Industrial Accelerator Act (IAA)

Industry first: wichtiger denn je

04. März 2026 | Pressemitteilung

Der Industrial Accelerator Act setzt richtige Impulse, löst aber zentrale Standortprobleme weiterhin nicht.

  • Wichtiges Ziel, Industrie widerstandsfähiger zu machen
  • IAA darf nicht zu höheren Kosten, mehr Bürokratie und weniger Wettbewerb führen
  • Zentrale Standortprobleme bleiben ungelöst

Die Europäische Kommission hat heute den „Industrial Accelerator Act“ (IAA) vorgestellt. Ziel ist es, Europas Industrie widerstandsfähiger und wettbewerbsfähiger zu machen. Der VCI sieht darin wichtige Ansätze – warnt jedoch vor einer Politik, die an den eigentlichen Standortproblemen vorbeigeht.

VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup sagt: „Wir atmen auf: Der IAA startet zunächst im kleinen Rahmen. Wir brauchen nämlich keine europäische Industrieplanung, sondern deutlich mehr Wettbewerbsfähigkeit. Industry first, das ist in diesen Tagen wichtiger denn je. Echte Widerstandsfähigkeit entsteht durch Offenheit und Entlastung, nicht durch protektionistische Experimente.

Der VCI mahnt zur genauen Prüfung der Details. Noch ist offen, wie Handelspartner behandelt werden und wie restriktive Vorgaben zu „Buy European“ oder zu „kohlenstoffarmen Produkten“ in der Praxis ausgestaltet werden. Öffentliche Mittel sind begrenzt und müssen effizient eingesetzt werden. Neue Auflagen dürfen nicht zu höheren Kosten und weniger Wettbewerb führen.

Kritisch sieht der Verband auch, dass die Kommission Wettbewerbsfähigkeit weiterhin kleinteilig herbeiregulieren will. Brüssel setzt unter dem Druck von Transformation und Geopolitik auf „Industrieplanung“ statt auf verbesserte Rahmenbedingungen für Innovation, Wettbewerb und Entlastung. Wichtige Faktoren für Transformation und Reindustrialisierung werden ignoriert: Energiekosten, Entfesselung durch Bürokratieabbau, Erleichterungen für Investitionen. Problematisch sind auch mögliche Hürden für Auslandsinvestitionen. Gerade in Zukunftstechnologien ist Europa auf Kapital und Know-how aus Drittstaaten angewiesen. Zusätzliche Unsicherheiten könnten dringend benötigte Investitionen eher bremsen als beschleunigen.

Der VCI ist Europas größter Verband für Chemie und Pharma. Mit seinen 22 Fach- und 7 Landesverbänden repräsentiert er die Interessen von rund 2.000 Unternehmen – vom Global Player bis zum hoch spezialisierten Mittelständler. Mit 240 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2024 und mehr als 560.000 Beschäftigten in Deutschland zählt die Branche zu den stärksten Treibern für Innovation, Wohlstand und Zukunft. Für eine starke chemisch-pharmazeutische Industrie von heute und morgen ist der VCI in Deutschland, in Europa und weltweit aktiv.

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 Ilka Ennen

Ilka Ennen

Leiterin Pressestelle