Responsible Care

Was ist Responsible Care?

Responsible Care (RC) ist eine weltweite Initiative der chemischen Industrie. Sie steht für den erklärten Willen verantwortlich zu handeln, unabhängig von gesetzlichen Vorgaben. Mit der Initiative wollen Unternehmen Produktverantwortung zeigen, Nachhaltigkeit fördern, mehr Sicherheit für Werke und Nachbarschaft schaffen, den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz und den Umweltschutz verbessern.

Responsible Care in Deutschland

In Deutschland gibt es Responsible Care bereits seit über 25 Jahren. Insgesamt beteiligen sich 53 nationale Chemieverbände an dem Programm. Handlungsgrundlage sind die elf Leitlinien des deutschen Responsible-Care-Programms in den sechs Handlungsfeldern Produktverantwortung, Umweltschutz, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Anlagensicherheit und Gefahrenabwehr/Security, Transportsicherheit, Dialog.

Responsible Care international

Weltweit bestimmt die "Responsible Care Global Charter" die Ausrichtung des Responsible-Care-Programms in internationalen Unternehmen und nationalen Verbänden. Das Dokument besteht aus einer kurzen ethischen Verpflichtung auf sechs Aspekte:

  • Führungskultur im Unternehmen
  • Schutz von Mensch und Umwelt
  • Stärkung von Managementsystemen
  • Einbeziehung von Geschäftspartnern
  • Berücksichtigung von Anspruchsgruppen
  • Beitrag zur Nachhaltigkeit

Die "Responsible Care Global Charter" wird vom VCI in englischer Sprache veröffentlicht. Weitere Informationen finden Sie auf www.responsible-care.de oder auf der Seite des ICCA .

Wer kann sich beteiligen?

Alle Mitgliedsunternehmen des VCI können an der Initiative teilnehmen. Hierzu werden die Geschäftsleitungen einmal jährlich angeschrieben und um die Beantwortung des RC-Fragebogens gebeten. So werden die statistischen Umweltdaten ermittelt. Der VCI wertet die Daten aus und veröffentlicht sie im Responsible Care Bericht.

Unabhängig von gesetzlichen Regulierungen ist Responsible Care ein Leitmotiv für das Handeln von Unternehmensleitungen und Mitarbeitern zur kontinuierlichen Verbesserung zum Schutz von Mensch und Umwelt in der Praxis. Die Initiative reagiert auf neue Herausforderungen und bietet den Unternehmen der chemischen Industrie die Möglichkeit, ihr Engagement für die eigenen Mitarbeiter und die Gesellschaft aufzuzeigen.

Weitere Informationen über das deutsche Responsible-Care-Programm und die Responsible Care Global Charter gibt es unter www.responsible-care.de .

Responsible-Care-Wettbewerb

Um den Unternehmen eine Plattform zu bieten, Best-Practice-Beispiele der Öffentlichkeit zu demonstrieren, führt der VCI seit sieben Jahren den Responsible-Care-Bundeswettbewerb durch.

Dieser speist sich aus den Gewinnern der Responsible Care-Landeswettbewerbe, die in den Bundesländern von den Landesverbänden des VCI jährlich zu einem festgesetzten Thema ausgeschrieben werden.

Wettbewerb 2017: „Wir haben gute Ideen zur Kreislaufwirtschaft“

„Wir haben gute Ideen zur Kreislaufwirtschaft“ – unter diesem Motto stand der Responsible-Care-Landeswettbewerb 2017. Die Gewinner ehrte der Landesverband Hessen im Verband der Chemischen Industrie e.V. (VCI Hessen) im Juni bei seiner Mitgliederversammlung in Wiesbaden.

  • © www.arnelandwehr.de
    Den ersten Platz belegt die Merck KGaA in Darmstadt. Das Unternehmen konnte die Jury mit einem neuen Recyclingprozess von n-Heptan überzeugen. N-Heptan wird bei der Herstellung von Flüssigkristallen als Lösemittel eingesetzt. Durch Recycling konnte Merck mehr als 1.400 Tonnen Rohstoff pro Jahr substituieren. Für die Jury waren vor allem die Komplexität des Verfahrens, die enorme Einsparung von Rohstoffen und die damit verbundene Reduktion von CO2 bemerkenswert.

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    Gemeinsam mit den Partnern Umicore, Fraunhofer-Institut für Silicatforschung, Heraeus, der IHK und den Stadtwerken in Hanau möchte Evonik die umweltschonende Brennstoffzellentechnologie etablieren. Für das Projekt H2anau - Wasserstoff bewegt schaffte das Unternehmen Elektro-Lieferfahrzeuge mit Brennstoffzellentechnik an und installierte eine Wasserstoff-Zapfstelle. Die Jury vergab für das Projekt den zweiten Platz und würdigte insbesondere dessen vorbildhaften Charakter sowie die Einbindung mehrerer Partner im Industriepark.

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    Den dritten Platz vergaben die Juroren an das mittelständische Unternehmen Kemper System für ein Recyclingprojekt zur Lösemittelaufbereitung. Durch Destillation von Altlösemittel unter Vakuum kann das Lösemittel mehrfach in den Reinigungsprozess zurückgeführt werden. Das Verfahren trägt zur Abfallreduktion bei und schont Umwelt sowie die wertvolle und endliche Ressource Erdöl. Die Anlage wird durch das Wasserregister des eigenen Blockheizkraftwerks gespeist. Dadurch wird der Wirkungsgrad erheblich gesteigert und eine optimale Nutzung des Energieträgers Gas erzielt. Von der Jury wurden vor allem die Einsparung von Rohstoffen und der Gedanke der Nachhaltigkeit gelobt.

Der Erstplatzierte des Landeswettbewerbs nimmt nun am Responsible-Care-Bundeswettbewerb des Verbandes der Chemischen Industrie e.V. (VCI) teil. Das Unternehmen KEMPER SYSTEM konnte noch zusätzlich für den Mittelstandspreis nominiert werden. Die Sieger des Bundeswettbewerbs werden am 29. September 2017 im Rahmen der VCI-Mitgliederversammlung in Frankfurt am Main bekannt gegeben.