30. März 2026 | Pressemitteilung
Sparmaßnahmen dürfen die Arzneimittelversorgung nicht schwächen. Notwendig sind tragfähige Strukturen und innovationsfreundliche Rahmenbedingungen.
- Pharmaindustrie entlastet GKV bereits mit Milliardenbeiträgen
- Ohne Strukturreformen drohen Versorgungsengpässe und Abwanderung
Mit der Vorstellung ihrer Vorschläge zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hat die Finanzkommission Gesundheit die Diskussion über die Finanzierung des Gesundheitssystems befeuert. Aus Sicht des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) dürfen die Sparanstrengungen nicht zulasten des Pharmastandortes Deutschland gehen.
VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup sagt: „Die pharmazeutische Industrie entlastet die gesetzlichen Krankenkassen bereits heute mit Zwangsrabatten in Milliardenhöhe. Weitere Einsparungen sind deshalb in der Sache nicht gerechtfertigt. Den Druck der US-Regierung auf in Deutschland tätige Unternehmen hat die Kommission außer Acht gelassen. Dabei stehen der Branche durch die US-amerikanische Handels- und Arzneimittelpreispolitik erhebliche Belastungen bevor. Ein leistungsfähiges Gesundheitssystem gibt es nur mit der pharmazeutischen Industrie. Deshalb darf die im Koalitionsvertrag zugesagte Stärkung des Pharmastandorts nicht kurzfristigen Sparreflexen zum Opfer fallen. Reformen ohne echte Anreize für einen innovationsoffenen Arzneimittelmarkt und ohne wachstumsorientierte Standortpolitik laufen ins Leere.“
Die Folgen struktureller Fehlanreize sind bereits sichtbar, so der VCI: Neben Generika könnten künftig auch innovative Arzneimittel nicht mehr ausreichend zur Verfügung stehen. Zusätzliche Belastungen verschärfen diesen Trend und gefährden die Versorgungssicherheit weiter. Notwendig ist eine langfristig tragfähige Finanzierung, die ineffiziente Strukturen abbaut und verlässliche, innovationsfreundliche Rahmenbedingungen für eine resiliente Gesundheitsversorgung schafft.
Hintergrund
Die Finanzkommission Gesundheit hat einen Maßnahmenkatalog zur kurzfristigen GKV-Stabilisierung vorgelegt. Diese Maßnahmen sollen über das bestehende Defizit der gesetzlichen Krankenversicherung hinaus noch weitere Gelder in die Kassen spülen: insgesamt rund 42,3 Milliarden Euro.
Der VCI ist Europas größter Verband für Chemie und Pharma. Mit seinen 22 Fach- und 7 Landesverbänden repräsentiert er die Interessen von rund 2.000 Unternehmen – vom Global Player bis zum hoch spezialisierten Mittelständler. Mit 240 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2024 und mehr als 560.000 Beschäftigten in Deutschland zählt die Branche zu den stärksten Treibern für Innovation, Wohlstand und Zukunft. Für eine starke chemisch-pharmazeutische Industrie von heute und morgen ist der VCI in Deutschland, in Europa und weltweit aktiv. Kontakt: VCI-Pressestelle, Telefon: 069 2556-1496, E-Mail:
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Monika von Zedlitz
Pressesprecherin Bildungs-/Forschungspolitik, Verkehrsinfrastruktur/Logistik/TUIS, Genehmigungsverfahren/Anlagensicherheit/Chemieparks, Recht/Steuern, Responsible Care, Expertenticker Umwelt & Sicherheit
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