunststoffe auf den Markt zu bringen. Die Maßnahme basiert auf einer EU-Richtlinie, die vor 2 Jahren verabschiedet wurde. Sie ist in Deutschland über die „Einwegkunststoffverbotsverordnung“ sowie das Verpackungsgesetz im Rahmen des revidierten, übergeordneten Kreislaufwirtschaftsgesetzes umgesetzt worden. Lagerbestände dürfen auch weiterhin abverkauft werden, um eine gebrauchslose Vernichtung zu vermeiden.

Abschied von Einwegkunststoffprodukten

Von dem Verbot sind mehrere Einwegkunststoffprodukte betroffen: Besteck, Teller (auch beschichtete Pappteller), Trinkhalme, Rührstäbchen, Wattestäbchen, Luftballonstäbe sowie To-Go-Lebensmittelbehälter und Getränkebecher aus expandiertem Polystyrol. Verboten sind außerdem Produkte aus oxo-abbaubarem Kunststoff, weil sich diese nicht hinreichend biologisch abbauen.

Die EU-Kommission hatte die verbotenen Produkte als jene identifiziert, die am häufigsten an europäischen Stränden gefundenen werden. Weitere Einwegkunststoffprodukte werden wegen mangelnder, umweltfreundlicherer Alternativen mit einem Warnhinweis gekennzeichnet. Dabei handelt es sich unter anderem um Hygieneprodukte wie Binden, Tampons und Feuchttücher sowie To-Go-Becher oder Tabakprodukte mit Filtern aus Kunststoffen. Der Warnhinweis soll auf Schäden durch die Entsorgung in der Umwelt aufmerksam machen.

Vorteile von Kunststoffen aus dem Blick geraten

VCI und PED hatten das Inkrafttreten des Verbots im Vorfeld in einer gemeinsamen Pressemitteilung kommentiert. Ingemar Bühler, Hauptgeschäftsführer von PED, zeigte sich offen für ein allgemeines Umdenken: „Der Wegwerfkonsum ist verantwortungslos und hat keine Zukunft. Wir brauchen nachhaltige Lösungen für den Konsum. Ganz konkret heißt das: Wir müssen solche Einwegprodukte reduzieren, ganz gleich, woraus sie hergestellt sind. Da, wo Mehrweglösungen schon möglich sind, gilt es, auf diese zu setzen. Hier spielen Kunststoffe eine wichtige Rolle“. Er wies aber auch darauf hin, dass Kunststoffe aus ökologischer Sicht im Vergleich mit anderen Materialien oftmals klima- und umweltschonender sein und warnte vor der Verdrängung effizienter Kunststoffe durch weniger nachhaltige Alternativen.

Der Hauptgeschäftsführer des VCI, Wolfgang Große Entrup, machte auf die Grenzen des Ersatzes von Einwegkunststoffprodukten in wichtigen Bereichen wie der Medizin aufmerksam. Daraus ergebe sich eine Notwendigkeit für neue Technologien zum Ressourcenschutz: „Mit dem chemischen Recycling besteht die Chance, in verschiedenen Anwendungsbereichen anstelle einer bisherigen Verbrennung künftig eine Kreislaufführung von Kunststoffabfällen zu unterstützen“.

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