VCI-Mitgliederbefragung zur wirtschaftlichen Lage

Engpässe bei Vorleistungen bremsen die Branche

09. Juni 2021 | Bericht

Ergänzende Downloads

Die chemisch-pharmazeutische Industrie ist hoffnungsvoll ins Geschäftsjahr 2021 gestartet. Der Branchenumsatz legte kräftig zu. Die Produktionskapazitäten liefen in weiten Teilen des Chemiegeschäftes unter Volllast. Allerdings hat der Aufschwung auch seine Schattenseiten. Zuletzt mehrten sich die Probleme auf der Angebotsseite. Engpässe bei Materialien und Vorprodukten, Probleme in der Logistik und die Einschränkungen bei den Dienstreisen bremsen die Dynamik des Aufschwungs. Dies ergab eine aktuelle Umfrage unter VCI-Mitgliedsunternehmen.

- Bild: © Andrey Popov / stock.adobe.com
- Bild: © Andrey Popov / stock.adobe.com

Die Erholung der Industriekonjunktur im In- und Ausland lässt die Nachfrage nach chemischen Erzeugnissen weiter steigen. 60 Prozent der Unternehmen profitieren davon und konnten im ersten Quartal 2021 Umsatzzuwächse verbuchen. Überstanden ist die Krise aber noch nicht. Geschlossene Geschäfte, Hotels und Gaststätten sowie Produktionsprobleme bei Kunden bremsen in Teilen das Chemiegeschäft. Dementsprechend mussten immer noch gut ein Viertel der Chemieunternehmen im ersten Quartal des Jahres rückläufige Umsätze verbuchen.

Probleme verlagern sich auf die Angebotsseite

Die Behinderungen im Geschäftsbetrieb der Chemie- und Pharmaunternehmen haben sich inzwischen gewandelt: War es im vergangenen Jahr noch der Auftragsmangel, der Geschäfte verhinderte, bremsen heute vor allem Engpässe bei den Vorleistungen die Betriebsabläufe.

Fast jedes zweite Unternehmen sieht seine Betriebsabläufe durch die Engpässe bei Materialien und Vorprodukten schwer beeinträchtigt. Im Februar lag der Anteil noch bei unter 20 Prozent. 70 Prozent der Unternehmen beklagen inzwischen stark steigende Kosten bei den Vorleistungen und lange Lieferzeiten. Die Folgen für die Produktion bleiben nicht aus: Rund 22 Prozent der Unternehmen mussten bereits Produktionsdrosselungen aufgrund der Knappheiten durchführen. Vereinzelt mussten ganze Anlagen stillgelegt werden.

Hinzu kommen Probleme von Seiten der Logistik. Bereits bestehende Engpässe bei den Containerfrachtkapazitäten wurden zuletzt durch die Suez-Kanal-Sperre noch verstärkt. Dies betrifft vor allem den Handel mit Asien. Aber auch bei den übrigen Transportkapazitäten verzeichnen die Unternehmen Engpässe. Dabei waren Lieferungen an Kunden bisher weniger stark betroffen.

Ein weiterhin gravierendes Problem insbesondere für die Anbahnung neuer Kundenkontakte und die Auftragsakquise sind die Einschränkungen bei den Dienstreisen. Nahezu alle Unternehmen zeigten sich hiervon betroffen. Über 50 Prozent melden sogar eine schwere bzw. sehr schwere Störung ihrer Betriebsabläufe.

Zurück auf der Tagesordnung ist auch der Fachkräftemangel. Während die Problematik, dass Mitarbeiter aufgrund von Krankheit, Quarantäne oder Kinderbetreuung im Zuge von Corona ausfallen, zurückgeht, steigt im Zuge des Aufschwungs das Problem, Fachkräfte zu finden.

Ausblick: Erwartungen für 2021 sind positiv

Trotz aller Produktionsprobleme: Die Unternehmen sind zuversichtlich, 2021 ein Umsatzplus verbuchen zu können. 60 Prozent der Unternehmen erwarten einen Anstieg ihrer Umsätze. Insbesondere für die Umsätze außerhalb Europas sind die Unternehmen optimistisch. Rund 20 Prozent der befragten Unternehmen geht von gleichbleibenden Umsätzen aus. Der Anteil der Unternehmen, die Umsatzrückgänge erwarten, geht zurück. Aber immer noch ein Fünftel der Unternehmen ist pessimistisch für 2021.

Unternehmen unterstützen Impfkampagne

Viele Unternehmen haben bereits vor der Testpflicht, Tests in ihren umfangreichen Hygiene- und Schutzkonzepten miteinbezogen. Der zusätzliche Aufwand für die nun bestehende Testpflicht ist beträchtlich. Die Testbereitschaft der Mitarbeiter aber insgesamt hoch. Die Unternehmen sind auch bereit, die Impfkampagne zu unterstützen. 70 Prozent der Unternehmen planen, sobald dies möglich wird, ihren Mitarbeitern über den Betriebsarzt ein Impfangebot zu machen. Dabei ist insbesondere die Impfstoffbeschaffung ein limitierender Faktor. Die Planbarkeit bleibt insgesamt schwierig. Teilweise sind die Mitarbeiter auch bereits geimpft, so dass ein Angebot von Seiten des Unternehmens nicht mehr sinnvoll ist.

Die vollständigen Ergebnisse der VCI-Mitgliederumfragen grafisch aufbereitet können über den Download-Bereich im Kopf dieser Seite („Ergänzende Downloads") heruntergeladen werden.

Kontakt

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Dipl.-Volksw. Christiane Kellermann

Kontaktperson

Dipl.-Volksw. Christiane Kellermann

Innovationen, Konjunktur, Branchen und Märkte, Investitionen