VCI-Position kompakt

Zirkuläre Wirtschaft

18. Januar 2022 | Position

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Die chemische Industrie möchte treibhausgasneutral werden. Ein wichtiger Baustein dabei ist die zirkuläre Wirtschaft. Es geht darum, Ressourcen entlang des gesamten Lebenswegs eines Produkts und damit an möglichst vielen Stellen zu sparen. Das gelingt durch effizienten Material- und Energieeinsatz in der Produktion.

Zudem können Produkte aus der Chemie entlang der gesamten Wertschöpfungskette zur Ressourcenschonung beitragen: Ihr Einsatz ermöglicht leichtere und langlebigere Produkte, und in Technologien zur Erzeugung erneuerbarer Energien tragen sie indirekt zum Klimaschutz bei. Nach ihrer Nutzung können schließlich immer mehr Produkte durch moderne Recyclingverfahren im Kreis geführt werden.

Die Kreislaufwirtschaft ist wichtiger Bestandteil der politischen Agenda auf EU-Ebene und in Deutschland. So hat die Europäische Kommission im März 2020 einen neuen Aktionsplan zur Förderung der Kreislaufwirtschaft vorgelegt, die unter anderem für 2022 eine Initiative für nachhaltige Produktpolitik vorsieht. Auch die Bundesregierung hat eine eigene Kreislaufwirtschaftsstrategie angekündigt.

Um Kreisläufe vollständig zu schließen, sind neben dem klassischen Recycling weitere Lösungen gefragt. Die chemische Industrie arbeitet deshalb an unterschiedlichen innovativen Technologien. Neben einer Verbesserung des bestehenden Recyclings und der Sortiertechnologien bietet zum Beispiel das chemische Recycling großes Potenzial – denn bei gemischten und verschmutzten Plastikabfällen stößt das mechanische Recycling an seine Grenzen. Daher werden diese Abfälle bisher überwiegend zur Energiegewinnung genutzt. Die Kombination der Verfahren gewährleistet eine hohe Qualität der Rezyklate, die für ihren möglichst breiten Wiedereinsatz unabdingbar ist. Nur so können die hohen EU-Recyclingquoten erfüllt werden.

Durch den Einsatz recycelter Kunststoffe, nachwachsender Rohstoffe und perspektivisch auch alternativer Rohstoffe wie CO₂ kann die chemische Industrie ihren Kohlenstoffkreislauf vollständig schließen. So möchte sie ihre Klimaschutzziele erreichen und unabhängiger von Rohstoffimporten werden. Diese Rohstoffe können dann durch nachhaltiges Produktdesign, das neben der Recyclingfähigkeit auch den Einsatzzweck berücksichtigt, mehrfach eingesetzt werden.

DAFÜR SETZT SICH DER VCI EIN

  • Entwicklung von innovativen Technologien voranbringen
    Die zirkuläre Wirtschaft wird nur gelingen, wenn neue Technologien zur Kreislaufführung gefördert werden. Einerseits sind dafür Investitionen in Forschung und Entwicklung notwendig. Andererseits müssen auch Verfahren wie das chemische Recycling in der Gesetzgebung technologieoffen anerkannt werden.
  • Nachhaltiges Produktdesign fördern
    Anforderungen an die Gestaltung von neuen Produkten sollten so definiert werden, dass sowohl ihr Nutzen in der Anwendung als auch ihre Recyclingfähigkeit berücksichtigt werden. Dieses ganzheitliche Design trägt zu allen Aspekten der Nachhaltigkeit bei.
  • Rezyklateinsatz stärken
    Die Stärkung des Einsatzes von Rezyklaten hängt von mehreren Faktoren ab: Vom Ausbau und der Optimierung der Sammel- und Sortiersysteme in der gesamten EU, von Technologieoffenheit bei der Anerkennung von Recyclingverfahren, von einheitlichen Mindeststandards für Rezyklate und von der Durchsetzung eines EU-weiten und einheitlichen Deponieverbots für Plastikabfälle. Dabei sind nationale Rezyklateinsatzquoten ungeeignet, und produktspezifische Quoten sollten europaweit vereinheitlicht werden.

Kontakt

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

 Julian Jakob

Kontaktperson

Julian Jakob

Rohstoffpolitik, Zirkuläre Wirtschaft