2025 bringt keine Trendwende. Pharma weiterhin stabil, die Chemiekrise verfestigt sich.
Auch die hessische Chemie und Pharmabranche bleibt von der industriellen Krise nicht verschont. Niedrige Auslastung, rückläufige Beschäftigung und eine verhaltene Investitionstätigkeit prägten das Jahr. Eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung ist nicht erkennbar.
Weiterhin belastend sind die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Ein hohes Kostenniveau, zunehmende regulatorische Anforderungen und wachsende Bürokratie schwächen die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Hinzu kommen eine volatile Weltwirtschaft und geopolitische Konflikte mit steigenden Energiepreisen.
Pharmaindustrie: Stabil, aber mit Sondereffekten
Die hessische Pharmaindustrie entwickelte sich 2025 vergleichsweise stabil. Der Umsatz stieg leicht auf knapp 18,4 Milliarden Euro, ein Plus von 1,2 Prozent. Die Produktion legte um 1,9 Prozent zu, die Preise um 1,5 Prozent. Die Beschäftigung blieb nahezu unverändert.
Die positive Entwicklung ist maßgeblich auf Sondereffekte zurückzuführen. Vor allem im zweiten Halbjahr sorgten vorgezogene Exporte in die USA für eine zusätzliche Nachfrage.
Chemische Industrie: Krise verfestigt sich
Deutlich schlechter ist die Lage in der klassischen Chemie. Die Produktion sank 2025 um weitere 4,2 Prozent, die Preise gaben um 1,1 Prozent nach. Der Umsatz fiel auf knapp 12,5 Milliarden Euro und lag damit rund 6,1 Prozent unter dem Vorjahr. Die Beschäftigung ging um 3,1 Prozent zurück.
Im längerfristigen Vergleich zeigt sich die Tiefe der Krise: Seit 2021 ist das Produktionsvolumen um rund 31 Prozent eingebrochen, der Umsatz seit 2022 um mehr als 34 Prozent.
Gesamtbilanz und Ausblick
Insgesamt sank die Produktion der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Hessen 2025 um 0,7 Prozent. Der Gesamtumsatz belief sich auf rund 30,9 Milliarden Euro, ein Minus von 1,9 Prozent. Die Beschäftigung ging um 1,5 Prozent zurück, die Verkaufspreise stagnierten weitgehend.