20. Mai 2026 | Pressemitteilung
Wir brauchen eine verbindliche Transferstrategie, damit Forschung schneller in Wertschöpfung gelangt.
- VCI fordert durchgängige Transferstrategie
- Industrieperspektive in der Hightech-Agenda stärker verankern
- VCI-Kompakt Innovation
Das Bundesforschungsministerium hat heute die Roadmaps der Hightech-Agenda Deutschland (HTAD) vorgelegt. Aus Sicht des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) sind sie ein notwendiger erster Schritt – aber sie bleiben deutlich hinter dem zurück, was für mehr Innovation und industrielle Wertschöpfung am Standort Deutschland gebraucht wird.
Der VCI fordert eine verbindliche Transferstrategie als Herzstück der Hightech-Agenda. Diese muss klare Zuständigkeiten, langfristige Finanzierung und eine enge Verzahnung von Forschungs-, Wirtschafts- und Industriepolitik sicherstellen. Gleichzeitig verlangt der Verband eine gezielte Stärkung der industriellen Ökosysteme für Chemie, Pharma und Biotech.
Wolfgang Große Entrup, Hauptgeschäftsführer des VCI, macht deutlich:
„Roadmaps allein bringen keine Innovationen in die Fabriken. Deutschland hat kein Erkenntnisproblem, sondern ein massives Umsetzungsproblem. Zu viele exzellente Ideen bleiben im Labor stecken. Was fehlt, ist ein klarer politischer Wille, den Transfer vom Reagenzglas in die industrielle Produktion systematisch freizumachen. Das muss jetzt passieren – schnell, verbindlich und ohne Zuständigkeits-Ping-Pong zwischen einzelnen Ministerien.“
Die chemisch-pharmazeutische und biotechnische Industrie erwartet von der Politik, dass sie Innovation entlang der gesamten Wertschöpfungskette stärkt. Entscheidend ist der nahtlose Übergang von Forschung über Pilotanlagen bis hin zur großindustriellen Produktion. Genau hier klaffen in Deutschland jedoch gravierende Lücken.
„Der Fokus der Hightech-Agenda ist zu stark auf Forschungseinrichtungen verengt. Das greift zu kurz“, warnt Große Entrup. „Wer Wertschöpfung in Deutschland sichern will, muss die Industrie von Anfang an konsequent einbinden. Innovation entsteht nicht im Elfenbeinturm, sondern im harten Praxistest. Andere Länder agieren hier deutlich schneller und entschlossener.“ Für die Branche steht viel auf dem Spiel: Investitionen, Arbeitsplätze und die technologische Souveränität Europas hängen davon ab, ob Innovationen am Standort Deutschland zur Marktreife gebracht werden.
Hintergrund
Die „Hightech-Agenda Deutschland“ ist ein technologie- und innovationspolitisches Programm der Bundesregierung, Deutschland bei wichtigen Zukunftstechnologien wettbewerbsfähiger und unabhängiger zu machen. Im Mittelpunkt stehen Forschung, industrielle Anwendung und der Aufbau eigener technologischer Kompetenzen.
Die Bundesregierung konzentriert sich dabei auf sechs Schlüsseltechnologien: Künstliche Intelligenz, Quantentechnologien, Mikroelektronik, Biotechnologie, Fusion und klimaneutrale Energieerzeugung sowie Technologien für klimaneutrale Mobilität.
Die Idee dahinter: Forschungsergebnisse sollen schneller in marktfähige Produkte, industrielle Anwendungen und neue Geschäftsmodelle überführt werden. Deshalb geht es nicht nur um Grundlagenforschung, sondern auch um Produktion, Infrastruktur, Fachkräfte, Investitionen und den Transfer in die Wirtschaft.
Kontakt
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Monika von Zedlitz
Pressesprecherin Bildungs-/Forschungspolitik, Verkehrsinfrastruktur/Logistik/TUIS, Genehmigungsverfahren/Anlagensicherheit/Chemieparks, Recht/Steuern, Responsible Care, Expertenticker Umwelt & Sicherheit
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