08. September 2026 | Pressemitteilung
Dr. Frank Petersen erhält den FCI-Literaturpreis für sein Buch über Mutterkorn und LSD.
- Wie ein Pilz die Welt veränderte
- Wissenschaftskommunikation auf höchstem Niveau
Der Fonds der Chemischen Industrie (FCI) verleiht seinen diesjährigen Literaturpreis an Frank Petersen (65) aus Weil am Rhein. Ausgezeichnet wird sein Buch „Das Mysterium im Roggen: Mutterkorn und LSD – eine kulturhistorische Spurensuche“. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.
In seinem Werk spannt Petersen den Bogen von den verheerenden Mutterkornepidemien des Mittelalters bis zur Entdeckung des LSD. Dabei verbindet er Chemie, Medizin sowie Kultur- und Wissenschaftsgeschichte und macht so die Bedeutung chemischer Forschung für ein breites Publikum verständlich.
„Die besten Sachbücher beantworten nicht nur Fragen – sie verändern den Blick auf Vertrautes. Dieses Kunststück ist Frank Petersen gelungen. Nach der Lektüre dieses Buches sieht niemand ein Roggenfeld mehr mit denselben Augen. Und ganz nebenbei macht es deutlich, dass Chemie weit mehr ist als Formeln und Reagenzgläser: Sie hat Geschichte geschrieben“, sagt FCI-Geschäftsführerin Ulrike Zimmer. Und weiter: „Wissenschaftlich fundiert, hervorragend recherchiert und zugleich packend erzählt – das ist Wissenschaftskommunikation auf höchstem Niveau.“
Die Jury überzeugten vor allem die gründliche Recherche, der lebendige Erzählstil und die hochwertige Bebilderung. Petersen erklärt komplexe naturwissenschaftliche Zusammenhänge verständlich und verknüpft sie mit historischen sowie gesellschaftlichen Entwicklungen. So macht er die Faszination der Naturstoffforschung auch für Leserinnen und Leser ohne naturwissenschaftlichen Hintergrund erlebbar.
Frank Petersen sagt: „Ich wollte diese spannende und in Teilen dramatische Abenteuergeschichte aus der Welt der Naturstoffe einer breiten Leserschaft zugänglich machen. Denn die Erforschung des Mutterkorns mit seinen Inhaltsstoffen hat unser Verständnis zentraler Funktionsweisen des menschlichen Körpers grundlegend erweitert und die medizinische Praxis auf zahlreichen Therapiegebieten revolutioniert. In dieser ‚Chemografie‘ sollten auch die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sichtbar werden, die sich – aus Forscherdrang, schierer Geldnot, oder eher durch Zufall – mit den Mutterkornsubstanzen beschäftigten. Ihre ungewöhnlichen Lebensläufe zeigen, dass neben experimentellem Geschick stets auch menschliche Eigenschaften zum erfolgreichen Forschen gehören: eine brennende Leidenschaft für das eigene Arbeitsgebiet, der Wagemut, neue Wege zu gehen, eine unerschütterliche Beharrlichkeit in Zeiten des Misserfolgs sowie kollegiale Freundschaften und die Freude daran, einmal eingenommene Standpunkte immer wieder kritisch zu hinterfragen.“
Über den Autor
Frank Petersen studierte Biologie an den Universitäten Stuttgart-Hohenheim und Tübingen. Über viele Jahre leitete er die Naturstoffforschung der Novartis Pharma AG in Basel. Er gilt als international anerkannter Experte für die Entdeckung und Entwicklung von Wirkstoffen aus Pilzen, Bakterien und Pflanzen. Im Rahmen der Biodiversitätskonvention beriet er Arbeitskreise der Europäischen Union, der Welthandelsorganisation (WTO), der Vereinten Nationen und des Schweizer Parlaments. Gastprofessuren führten ihn nach Seoul und Shanghai. Für seine Verdienste um die mikrobielle Naturstoffforschung erhielt er 2020 den „Senior Industrial Science Award“ der Schweizerischen Chemischen Gesellschaft. Darüber hinaus engagiert er sich seit vielen Jahren für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und die Vermittlung naturwissenschaftlicher Themen an die Öffentlichkeit.
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Monika von Zedlitz
Pressesprecherin Bildungs-/Forschungspolitik, Verkehrsinfrastruktur/Logistik/TUIS, Genehmigungsverfahren/Anlagensicherheit/Chemieparks, Recht/Steuern, Expertenticker Umwelt & Sicherheit
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