VCI-Mitgliederbefragung zur wirtschaftlichen Lage

Ukraine-Krieg verschärft Produktionsprobleme - Umsatzerwartungen brechen ein

22. März 2022 | Bericht

Durch den russischen Einmarsch in der Ukraine wurden die Hoffnungen auf eine wirtschaftliche Erholung der Branche zunichte gemacht. Steigende Energie- und Rohstoffpreise, Engpässe bei Vorprodukten und Probleme in der Logistik belasten die Produktion und das Chemiegeschäft, wie die Ergebnisse der aktuellen VCI-Mitgliederumfrage zeigen. Die Unternehmen erwarten mehrheitlich Umsatzrückgänge.

- Bild: © Andrey Popov / stock.adobe.com
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Am Jahresanfang gab es ein paar Hoffnungsschimmer für eine Erholung des Chemiegeschäfts in ruhigerem Fahrwasser: Lockerungen der Corona-Auflagen waren für das Frühjahr angekündigt, eine Abnahme der Störungen der Lieferketten und der Logistik waren für den Jahresverlauf erwartet worden und auch bei den Energiepreisen gab es vorsichtige Zeichen einer leichten Entspannung. Die Erwartungen der Unternehmen für die Umsatzentwicklung in 2022 waren überwiegend positiv.

Diese Einschätzung hat sich mit Beginn des Krieges in der Ukraine fundamental gewandelt. Nach unserer Blitzumfrage in Mitgliedsunternehmen rechneten im März nun 54 Prozent mit einem Rückgang von Umsatz und Produktion für 2022. Der durch den Krieg ausgelöste massive Anstieg der Energiepreise belastet vor allem die energieintensiven Teile der deutschen Wirtschaft.

Steigende Energiekosten belasten die Unternehmen zunehmend - finanzieller Spielraum schwindet

Laut unserer Mitgliederbefragung von Ende Februar litten 60 Prozent der Chemieunternehmen erheblich unter einer starken Beeinträchtigung ihres Geschäfts durch hohe Energiepreise. Aktuell sind es jetzt 70 Prozent. Mit Absicherungsverträgen und veränderten Lieferkonditionen versuchen die Unternehmen, sich Luft zu verschaffen.

Stark steigende Energiepreise sind aber nicht das einzige Problem. Hinzu kommen Störungen der Lieferketten, Logistikengpässe und Materialmangel. Knapp 60 Prozent der Unternehmen klagten Ende Februar über eine starke Beeinträchtigung ihres Geschäfts durch fehlende Vorprodukte. Durch den Ukraine-Krieg nehmen die Störungen rund um die Lieferketten wieder zu. Nach unserer Blitzumfrage hat sich der Anteil der stark betroffenen Unternehmen aktuell auf 80 Prozent erhöht.

Dabei schwindet der finanzielle Spielraum unserer Unternehmen mehr und mehr: 85 Prozent der Befragten berichten, dass sie steigende Produktions- und Beschaffungskosten entweder gar nicht oder nur zum Teil weitergeben können. Dies führte bereits vereinzelt zu Produktionsverschiebungen ins Ausland und Drosselungen einzelner Anlagen im Inland, da diese nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden konnten. Das gilt zum Beispiel für die Ammoniakproduktion.

Die vollständigen Ergebnisse der VCI-Mitgliederumfragen grafisch aufbereitet können über den Download-Bereich im Kopf dieser Seite („Ergänzende Downloads") heruntergeladen werden.

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Dipl.-Volksw. Christiane Kellermann

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Konjunktur, Investitionen & Innovationen, Energie & Klima