Geplante Plastiksteuer

Bürokratischer Rückschritt statt Anreiz für Kreislaufwirtschaft

06. Oktober 2026 | Pressemitteilung

Die geplante Kunststoffsteuer schwächt Recycling und erhöht die Bürokratie. Eine grundlegende Überarbeitung ist erforderlich.

  • Kreislaufwirtschaft wirksam stärken, ohne Kunststoffverpackungen pauschal zu besteuern
  • Statt kontraproduktive Bürokratie einzuführen, gilt es, faire Wettbewerbsbedingungen zu sichern
  • Link zur Position: Alternativen zu einer Plastiksteuer | VCI

Während die deutsche Wirtschaft weiter auf den versprochenen Abbau von Regulierungen wartet, arbeitet die Bundesregierung an einem neuen Bürokratiemonster: Die geplante Steuer auf Kunststoffverpackungen droht nicht nur, Unternehmen und Verwaltung massiv zu belasten, sondern die Kreislaufwirtschaft zu schwächen. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) fordert deshalb eine grundlegende Überarbeitung des Vorhabens.

Matthias Belitz, Leiter des Bereichs Nachhaltigkeit, Energie und Klimaschutz im VCI, sagt: „Die Plastiksteuer ist ein Bürokratieprojekt mit ökologischem Etikett. Sie macht Verpackungen teuer und sorgt für Einnahmen beim Staat. Für Recycling oder Kreislaufwirtschaft ist sie sogar kontraproduktiv. Das ist der falsche Ansatz. Wer Recycling stärken will, muss Recycling belohnen – nicht Bürokratie aufbauen.“

Der Gesetzentwurf beziffert den jährlichen Erfüllungsaufwand für die Wirtschaft auf rund 44 Millionen Euro. Eine aus Sicht des VCI unrealistische Annahme. Unternehmen müssen zusätzliche Steueranmeldungen abgeben, Kunststoffmengen erfassen und nachweisen sowie mit Kontrollen und Prüfungen rechnen. Auch der Staat baut seine Verwaltung aus: Für die Zollverwaltung sind fast 800 neue Stellen vorgesehen.

Keine ökologische Lenkungswirkung

Gleichzeitig ist die ökologische Lenkungswirkung begrenzt. Die Höhe der Steuer richtet sich allein nach der eingesetzten Kunststoffmenge. Ob eine Verpackung besonders recyclingfähig ist oder aus einem Material besteht, das sich effizient im Kreislauf führen lässt, spielt dagegen keine Rolle. Das Umweltbundesamt warnt zudem vor Fehlanreizen, die zum Wechsel auf Verpackungen führen können, die schlechter recycelt werden können.

Wettbewerbsnachteile für deutsche Unternehmen

Besonders kritisch bewertet der VCI zudem die unterschiedliche Kontrollierbarkeit inländischer und ausländischer Produkte. Während Unternehmen in Deutschland umfangreiche Nachweise erbringen müssen, bestehen erhebliche praktische Fragen bei der Überprüfung importierter Verpackungen. Dadurch drohen Wettbewerbsverzerrungen zulasten heimischer Hersteller und Investitionen am Standort Deutschland.

Hintergrund

Mit einer neuen Verbrauchsteuer von 550 Euro je Tonne Kunststoff in Verpackungen will die Bundesregierung künftig Einnahmen von rund 1,4 Milliarden Euro jährlich erzielen. Dafür sollen Hersteller, Importeure und andere Unternehmen entlang der Lieferkette umfangreiche Steuer-, Nachweis- und Meldepflichten erfüllen.

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 Ilka Ennen

Ilka Ennen

Abteilungsleitung Pressestelle