Mittelstand

Einstiege in die Bioökonomie

Alle vergangenen Termine anzeigen
Einstiege in die Bioökonomie | VCI
Datum
10.03.2026
16:00 Uhr 20:00 Uhr
Veranstalter
VCI, DIB & Partner
Kontaktperson

Elina Fecher

Biotechnologie

E-Mail: elina.fecher@dib.org

Gisa Omlor

Mittelstandsbeauftragte, Einkaufskooperationen, Wahlkreisarbeit

E-Mail: omlor@vci.de

Bioökonomie als Wirtschaftsfaktor: Pragmatische Einstiege und Förderprogramme für den Mittelstand

Am 10. März fand im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie in München eine gemeinsame Veranstaltung der Bayerischen Chemieverbände, des VCI-Mittelstands, der Deutschen Industrievereinigung Biotechnologie (DIB) im VCI, des Bayerischen Wirtschaftsministeriums und des Chemie Clusters Bayern statt. Ziel war es, die Bioökonomie als strategischen Wirtschaftsfaktor für kleine und mittlere Unternehmen sichtbar zu machen und praxisnahe Einstiegswege aufzuzeigen.

Die Veranstaltung verdeutlichte, dass biobasierte Rohstoffe, biotechnologische Verfahren und innovative Produktionsprozesse längst kein Nischenthema mehr darstellen, sondern zu einem zentralen Wettbewerbs- und Transformationsfaktor für den Mittelstand werden. Die starke Resonanz mit rund 60 Teilnehmenden übertraf die Erwartungen und zeigte den hohen Bedarf an Orientierung, Austausch und konkreten Beispielen.

In seiner Keynote betonte Michael Duetsch vom Sachverständigenrat Bioökonomie Bayern die wachsende Bedeutung biobasierter Verfahren. Die Bioökonomie eröffne neue Wertschöpfungspotenziale, stärke die unternehmerische Resilienz und trage zum Klimaschutz bei. Beiträge von BMWE und StMWi gaben zudem einen Überblick über technologieoffene F&E-Programme, Investitionsförderungen und Infrastrukturangebote. Besonders hervorgehoben wurde, dass Unternehmen auf dem Weg von der Idee bis zum marktfähigen Produkt zwei „Valleys of Death“ überwinden müssen – kritische Phasen, in denen Projekte oft scheitern, weil Finanzierung, Skalierung oder regulatorische Klarheit fehlen. Die aktuellen Förderprogramme versuchen genau hier anzusetzen und dabei zu helfen, diese Lücken zu schließen und Unternehmen sicherer über diese Talstrecken zu führen. Daher würde auch betont, wie wichtig die strategische Kombination verschiedener Förderinstrumente ist.

Gleichzeitig wurde deutlich, dass finanzielle Unterstützung allein nicht ausreicht: Auch die regulatorischen Rahmenbedingungen spielen eine entscheidende Rolle für die Wettbewerbsfähigkeit der Bioökonomie. Mehrere Beiträge hoben hervor, dass überbordende Bürokratie, langwierige Genehmigungsverfahren und nicht auf biobasierte Innovationen zugeschnittene Regularien den Markteintritt zusätzlich erschweren. Wenn die Bioökonomie als echter Wirtschaftsfaktor wirken soll, müssen regulatorische Prozesse modernisiert, Verfahren beschleunigt und Hürden abgebaut werden – damit Innovationen nicht am System scheitern.

Praxisbeiträge aus Unternehmen wie BioCampus Straubing GmbH, Insempra GmbH, OxFA GmbH und der Rudolf Group zeigten, dass biobasierte Innovationen bereits industriell funktionieren und welche Faktoren den erfolgreichen Einstieg bestimmen – von ausreichender Technologiereife über frühzeitige Förderung bis hin zu unternehmerischer Entschlossenheit. Die enge Zusammenarbeit zwischen Verbänden und Ministerium machte deutlich, wie fachliche Expertise, regionaler Zugang und mittelstandspolitische Perspektive wirksam ineinandergreifen.

Die Veranstaltung zeigte abschließend, dass die Bioökonomie sich zu einem zentralen Transformations- und Wettbewerbsthema entwickelt. KMU benötigen einen strukturierten Zugang zu Förderprogrammen und Finanzmittel sowie praxisnahe Beispiele, um Einstiegshürden zu reduzieren. Gleichzeitig bleibt der Bedarf an kontinuierlichem Austausch zwischen Wirtschaft, Politik und Förderinstitutionen hoch. Die Zusammenarbeit von LV, FV und VCI-Mittelstand erwies sich dabei als wirkungsvolles Modell zur Steigerung von Reichweite, fachlicher Tiefe und Wirkung.

Veranstaltungsdokumentation

Downloads