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Industrielle Gesundheitswirtschaft

03. September 2026 | Position

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Eine hochwertige und sichere medizinische Versorgung ist kein Selbstläufer.

 © kunakorn/stock.adobe.com
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Ob Human- oder Tierarzneimittel, Diagnostika, Medizinprodukte oder Biotechnologie – in ihrer Vielfalt ist die industrielle Gesundheitswirtschaft ein Eckpfeiler der Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit am Standort. Die Branche steht für Innovationsstärke, Wertschöpfungstiefe, Standorttreue, Produktivität und hochwertige Arbeitsplätze. Gerade angesichts des grundlegend veränderten geopolitischen Umfelds gilt es, sie langfristig am Standort zu stärken: Die Unternehmen brauchen gute Rahmenbedingungen sowie Rechts- und Planungssicherheit, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und weiterhin Innovationen voranzutreiben.

Effizienz muss Vorrang vor Sparreflexen haben

Der internationale Standortwettbewerb verschärft sich zunehmend, während hohe Energie- und Arbeitskosten, überbordende Bürokratie, steuerliche Belastungen, überkomplexe Umweltauflagen aus der EU und neue US-Handelshemmnisse die Wettbewerbsfähigkeit der Pharma- und Medizintechnikindustrie in Deutschland gefährden. Dass sich Investitionen und Forschungsaktivitäten zunehmend ins Ausland verlagern, ist längst Realität geworden. Wenn Deutschland sich als Spitzenstandort für klinische Forschung und als Vorreiter eines modernen, leistungsfähigen Gesundheitssystems in Europa etablieren will, müssen Gesundheits- und Standortpolitik konsequent zusammengedacht und die Rahmenbedingungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette spürbar verbessert werden. Die politische Debatte darf nicht allein von Einsparpotenzialen dominiert sein. Tiefgreifende Strukturreformen, mit denen die Bundesregierung erhebliche Effizienzsteigerungen im System mobilisieren könnte, müssen Vorrang vor kurzfristigen Sparreflexen haben. Damit die Leistungsfähigkeit der Gesundheitsbranche langfristig gesichert und die Versorgung der Menschen insgesamt resilienter aufgestellt ist, müssen die Verantwortlichen nun entschlossen auf einen klaren Wachstumskurs umlenken.

Digitalisierung, Daten und KI entlasten das System

Für eine weiterhin exzellente Gesundheitsversorgung sind Digitalisierung und qualitativ hochwertige und vernetzte Daten für die Privatforschung zentrale Standortvorteile. Die industrielle Gesundheitswirtschaft hat in den vergangenen Jahren bereits gezeigt, welches Potenzial in digitaler Vernetzung, Prozessautomatisierung und Plattformlösungen steckt. Beschleunigte Arbeitsabläufe und Prozesse helfen bei medizinischen Entscheidungen und entlasten das Gesundheitssystem nachhaltig. Internationale Datenstandards, hohe Datenqualität und innovative Technologien sind Schlüsselkomponenten für den Digitalisierungsdurchbruch, der durch Künstliche Intelligenz beschleunigt wird. Angesichts des demografischen Wandels darf dieses Potenzial nicht ungenutzt bleiben. Die Attraktivität des Standorts darf nicht unnötig durch Rechtsunsicherheiten, Doppelregulierungen und Innovationshemmnisse gefährdet werden.

DAFÜR SETZT SICH DER VCI EIN

  • Attraktive Standortrahmenbedingungen für die industrielle Gesundheitswirtschaft
    Die industrielle Gesundheitswirtschaft ist eine strategische Schlüsselbranche und darf nicht allein als Kostenfaktor begriffen werden. Statt zusätzlicher Belastungen braucht es Strukturreformen, die Effizienzpotenziale im Gesundheitssystem heben, Innovationen fördern und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland stärken.
  • Datenverfügbarkeit und -nutzbarkeit für die forschende Industrie
    Qualitativ hochwertige und vernetzte Daten sowie deren Nutzbarkeit sind ein essenzieller Standortfaktor für forschende Pharma- und Medizintechnikunternehmen. Ziel muss der kollaborative Aufbau eines vernetzten, praxistauglichen und innovationsfördernden Gesundheitsdatenökosystems sein.
  • Mehr Tempo bei der Digitalisierung und Förderung innovativer Technologien
    Interoperabilität, harmonisierte Regeln und ein besserer Zugang zu Gesundheitsdaten entscheiden über den Erfolg der Digitalisierung im Gesundheitssystem. Dafür müssen Bürokratie abgebaut, öffentlich-private Partnerschaften gestärkt und Forschungsergebnisse schneller in medizinische Anwendungen überführt werden.
  • Angemessene und transparente Vergütung von Medizinprodukten und Labordiagnostik
    Ein verbessertes, innovationsfreundliches Zugangs- und Vergütungssystem ist ein entscheidender Hebel, um den Zugang zu Medizinprodukten und Labordiagnostik zu verbessern und eine effiziente, qualitativ hochwertige sowie zukunftsfähige Patientenversorgung sicherzustellen.

Kontakt

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

 Ninetta Steffens

Ninetta Steffens

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