VCI-Position kompakt

Zirkuläre Wirtschaft

Die chemische Industrie befindet sich auf dem Weg zu einer zirkulären Wirtschaftsweise, die Ressourcen entlang des gesamten Lebenswegs chemischer Produkte schont. Das gelingt durch effizienten Material- und Energieeinsatz in der Produktion sowie durch die Schonung von Ressourcen bei der Anwendung und die sinnvolle Verwertung nach dem Gebrauch der Produkte.

Im Kern geht es darum, den Grundbaustein Kohlenstoff „im Kreis“ zu führen und damit den Ausstoß von CO2-Emissionen zu reduzieren. Zirkuläre Wirtschaft ist also konkreter Klimaschutz. Auch die Politik hat dies erkannt: Unter anderem hat die Europäische Kommission im März 2020 einen neuen Aktionsplan zur Förderung der Kreislaufwirtschaft vorgelegt.

Chemische Produkte tragen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zur zirkulären Wirtschaft und damit zur Lösung vieler Herausforderungen bei: Unter anderem werden durch den Einsatz dünnerer oder leichterer Materialien Ressourcen gespart. Zudem erhöhen innovative chemische Produkte die Anwendungsdauer vieler Produkte. Durch den Einsatz in Technologien zur Erzeugung erneuerbarer Energien tragen sie indirekt zum Klimaschutz bei. Und nach ihrem Gebrauch können viele Produkte durch moderne Recyclingverfahren in die Wertschöpfungskette zurückgeführt werden.

Die chemische Industrie in Deutschland hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt: Bis spätestens 2050 will die Branche treibhausgasneutral sein. Um das zu erreichen, werden der Ausbau des Recyclings und der Einsatz alternativer Rohstoffe vorangetrieben. Zum klassischen mechanischen Recycling werden ergänzend weitere Verfahren entwickelt, zum Beispiel das chemische Recycling oder die direkte Verwendung von CO2. Durch den Einsatz recycelter Kunststoffe, nachwachsender Rohstoffe und alternativer Rohstoffe wie CO2 trägt die chemische Industrie zur Sicherung der Rohstoffversorgung bei. Diese Rohstoffe können durch ein nachhaltiges Produktdesign, das neben der Recyclingfähigkeit auch den Einsatzzweck und den Materialeinsatz berücksichtigt, eingesetzt werden. Dieses ganzheitliche Design ist ein großer Beitrag zum Schutz natürlicher Ressourcen.

DAFÜR SETZT SICH DER VCI EIN

  • Impulse für Innovation und Entwicklung
    Die Transformation zur zirkulären Wirtschaft wird nur gelingen, wenn neue Technologien und Investitionen in Forschung und Entwicklung gefördert werden und somit Wettbewerbsvorteile für die Unternehmen entstehen. Innovative Technologien wie das chemische Recycling müssen als Teil der Lösung anerkannt werden.
  • Ganzheitliche Betrachtung des Produktlebenszyklus
    Die Nachhaltigkeit von Produkten und Materialien muss über deren gesamten Lebenszyklus betrachtet und darf nicht nur anhand ihrer Recyclingfähigkeit nach dem Gebrauch bewertet werden. Auch die Gesamtperformance und die Materialeinsparung müssen berücksichtigt werden.
  • Stärkung des EU-Binnenmarkts für sekundäre Rohstoffe
    Ein Binnenmarkt für Sekundärrohstoffe (Rezyklate) muss durch marktwirtschaftliche statt ordnungsrechtliche Anreize angetrieben werden. Dazu gehört eine sofortige Umsetzung des Deponieverbots für Kunststoffabfälle auf EU-Ebene, denn auch Abfälle sind eine wertvolle Ressource, um den Markt mit Sekundärrohstoffen zu versorgen. Daher bedarf es EU-weiter Mindeststandards für Sekundärrohstoffe, um die hohen Ansprüche an innovative Produkte zu erfüllen. Nationale Quoten sind ungeeignet.

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Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Julian Jakob

E-Mail: jakob@vci.de