VCI startet Dialogreihe zur modernen Landwirtschaft

Themen, die alle betreffen

Startschuss für die neue Dialogreihe des VCI: Anfang September drehte sich in einem Restaurant im Deutschen Bundestag alles rund um Artenvielfalt und Biodiversität. Im Fokus stand die Frage, wie sie erfolgreich erhalten und gefördert werden könnten.

Biodiversität und Artenvielfalt sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben, aber speziell für die Landwirtschaft von besonderer Relevanz. - Foto: © Sasa Prudkov/shutterstock
Biodiversität und Artenvielfalt sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben, aber speziell für die Landwirtschaft von besonderer Relevanz. - Foto: © Sasa Prudkov/shutterstock

Biodiversität, Artenvielfalt und Landwirtschaft sind derzeit viel diskutierte Themen. Sie standen daher auch beim Auftakt der VCI-Dialogreihe zur modernen Landwirtschaft im Mittelpunkt. Unter der Schirmherrschaft des ehemaligen Bundeswissenschaftsministers Prof. Heinz Riesenhuber diskutierten Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik über aktuelle Herausforderungen.

Zur Eröffnung unterstrich der scheidende VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann die zentrale Bedeutung der modernen Landwirtschaft für den weltweiten Wohlstand. Sie habe eine Schlüsselfunktion – insbesondere im Bereich Ernährung. Ihre Aufgabe sei aber auch der Erhalt der Artenvielfalt und Biodiversität. Deshalb sei es dem VCI ein Anliegen, eine Plattform für den offenen Austausch zu bieten.

Impulsvortrag von Prof. Josef Settele: Die weltweite Veränderung und Zerstörung von Ökosystemen sei beunruhigend. - Foto:
Impulsvortrag von Prof. Josef Settele: Die weltweite Veränderung und Zerstörung von Ökosystemen sei beunruhigend. - Foto: © Bildschön
Prof. Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung stellte zunächst die zentralen Ergebnisse einer globalen Studie des Weltbiodiversitätsrates der Vereinten Nationen zum Zustand der Biodiversität und der Ökosystemleistungen vor. Sie mache deutlich, dass die Ökosysteme über weite Strecken verändert oder gar zerstört werden. Dieser Trend sei beunruhigend, so Settele. Nachhaltigkeitsziele müssten mit mutigen und raschen Entscheidungen angegangen werden.

Dies forderte auch Christoph Heinrich vom WWF Deutschland. Dabei präge die Landwirtschaft das Bild unseres Landes. Die Art, wie Felder und Wiesen bewirtschaftet werden, könne niemandem egal sein. Sie beeinflusse die Lebensqualität und habe entscheidenden Einfluss auf die Artenvielfalt. Über staatliche Zuschüsse investiere die Gesellschaft viel in die Landwirtschaft. Es sei ausreichend Geld im System, um eine Bewirtschaftung zu entwickeln, die zugleich den Interessen von Bauern, Natur und Verbrauchern diene.

Landwirtschaft und Biodiversität

Helmut Schramm vom Industrieverband Agrar (IVA) erklärte, dass allein durch einen Verzicht auf chemischen Pflanzenschutz der Rückgang der Insektenpopulation nicht aufgehalten werden könne. Er sprach sich für mehr amtliche Beratung und Fördermittel aus. Zudem könnten Innovationen im Bereich Pflanzenschutz, Pflanzenzüchtung und Digitalisierung einen erheblichen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt und Biodiversität leisten. Die frisch veröffentlichte „Perspektive Pflanzenbau: 15-mal mehr Nachhaltigkeit“ des IVA zeige, dass produktive Landwirtschaft und der Schutz der Biodiversität miteinander vereinbar sind.

Dieser Einschätzung folgte auch Udo Hemmerling vom Deutschen Bauernverband. Der Erhalt der Artenvielfalt sei für die Landwirtschaft von hoher Relevanz. Gleichzeitig müsse die ökonomische Perspektive betrachtet werden. Schließlich müssen Landwirte, die Biodiversität fördern, auch wirtschaftlich handeln. Hemmerling betonte, wie wichtig eine „vernünftige Ausrichtung der grünen Architektur“ in der Agrarpolitik ist.

Trotz bisweilen auseinandergehender Positionen waren sich alle Teilnehmer einig, dass der Dialog fortgeführt werden müsse. Die Problemlösung sei letztlich eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Dieser Artikel ist im chemie report 10/2019 erschienen.

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Michael Henning

E-Mail: henning@berlin.vci.de