31. August 2026 | Bericht
Die EU-Kommission hat Ende August 2026 eine Aktualisierung ihres Fahrplans für neue Stoffbeschränkungen im Rahmen der Chemikalienverordnung REACH veröffentlicht.
Mit dieser „Restriction Roadmap“ setzt die EU-Kommission eine der Maßnahmen ihrer Chemikalienstrategie von 2020 um. Nach Veröffentlichung der ersten Roadmap durch ein „Staff Working Document“ der EU-Kommission im Jahr 2022 wird die Roadmap regelmäßig durch Anpassung der enthaltenen Stofflisten fortgeschrieben. Während das Dokument aus 2022 weiterhin die Intentionen und den Prozess zur Identifizierung beschreibt, wurde die letzte Anpassung von Tabellen und Anhängen von der EU-Kommission Ende August 2026 auf Ihrer Webseite als eigenständiges Dokument veröffentlicht.
Zunehmend bearbeiten die Behörden Stoffgruppen und vielfältige Stoffverwendungen, anstelle von spezifischen Verwendungen einzelner Stoffe. Hierdurch sollen Beschränkungen insgesamt schneller und konsistenter erfolgen. Gleichzeitig soll die Roadmap die Prioritätensetzung und Arbeitsteilung zwischen Mitgliedstaaten und ECHA zur Erarbeitung erforderlicher Beschränkungs- oder sonstiger Dossiers erleichtern. Im Fokus stehen primär Stoffe mit folgenden Eigenschaften: CMR (kanzerogen, mutagen und toxisch), PBT und vPvB [(sehr)persistent und bioakkumulierbar (sowie toxisch)], endokriner Disruptor, immunotoxisch, neurotoxisch, atemwegssensibilisierend, spezifische Zielorgan-Toxizität.
Für Unternehmen wird durch den Plan transparent, welche ihrer Stoffe (potenziell) von Beschränkungsvorhaben oder sonstigen regulatorischen Maßnahmen betroffen sind. Sie sollten anhand der aktualisierten Tabellen und Anhänge prüfen, welche ihrer Stoffe in die Roadmap aufgenommen wurden, welche Auswirkungen dies auf eigene Stoffverwendungen sowie die von Kunden potenziell hat und welche Handlungsoptionen für das jeweilige Unternehmen bestehen.
Tabellen 1-3: Anhang XV-Dossiers und Beschränkungsentwürfe der EU-Kommision
- Table 1: Verabschiedete Beschränkungen seit Veröffentlichung der ersten Restrictions Roadmap 2022
- Table 2: Beschränkungsentwürfe in Bearbeitung/Diskussion (innerhalb der Kommission oder im REACH-Regelungsausschuss)
- Table 3: Beschränkungsvorschläge/Anhang XV-Dossiers, die in den ECHA-Ausschüssen RAC und SEAC bearbeitet werden
Annexes I–III: Vorschau
- Annex I: “Rolling List of (groups of) substances with ongoing work towards potential future restrictions”
- Stoffe im Registry of Intentions oder Erarbeitung eines Dossies durch ECHA im Auftrag der EU-Kommission (füherer Pool 0)
- Fortgeschrittene Arbeiten an einem Beschränkungsvorschlag oder Stoffe für die eine harmonisierte Einstufung unter CLP oder Identifizierung als SVHC unter REACH als nächster Schritt vor einem möglcihen Beschränkungsvorschlag erwägt wird (früherer Pool 1).
- Annex II: Stoffgruppen, für die eine Beschränkung als mögliche Regulierungsoption in der Diskussion ist (Stoffe der Regulatory Needs List, Umsetzung von REACH-Art. 69 Abs. 2) (früherer Pool 2).
- Annex III: Übersicht über das Ergebnis der ECHA-Bewertungen gemäß REACH Article 69(2) über die Verwendung von Anhang XIV-Stoffen in Erzeugnissen
Die Roadmap kann die Planungssicherheit für Unternehmen verbessern, schafft aber auch neue Unsicherheiten abhängig von der Ausgestaltung möglicher Gruppenansätze. Es ist deshalb dringend erforderlich, dass für jeden Gruppenansatz valide wissenschaftliche Kriterien berücksichtigt und nur solche Stoffverwendungen beschränkt werden, die mit einem inakzeptablen Risiko für die Gesundheit und/oder die Umwelt verbunden wären.
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Kontakt
Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.
Dr. Angelika Hanschmidt
Europäische Chemikalienpolitik, EU-Chemikalienstrategie, REACH
- E-Mail: hanschmidt@vci.de
Dr. Denis Pahlke
Beschränkungen und Zulassungen unter REACH, Mikrokunststoffe, Nanomaterialien unter REACH, Polymere, Verpackung
- E-Mail: pahlke@vci.de