Verbändeappell

Trassenpreise: Jetzt handeln

09. Juli 2026 | Pressemitteilung

Planbare Trassenpreise sind zentral für Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit der Industrie.

Steigende und nicht planbare Trassenpreise setzen den Schienengüterverkehr massiv unter Druck und schwächen die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie in Deutschland. Vor dem Hintergrund der anhaltend schwierigen Wirtschaftslage appellieren der Verband der Chemischen Industrie (VCI), der Wirtschaftsverband Fuels und Energie (en2x), DIE PAPIERINDUSTRIE, die Wirtschaftsvereinigung Stahl (WV Stahl) sowie der Verband der Güterwagenhalter (VPI) in Deutschland an die Politik, die Reform der Schienenentgelte zügig auf den Weg zu bringen und kurzfristig wirksame Entlastungen zu schaffen. Mit dem jetzt vorgestellten Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2027 hat sich der Handlungsdruck weiter erhöht. Die darin vorgesehene Kürzung der Trassenpreisförderung um 65 Millionen Euro würde die wirtschaftlichen Belastungen des Schienengüterverkehrs zusätzlich verschärfen.

Die Kostenentwicklung im Schienennetz trifft Eisenbahnunternehmen und Industrie gleichermaßen. Gleichzeitig verschärfen Qualitätsmängel, Verspätungen und mangelnde Zuverlässigkeit im Netz die Belastung im Verkehrssystem. Zusätzliche Trassenpreiserhöhungen sind unter den aktuellen Bedingungen nicht mehr tragbar. Neben der Höhe der Entgelte erschwert insbesondere ihre mangelnde Planbarkeit Investitionen und langfristige Logistikentscheidungen.

Kostenanstieg begrenzen, Planbarkeit schaffen, Qualität verbessern

Die fünf Verbände halten daher eine grundlegende Neuausrichtung des Trassenpreissystems für notwendig. Im Mittelpunkt müssen eine langfristig planbare und verlässliche Entwicklung der Trassenpreise sowie eine faire Kostenverteilung zwischen Personen- und Güterverkehr auf der Schiene stehen. Dazu gehört auch eine gesetzliche Absicherung einer planbaren Preisentwicklung für alle diese Verkehrsarten. Höhere Preise setzen eine nachweislich verbesserte Qualität und Leistungsfähigkeit des Netzes unabdingbar voraus.

Geeignete Maßnahmen müssen bereits zum Fahrplanwechsel im Dezember 2026 beginnen. Dazu zählen aus Sicht der Verbände vorrangig eine kosteneffiziente Förderung des Trassenpreises mindestens auf dem bisherigen Niveau. Zusätzliche Belastungen – durch höhere Entgelte für schwere Züge oder Gefahrguttransporte – lehnen die Verbände ab.

„Die Unternehmen brauchen Planungssicherheit. Verlässliche und bezahlbare Trassenpreise sind eine zentrale Voraussetzung für Investitionen und einen wettbewerbsfähigen Schienengüterverkehr“, betonen die fünf Verbände.

In ihrem Positionspapier fordern die Verbände Instrumente wie Bonus-Malus-Systeme für Pünktlichkeit oder kostenneutrale Umleitungsstrecken ohne zusätzliche Aufschläge.

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 Monika von Zedlitz

Monika von Zedlitz

Pressesprecherin Bildungs-/Forschungspolitik, Verkehrsinfrastruktur/Logistik/TUIS, Genehmigungsverfahren/Anlagensicherheit/Chemieparks, Recht/Steuern, Responsible Care, Expertenticker Umwelt & Sicherheit