Gemeinsame Position

Chemisches Recycling als Baustein

01. Juli 2022 | Position

Welche Rolle chemisches Recycling in der zirkulären Wirtschaft spielen kann, zeigt die gemeinsame Position von PED und VCI.

Ein „Mehr“ an Recycling durch verbesserte mechanische und neue chemische Recyclingverfahren ist das zentrale Versprechen der Branche an die zirkuläre Wirtschaft. © romaset/stock.adobe.com
Ein „Mehr“ an Recycling durch verbesserte mechanische und neue chemische Recyclingverfahren ist das zentrale Versprechen der Branche an die zirkuläre Wirtschaft. © romaset/stock.adobe.com

Das chemische Recycling erfährt aktuell großes Interesse bei Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft, birgt es doch das Potenzial, als Baustein einer zirkulären Wirtschaft einen entscheidenden Beitrag zur Erreichung des Ziels der Treibhausgasneutralität zu leisten. Denn das chemische Recycling ist eine aussichtsreiche Lösung, um eine breite Palette von kunststoffhaltigen Abfällen zu recyclen, die bisher nicht recycelt werden können. Die Technologie zeigt vielversprechende Ergebnisse in Bezug auf die Nachhaltigkeit, insbesondere wenn die Alternative für den Abfallstrom sonst die Verbrennung wäre. Dadurch liefern chemische Recyclingtechnologien in Kombination mit klassischen mechanischen Verfahren einen entscheidenden Beitrag zur Erreichung der Klima– und Kreislaufziele des EU-Green Deals sowie des EU-Aktionsplans für Kreislaufwirtschaft. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Kreislaufwirtschaft zu stärken und greift das chemische Recycling im Koalitionsvertrag auf.

Das gemeinsame Positionspapier von PlasticsEurope Deutschland (PED) und dem VCI zeigt, unter welchen Umständen das chemische Recycling eine wichtige Rolle in einer umfassenden zirkulären Wirtschaft spielen kann, welche Schritte von allen Beteiligten notwendig sind und wie die Branche damit zur Erreichung der Klima und Kreislaufwirtschaftsziele beitragen kann.

Kernbotschaften

  • Kreislaufwirtschaft ist ein essenzieller Beitrag zum Erreichen des Ziels der Treibhausgasneutralität.
  • Ziel der Branche ist eine Erhöhung der recycelten Abfallmenge in Deutschland und Europa.
  • Chemisches Recycling ist eine wichtige Ergänzung zu bestehenden Recyclingverfahren.
  • Durch die Ergänzung des mechanischen Recyclings mittels chemischer Recyclingverfahren können nationale und europäische Recyclingziele erreicht werden.
  • Mit dem chemischen Recycling lassen sich Kunststoffabfälle recyceln, die bisher nicht recycelt werden konnten.
  • Chemische Recyclingverfahren eignen sich für unterschiedlichste Abfallarten.
  • Chemische Recyclingverfahren können störende Stoffe aus dem Kohlenstoffkreislauf entfernen.
  • Rezyklate aus dem chemischen Recycling bieten die gleiche Qualität wie Produkte aus fossilen Rohstoffen und können entsprechend vielseitig eingesetzt werden (bspw. in der Medizin und bei Lebensmittelverpackungen).
  • Die Qualität chemischer Recyclingverfahren kann durch den Ausbau der Abfallsortierung weiter optimiert werden.
  • Rechtliche Rahmenbedingungen müssen bei der Anrechnung chemischer Recyclingverfahren auf die gesetzlichen Recyclingquoten geschaffen werden, um Anreize für weitere Investitionen zu setzen.
  • Die Branche arbeitet an Lösungen zu Fragen der Zertifizierung, Standardisierung, Massenbilanzierung und Ökobilanzierung chemischer Recyclingverfahren.
  • In Forschung, Entwicklung und kommerzieller Erprobung bedarf es der Unterstützung, insbesondere bei der Einrichtung von Demonstrationsanlagen und Reallaboren.
  • Investitionen in Anlagen für das chemische Recycling sollten mittels Klimaschutzdifferenzverträgen (CCfD) angereizt werden, die sowohl Betriebs- als auch Investitionskosten adressieren.

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Kontakt

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

 Julian Jakob

Kontaktperson

Julian Jakob

Rohstoffpolitik, Zirkuläre Wirtschaft