Biozide

EU-Kommission verabschiedet neue Leitlinie für Biozidproduktfamilien

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Mit der Biozidprodukte-Verordnung können in einem Antrag mehrere Produkte als „Produktfamilie" erfasst und zugelassen werden. Mit der neuen Leitlinie werden Regeln für die Bildung von Produktfamilien neu beschrieben, um einen klareren Rahmen für Anträge abzustecken.


Eine Biozidproduktfamilie ist gemäß BPR eine Gruppe von Biozidprodukten

  • für den gleichen Verwendungszweck,
  • mit denselben Wirkstoffen,
  • von ähnlicher Zusammensetzung mit spezifizierten Abweichungen,
  • mit ähnlichen Risikopotenzialen und von ähnlich starker Wirksamkeit.

Nach ersten Erfahrungen mit Anträgen auf Zulassung von Produktfamilien wurde von den Bewertungsbehörden die Notwendigkeit gesehen, die Bildung von Produktfamilien zu begrenzen. Hintergrund hierfür war, dass teilweise Anträge mit sehr großen Familien eingereicht wurden, die von den Behörden als nicht zu bewerten angesehen wurden.

Mit der neuen Leitlinie "Implementing the concept of biocidal product family" soll die Umsetzung des Familienkonzeptes unterstützt werden, indem die unpräzisen Beschreibungen der BPR klar definiert werden, wobei insbesondere die Definition eines "gleichen Verwendungszwecks" von großer Bedeutung ist. Die Leitlinie enthält hierzu u.a. einen Entscheidungsbaum zur „Ähnlichkeit“ sowie verschiedene Beispiele, mit denen die Vorgehensweise bei der Bildung von Produktfamilien beschrieben wird.

Der VCI hatte während der Arbeit an der Leitlinie davor gewarnt geht, das Produktfamilienkonzept durch zu strenge Begrenzungen auszuhebeln und eine Umsetzung gefordert, die der Praxis bei den Unternehmen gerecht wird.
VCI-Position zur Zulassung von Biozidproduktfamilien