VCI-Position kompakt

Digitalisierung

09. Januar 2023 | Position

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Das Umfeld für Industrieunternehmen verändert sich rasant. Dabei stellt nicht nur die aktuelle Gas- und Energiekrise die Branche vor Herausforderungen. Auch die digitale und zirkuläre Transformation ist in vollem Gange. Für die Chemie- und Pharmaunternehmen ergeben sich daraus Chancen durch Effizienzpotenziale, neue Geschäftsfelder und eine bessere Vernetzung in der Lieferkette.

Zugleich haben nachhaltiges Wirtschaften und nachhaltiger Konsum an Bedeutung gewonnen. Diese „doppelte Transformation“ verändert die Industriestrukturen fundamental. Die chemisch-pharmazeutische Industrie hat dabei den Anspruch, mit ihren Innovationen entscheidend zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen.

Digitalisierung für die Chemie von morgen

Im Zuge der Transformation verändern die Unternehmen ihre Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle schrittweise und gleichzeitig grundlegend. Die Verknüpfung von Produkten mit Dienstleistungen ist dabei ein Schlüssel für zusätzliche Wertschöpfung. Digitalisierung bedeutet neben der Nutzung von internen und externen Daten zur Optimierung der betrieblichen Prozesse auch die Entwicklung neuer, digitaler Geschäftsmodelle. Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz wird intensiv vorangetrieben. Die Unternehmen entwickeln außerdem zukunftsorientierte Lösungen für eine nachhaltige Wirtschaftsweise. Die Branche investiert jedes Jahr einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag in ihre Digitalisierung. Hinzu kommen jährlich mehr als 13 Milliarden Euro allgemeine Forschungsausgaben für Innovationen in unterschiedlichsten Facetten.

Die Branche wandelt sich schrittweise vom Materiallieferanten zum Lösungs- und Serviceanbieter. Bis 2050 hat sie sich einiges vorgenommen: Sie will treibhausgasneutral sein und ohne fossile Rohstoffe auskommen, ohne dass ihr Einsatz für nachhaltiges Wachstum und Wohlstand in Deutschland nachlässt.

Industriepolitischer Rückenwind notwendig

Die Chemie- und Pharmabranche geht trotz der aktuellen Krise die an sie gestellten hohen Anforderungen umfassend an. Ein Paradigmenwechsel ist aber auch auf die Unterstützung durch industriepolitische Maßnahmen angewiesen. Denn ein Strukturwandel gelingt nur in einem gesetzlichen Umfeld, das neue Produkte, Dienstleistungen sowie Investitionen fördert statt behindert. Darüber hinaus drängt die Vollendung des europäischen digitalen Binnenmarkts: Nur dieser stellt bei digitalen Zukunftstechnologien ein Gegengewicht zu den USA und China dar, die in vielen innovativen Technologien heute die Spitzenpositionen einnehmen.


DAFÜR SETZT SICH DER VCI EIN

  • Digitale Entwicklungen weiter vorantreiben
    Die öffentliche Hand sollte den Ausbau der technischen Infrastruktur sowie die digitale Bildung effizient fördern. Datenanalyse und künstliche Intelligenz dürfen künftig kein reines Arbeitsfeld für darauf spezialisierte Personen mehr sein, sondern müssen früh in den Lehrplänen verankert werden. Spätestens bis 2025 muss die Telekommunikationsinfrastruktur flächendeckend ausgebaut sein. Dies gilt sowohl für Festnetz auf Basis von Glasfaser als auch für 4G/5G-Mobilfunk. Parallel ist der Aufbau eines leistungsfähigen Sicherheitsnetzwerks in Deutschland und Europa zwischen Behörden, Unternehmen und Forschung zu bewerkstelligen. Dies ist vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen wichtiger denn je.
  • Strukturen schaffen, in denen sich Digitalisierungspotenziale voll entfalten können
    Die Politik sollte mehr Impulse setzen, indem sie die Digitalisierung mit effizienter Regulierung unterstützt. Ein Zwang zum Datenaustausch, wie aktuell von der EU-Kommission vorgesehen, gehört nicht dazu. Notwendig sind hingegen Regeln für einen rechtssicheren internationalen Datenaustausch. Gleichzeitig darf Datenschutz die Entwicklung endkundenorientierter, individualisierter Geschäftsmodelle nicht hemmen.
  • Neue Technologien verantwortungsvoll regulieren
    Technologien wie zum Beispiel Künstliche Intelligenz stehen erst am Anfang ihrer Entwicklung. Ihr Erfolg hängt stark von einem innovationsfreundlichen Umfeld ab. Eine Regulierung sollte über nationale Grenzen hinweg abgestimmt sein, damit es nicht zu lokalen Wettbewerbsnachteilen kommt. Es muss verhindert werden, dass zukünftige Geschäftsmodelle oder Innovationen durch aktuelle Regulierungsinitiativen beschnitten werden.

Kontakt

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Dipl.-Volksw. Christian Bünger

Kontaktperson

Dipl.-Volksw. Christian Bünger

Digitalpolitik, Digitalisierung