Business Worldwide: Wirtschaftliche Lage weltweit im 1. Quartal 2022

Erhöhte Unsicherheit auf Chemiemärkten

02. Juni 2022 | Bericht

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Die Dynamik der Weltwirtschaft schwächte sich im ersten Quartal ab. Das Zurückfahren von Corona-Maßnahmen führte zwar vielerorts zu einer Belebung. Dagegen bremsten Lieferengpässe und hohe Energie- und Rohstoffkosten das Wachstum in der Industrie und im Baugewerbe. Durch den Krieg in der Ukraine verschärften sich diese Probleme und auch die Aussichten trübten sich ein. Wie sich Gesamtwirtschaft und Industrie in wichtigen Ländern entwickelten und welche Perspektiven sich für 2022 ergeben, geht aus der aktuellen Business Worldwide hervor.

Business Worldwide - Wirtschaftliche Lage im 1. Quartal 2021 und Prognosen für das Gesamtjahr 2021 © (c) Michael Nivelet - Fotolia.com
Business Worldwide - Wirtschaftliche Lage im 1. Quartal 2021 und Prognosen für das Gesamtjahr 2021 © (c) Michael Nivelet - Fotolia.com

Die globale Industrie legte zu Jahresbeginn erneut kräftig zu. In den USA und in weiten Teilen Asiens konnte die Produktion deutlich ausgeweitet werden. Dagegen wurde in Europa die Industrieproduktion durch den Beginn des Krieges in der Ukraine bereits gebremst. Produktionsprobleme bestanden allerdings überall. Die Kosten stiegen aufgrund der Materialengpässe und teurer Logistik – in Europa kamen noch sprunghaft steigende Energiepreise und die Sorge um die Versorgungssicherheit hinzu.

Die globale Chemie- und Pharmaindustrie konnte – vor allem wegen der hohen Dynamik in China – insgesamt gut ins neue Jahr starten. Demgegenüber blieb die Dynamik im restlichen Asien und in Amerika verhalten. Das gute Pharmageschäft verhalf der Branche in Europa zu einem Plus, während die EU-Chemie aufgrund der hohen Energie- und Rohstoffkosten bereits die Produktion drosselte.

Ausblick: Geringe Dynamik - hohe Unsicherheit

Die Wachstumsaussichten haben sich durch den Krieg in der Ukraine deutlich eingetrübt. Höhere Energie- und Rohstoffpreise treiben die bereits nahezu überall hohe Inflation zusätzlich an. Dies führt zu Reallohnverlusten und einer sinkenden Kaufkraft. Das dämpft den Konsum. Zudem erhöhen die Notenbanken die Leitzinsen und bremsen so die Investitionen. Produktionshemmnisse bestehen fort, da zu den Auswirkungen der Sanktionen gegen Russland auf Transportzeiten und Produktionsketten noch Logistikprobleme durch die Lockdowns in China hinzukommen. Daher dürften Lieferengpässe die Produktionsmöglichkeiten weiter hemmen. Auf der anderen Seite sind die Auftriebskräfte durch den Wegfall von Corona-Restriktionen noch beträchtlich. In Summe dürften diese gegenläufigen Entwicklungen aber zu deutlich geringeren Wachstumsraten der Gesamtwirtschaft und zu einer schwachen Industrieproduktion führen. In diesem Umfeld bekommt insbesondere die europäische Chemie zunehmend Probleme.

Service

Alle Daten und Fakten zur Entwicklung in wichtigen Ländern sowie Prognosen für 2022 für Gesamtwirtschaft und Industrie finden Sie in der aktuellen „Business Worldwide“ des VCI im Downloadbereich dieser Webseite.

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Dipl.-Volksw. Christiane Kellermann

Kontaktperson

Dipl.-Volksw. Christiane Kellermann

Konjunktur, Investitionen & Innovationen, Energie & Klima