Business Worldwide: Wirtschaftliche Lage weltweit im 2. Quartal 2022

Bremswirkungen auf den globalen Chemiemärkten

14. September 2022 | Bericht

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In der Weltwirtschaft zeigten sich im zweiten Quartal deutliche Bremsspuren – insbesondere in den großen Volkswirtschaften USA, China und Deutschland. Die Ursachen waren allerdings unterschiedlich. Während in Deutschland vor allem die Energiekrise und die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine die Wirtschaft bremsten, belasteten in den USA die hohe Inflation und in China die Corona-Politik die wirtschaftliche Entwicklung. Wie sich Gesamtwirtschaft und Industrie in wichtigen Ländern entwickelten und welche Perspektiven sich ergeben, geht aus der aktuellen Business Worldwide hervor.

Business Worldwide - Wirtschaftliche Lage im 1. Quartal 2021 und Prognosen für das Gesamtjahr 2021 © (c) Michael Nivelet - Fotolia.com
Business Worldwide - Wirtschaftliche Lage im 1. Quartal 2021 und Prognosen für das Gesamtjahr 2021 © (c) Michael Nivelet - Fotolia.com

Stärker als in der Gesamtwirtschaft machten sich die Bremseffekte in der Industrie bemerkbar. Die globale Industrieproduktion ging zurück – vor allem aufgrund der Entwicklung in China. Im Zuge der scharfen Corona-Maßnahmen, der Immobilienkrise und Stromrationierungen brach die dortige Industrieproduktion ein. In Europa ließen hohe Energie- und Rohstoffpreise die Produktion nur noch wenig zulegen – in Deutschland wurde sie sogar deutlich gedrosselt. Die US-Industrie konnte dagegen weitgehend unbehelligt von Kostensteigerungen bei Vorprodukten die vorhandene Nachfrage bedienen.

Hohe Kosten auf der einen Seite und eine abnehmende Nachfrage auf der anderen Seite führten zu einer Drosselung der globalen Chemie- und Pharmaproduktion. Produktionsprobleme schlugen sich insbesondere in China und Deutschland nieder und ließen die Produktion einbrechen. In China aufgrund der Produktionsbehinderungen in Folge der Lockdowns. In Deutschland als direkte Folge der massiv gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten, was die Produktion einiger Anlagen unrentabel werden ließ.

Ausblick: Trübe Aussichten bei hoher Unsicherheit

Die Aussichten sind für alle Regionen verhalten. Das globale Bruttoinlandsprodukt dürfte in diesem Jahr mit einer Rate von deutlich unter drei Prozent wachsen. Für nächstes Jahr gehen wir weltweit von einer weiteren Abschwächung aus. Die Energiekrise, der Mangel an Chips und Material sowie die hohen Rohstoffkosten werden die Produktionsmöglichkeiten einschränken. Die Inflation, steigende Zinsen und eine insgesamt unsichere Lage bremsen Konsum und Investitionen. Hinzu kommen die gestiegenen geopolitischen Risiken. In Summe dürften diese Entwicklungen zu deutlich geringeren Wachstumsraten der Gesamtwirtschaft und zu einer insgesamt schwachen Industrieproduktion führen.

Service

Alle Daten und Fakten zur Entwicklung in wichtigen Ländern sowie Prognosen für 2022 und 2023 für Gesamtwirtschaft und Industrie finden Sie in der aktuellen „Business Worldwide“ des VCI im Downloadbereich dieser Webseite.

Kontakt

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Dipl.-Volksw. Christiane Kellermann

Kontaktperson

Dipl.-Volksw. Christiane Kellermann

Konjunktur, Investitionen & Innovationen, Energie & Klima