03. Juni 2026 | Position
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VCI Position kompakt - Kreislaufwirtschaft
PDF | 99 kB | Stand: 03. Juni 2026
Um treibhausgasneutral zu werden, stellt die chemisch pharmazeutische Industrie ihre Energiequellen um und defossilisiert ihre Rohstoffbasis. Zirkuläres Wirtschaften stellt dabei ein wichtiges Erfolgselement dar. Die Erzeugnisse der Branche ermöglichen langlebige und leichtere Produkte sowie Klimaschutz in diversen Anwendungen – weit über die Chemie hinaus.
All das muss bei der Bewertung der Nachhaltigkeit von Produkten neben deren Recyclingfähigkeit berücksichtigt werden. Hinzu kommt: Durch innovative Verfahren aus der Chemie können immer mehr Rohstoffe im Kreis geführt werden. Das schont Ressourcen und reduziert den Einsatz fossiler Rohstoffe, was gerade für eine nachhaltige Produktion und Verwendung von Kunststoffen entscheidend ist.
Im Fokus der Politik – aber noch zu unambitioniert
Die EU-Kommission widmet sich mit ihrem Circular Economy Act, der 2026 umgesetzt werden muss, der Kreislaufwirtschaft. Sie möchte damit einen wichtigen Impuls für die Resilienz Europas setzen. Schwerpunkte sind besseres Recycling von Elektronikschrott, die Beseitigung rechtlicher Hindernisse für Sekundärmaterialien, um aus Abfall schneller wieder Rohstoffe zu generieren, sowie die Stärkung der erweiterten Herstellerverantwortung. Mit dem Aktionsplan zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) hat die Bundesregierung einen Katalog mit Sofortmaßnahmen vorgelegt, um Teile der Strategie von 2024 kurzfristig umzusetzen. Darin werden zwar wichtige Themen wie Innovation, Digitalisierung und Versorgungssicherheit adressiert. Doch es fehlt ein klarer Fahrplan, wie Deutschland die Kreislaufwirtschaft konkret voranbringen will. Priorisierungen und verbindliche Maßnahmen bleiben aus, sodass Unternehmen keine Planungssicherheit erhalten. Besonders bei der öffentlichen Beschaffung werden Chancen verschenkt: Ohne klare Zielvorgaben für den Einsatz von Recyclingmaterialien kann der Staat seine Rolle als Treiber für zirkuläre Produkte nicht ausfüllen. Darüber hinaus braucht es konkrete Einsatzquoten für Rezyklate aus chemischen Recyclingverfahren, um europäische Vorgaben für das Recycling überhaupt erfüllen zu können.
Chemisches Recycling als Chance
Um Kunststoffe möglichst oft stofflich zu verwerten, statt sie zu verbrennen, muss die gesamte Bandbreite technologischer Lösungen gefördert werden. Wo mechanisches Recycling an seine Grenzen stößt, können lösemittelbasierte Verfahren und chemisches Recycling die Kreisläufe schließen. Das eröffnet Potenziale, erweitert die Rohstoffbasis und reduziert Abhängigkeiten – eine Win-win-Situation für mehr Klimaschutz und Resilienz am Standort Deutschland. Doch ohne passenden regulatorischen Rahmen verpufft diese Chance. Fortschritte sind auf nationaler Ebene mit dem neuen Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz sichtbar. Doch EU-weit fehlt weiterhin die Anerkennung der Massenbilanzierung.
Global zu lösen: Kunststoffabfälle in der Umwelt
Kunststoffe sind unverzichtbar für moderne Anwendungen, zum Beispiel in der Medizin und im Klimaschutz, doch ihre Abfälle können die Umwelt belasten. Um die vielen Vorteile zu erhalten und Belastungen zu vermeiden, muss der Umgang nachhaltiger werden. Die chemisch-pharmazeutische Industrie unterstützt ein globales Abkommen, das Plastikverschmutzung bis 2040 beenden soll. Der Schlüssel dafür ist der Ausbau der Kreislaufwirtschaft – von Vermeidung über Sammelsysteme bis zur Wiederverwertung.
DAFÜR SETZT SICH DER VCI EIN
- Grundlagen für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft schaffen
Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft erfordert einen starken Markt für Rezyklate, gefördert durch technologieneutrale Rezylateinsatzquoten, nachhaltiges Produktdesign und einen EU-Binnenmarkt mit gemeinsamen Standards. - Technologieoffenheit und Innovation als Schlüssel für mehr und besseres Recycling anerkennen
Die Anerkennung aller Recyclingverfahren und die Etablierung des Massenbilanzverfahrens, um Rezyklatanteile transparent nachzuweisen, schaffen die nötige Rechtssicherheit für Investitionen in innovative Verfahren. - Globales Abfallproblem durch weltweiten Ausbau der Kreislaufwirtschaft lösen
Kunststoffe sind für viele Schlüsselanwendungen des modernen Lebens unabdingbar. Globale Abkommen zur Reduzierung von Kunststoffabfällen in der Umwelt sollten deshalb auf den Ausbau der Kreislaufwirtschaft statt auf pauschale Produktionsbegrenzungen setzen.
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