Energiepaket

Realistischer Blick

28. Juli 2026 | Pressemitteilung

Die Bundesregierung betrachtet die Energiewende endlich als Gesamtsystem.

  • Systemkosten konsequent senken
  • Netzanschlüsse priorisieren

Das Bundeskabinett will am Mittwoch das Netzpaket und die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) beschließen. Wolfgang Große Entrup, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), begrüßt die geplante Neuausrichtung der Energiepolitik: „Endlich schaut die Bundesregierung mit einem realistischen Blick auf die Energiewende. Es ging viel zu lange nur um ungezügeltes Wachstum der Erneuerbaren. Die Folge sind hohe Systemkosten und ein erheblicher Investitionsbedarf in Netze und Infrastruktur. Der deutsche Weg hat dem Standort Deutschland die nahezu höchsten Stromkosten unter den Industrieländern beschert – ein massiver Nachteil im internationalen Wettbewerb. Anlagen, Netze, Speicher und Absicherung müssen endlich im Gleichschritt wachsen und als Gesamtsystem funktionieren. Das Paket der Bundesregierung leistet hierzu einen wichtigen Beitrag.“

Stromkosten müssen sinken

Positiv ist aus VCI-Sicht, dass durch die geplante EEG-Reform erneuerbare Energien stärker auf Markt- und Netzsignale reagieren sollen. Das könnte dazu beitragen, die Stromnetze besser auszulasten, Systemkosten zu senken und den erzeugten Strom effizienter zu nutzen. Auch das geplante Netzpaket bewertet der VCI grundsätzlich positiv. Für die energieintensive Chemieindustrie ist es wichtig, dass die Stromkosten sinken. Große Entrup betont: „Ein Windrad am falschen Ort macht die Energiewende nicht besser, sondern teurer. Wer klimaneutralen Strom nutzen will, muss Erzeugung und Netze konsequent zusammen denken.“

Nachbesserungsbedarf sieht der Verband bei den Regeln für große Netzanschlüsse. Transformations- und Elektrifizierungsprojekte hätten oft deutlich längere Planungs- und Investitionszyklen als andere Vorhaben. VCI-Hauptgeschäftsführer Große Entrup betont: „Wer die Industrie elektrifizieren will, muss auch die nötige Infrastruktur bereitstellen. Stromintensive Betriebe können ihren Standort nicht frei wählen. Es kann nicht sein, dass Unternehmen fünf bis zehn Jahre auf einen Stromanschluss warten. Eine Chemieanlage hängt man nicht an eine Steckdose.“

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 Monika von Zedlitz

Monika von Zedlitz

Pressesprecherin Bildungs-/Forschungspolitik, Verkehrsinfrastruktur/Logistik/TUIS, Genehmigungsverfahren/Anlagensicherheit/Chemieparks, Recht/Steuern, Responsible Care, Expertenticker Umwelt & Sicherheit