16. Dezember 2025 | Bericht
Wie kann Europa den Gesundheitssektor nachhaltig stärken – und welche Rolle spielt Hessen dabei?
Wie kann Europa Forschung, Produktion und Versorgung im Gesundheitssektor nachhaltig stärken – und welche Rolle spielt Hessen dabei? Diese Fragen standen im Mittelpunkt unseres jüngsten Treffens der Reihe „GPS: Gesundheits- und Pharmapolitik am Standort“, das wir gemeinsam mit Max Schad, Sprecher für Gesundheitspolitik der CDU Hessen, ausgerichtet haben.
Verlässliche Rahmenbedingungen für Innovationen
Zu Beginn machte Sula Lockl, Geschäftsführerin unseres Verbandes, deutlich, dass die Unternehmen am Standort verlässliche Rahmenbedingungen für Innovationen benötigen, um im globalen Wettbewerb weiterhin erfolgreich zu sein. Nur so könne die Branche ihre führende Position behaupten und neue Impulse für die Gesundheitsversorgung setzen.
Gastgeber Dr. Guido Schütte, Head of Western Europe DX bei Siemens Healthineers, schilderte die Herausforderungen für sein Unternehmen in Deutschland und der EU. In Deutschland erschweren sowohl fehlende Regulierung als auch mangelnde Investitionsanreize wirtschaftliche Impulse. Gemeinsam haben Deutschland und die EU ein Problem: Überregulierung und langwierige politische Prozesse.
Mit Blick auf die EU belasten derzeit Handelshemmnisse sowie Zölle im transatlantischen Handel die Unternehmen. Als international agierendes MedTech-Unternehmen ist Siemens Healthineers – wie viele unserer Mitgliedsunternehmen – auf verlässliche und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen in Hessen und Europa angewiesen.
Hausgemachte Probleme der EU
Prof. Dr. Sven Simon, Mitglied des Europäischen Parlaments und des CDU-Landesvorstands, knüpfte daran an und sprach offen über hausgemachte Probleme der EU: Unternehmen müssten sich wieder auf die Konsistenz politischer Entscheidungen verlassen können, um Investitionen attraktiver zu machen.
Er forderte, die Europäische Union zielgerichteter und handlungsfähiger aufzustellen und ihre demokratische Legitimation zu stärken. Um eine resiliente Versorgung mit Arzneimitteln zu gewährleisten, müsse die Abhängigkeit von anderen Ländern reduziert werden.
Klare Erwartungen an Europa
Im Anschluss stellten die Teilnehmenden ihre Fragen. In Richtung Europa wurde adressiert, dass schnelle und pragmatische Entscheidungen notwendig sind – insbesondere bei Themen wie:
- Kommunale Abwasserrichtlinie (KARL): Die EU sollte darauf achten, dass die Anforderungen für die Industrie praktikabel bleiben und keine unnötigen Belastungen entstehen.
- Ethanol-Regulierung: Es ist wichtig, eine Lösung zu finden, die die Versorgungssicherheit für pharmazeutische Produkte berücksichtigt.
- REACH: Bei der Überarbeitung sollte die Balance zwischen Sicherheit und Innovationsfähigkeit gewahrt bleiben.
Der anschließende offene Austausch zeigte: Der Dialog zwischen Politik, Industrie und Europa ist entscheidend, um den Gesundheitsstandort Hessen zukunftsfähig zu gestalten.
Wir danken allen Teilnehmenden für den intensiven Austausch.
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