26. Juni 2026 | Pressemitteilung
Das Schlaglicht Chemie & Pharma beleuchtet monatlich die wirtschaftliche Lage der Branche.
Die deutsche Pharmaindustrie gerät zunehmend unter Druck. Die aktuellen Zahlen verdeutlichen: Auftragseingänge, Produktion und Umsatz liegen unter Vorjahr. Insbesondere die Geschäfte auf den wichtigen Auslandsmärkten laufen schleppend. Gleichzeitig ist die Kostenbelastung am Standort Deutschland hoch. Die Lage wurde von den Unternehmen in den vergangenen Monaten mehrheitlich negativ beurteilt. Auch der Blick nach vorne fällt kritisch aus: Auf dem Heimatmarkt sorgen die geplanten Einsparungen im System der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für große Unsicherheit. Beim wichtigen US-Geschäft bedroht die Handelspolitik der Trump-Regierung zunehmend die Planungssicherheit.
Das geplante GKV Beitragssatzstabilisierungsgesetz trifft die Branche schwer: Ziel der Politik ist es, die Beitragssätze kurzfristig zu stabilisieren. Doch die Ausgestaltung der Maßnahmen schwächt den Pharmastandort massiv. Ein zentraler Kritikpunkt ist der geplante dynamische Herstellerabschlag für innovative Arzneimittel. Dieser konterkariert mit Ansage die dringend benötigte Planungssicherheit der Unternehmen und die Versorgungssicherheit der Patienten. In Kombination mit weiteren Belastungen – etwa Rabattverträge im Patentmarkt oder verschärfte Preis-Mengen-Regelungen – verschlechtert sich die Erlössituation der Pharmaunternehmen am Standort Deutschland weiter. Zudem wird die Planbarkeit von Investitionen eingeschränkt und die Markteinführung innovativer Therapien verhindert. Man muss es deutlich sagen: Durch die Reform wird der Pharmastandort Deutschland weiter an Boden verlieren.
Die internationale Entwicklung verschärft die Lage zusätzlich: Die US-Regierung hat eine Untersuchung gegen Deutschland im Pharmabereich eingeleitet. Hintergrund ist der Vorwurf, innovative Arzneimittel würden hierzulande systematisch zu niedrig vergütet. Damit bleibt die deutsche Arzneimittelpolitik weiter zentraler Gegenstand handelspolitischer Auseinandersetzungen.
VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup kommentiert: „Pharma ist einer der wichtigsten Innovationsmotoren Deutschlands. Ausgerechnet jetzt sendet die Politik das falsche Signal zur falschen Zeit: Statt den Pharmastandort zu stärken, verschärft sie mit dem GKV-Sparpaket den Druck auf eine Schlüsselbranche, die für die Zukunftsfähigkeit unseres Standorts steht. Gerade in geopolitisch schwierigen Zeiten müssen wir auf Versorgungssicherheit und Resilienz setzen. Nicht Unternehmen und Produktion ins Ausland drängen. Forschen und Produzieren am Standort muss sich wieder lohnen, das müssen kluge standortbezogene Regelungen sicherstellen.“
Weitere Zahlen zur Konjunktur der Branche finden Sie hier: VCI-Chemie-Barometer
Das Schlaglicht als übersichtliches PDF sowie die Ausgabe aus dem Vormonat finden Sie unten im Downloadbereich.
Downloads
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Schlaglicht Juni 2026 - Fokus Pharmaindustrie
PDF | 243 kB | Stand: 26. Juni 2026 -
Schlaglicht April 2026 - Fokus Auslandsmärkte
PDF | 300 kB | Stand: 29. April 2026
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