Ukraine-Krieg

Datenabfrage zu potenziellem Gasmangel

04. April 2022 | Information

Die Bundesnetzagentur bereitet eine Datenerfassung für Gaskunden/Letztverbraucher vor.

Mit einer Abfrage bei großen Gaskunden möchte die BNetzA eine Informationsgrundlage für ihre Aufgabe als Bundeslastverteiler bei einer Gasmangellage schaffen. © nmann77/stock.adobe.com
Mit einer Abfrage bei großen Gaskunden möchte die BNetzA eine Informationsgrundlage für ihre Aufgabe als Bundeslastverteiler bei einer Gasmangellage schaffen. © nmann77/stock.adobe.com

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) bereitet derzeit eine Datenerfassung für die größeren (industriellen) Gaskunden/Letztverbraucher (technische Anschlussleistung > 10 MWh/h) vor. Die Datenabfrage wird unabhängig von den laufenden Abfragen der Ferngasnetzbetreiber und der Verteilnetzbetreiber gemäß dem Leitfaden Krisenvorsorge (Formular B) erfolgen. Ziel ist die Schaffung einer aktuellen Daten- und Informationsgrundlage für die Arbeit der BNetzA als Bundeslastverteiler im Falle einer Gasmangellage (Notfall, „EnSiG-Fall“). Die Abfrage wird online erfolgen.

Die ermittelten Letztverbraucher werden angeschrieben und per Verfügung verpflichtet, an der Abfrage teilzunehmen. Es muss aber auch im Sinne der Letztverbraucher liegen, an der Abfrage teilzunehmen und der BNetzA möglichst umfangreiche Informationen als Grundlage für deren Entscheidung zur Verfügung zu stellen. Sollten keine Daten von den Letztverbrauchern geliefert werden, soll auf Daten von 2017 zurückgegriffen werden. Sollte ein Unternehmen eine Abnahmestelle mit einer technischen Anschlussleistung >10 MWh/h haben und nicht von der BNetzA für die Abfrage kontaktiert worden sein, sollte es sich mit der BNetzA in Verbindung setzen.

Zeitliche Vorgehensweise

  • Zwischen dem 21. und 28.04. erfasst die Bundesnetzagentur in einer ersten Kampagne die Letztverbraucher mit einer technischen Anschlussleistung > 10 MWh/h über die Netzbetreiber
  • Vom 02.05.bis zum 15.05. erfolgt dann die Detailabfrage bei den ermittelten Letztverbrauchern

Welche Daten sollen erfasst werden?

  • Basisinfos zu Name, Adresse (Netzanschlusspunkt), DVGW-Code, MaLo-ID, technische Kapazität) des Letztverbrauchers
  • Nutzungsmöglichkeiten alternativer Brennstoffe, Vorlaufzeiten dazu und welche Gasmengen kurzfristig (!) substituiert werden können
  • Zusätzliche Entnahmestellen < 10 MWh/h, die technisch oder prozessual mit der großen Entnahmestelle verbunden sind
  • Unterbrechbare Lieferverträge
  • Gasverwendung (Prozessgas, Raumwärme, …)
  • Versorgung geschützter Kunden (Werksfeuerwehr, Fern-/Nahwärme für geschützte Kunden)
  • Möglichkeit der Aufteilung der Gasmengen in Blöcke zur möglichst detaillierten Darstellung der Kapazitätsbedarfe für verschiedene Prozesse
  • Produzierte Güter/Dienstleistungen und soziale Relevanz
  • Erforderliche Vorlaufzeiten zur Lastreduktion (bis max. 72 Stunden)

Kontakt

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Dr. Jörg Rothermel

Kontaktperson

Dr. Jörg Rothermel

Abteilungsleitung Energie, Klimaschutz und Rohstoffe