Hohe Belastungen für Hessens Chemiebranche

Die Mitgliederbefragung zeigt: Bürokratie, Regulierung und hohe Abgaben setzen die hessischen Chemie- und Pharmaunternehmen unter Druck.

Belastungen hessischer Chemie- und Pharmaunternehmen (VCI-Mitgliederbefragung, Dezember 2025)
Belastungen hessischer Chemie- und Pharmaunternehmen (VCI-Mitgliederbefragung, Dezember 2025)

Die chemisch-pharmazeutische Industrie steht wirtschaftlich unter erheblichem Druck. Bürokratie und Regulierung sowie hohe Steuern und Arbeitskosten belasten die Unternehmen in hohem Maße. Die Ergebnisse der VCI-Mitgliederbefragung zeigen deutlich, wo die Unternehmen derzeit die größten Belastungen sehen und wie sie ihre Perspektiven einschätzen.

Belastungsfaktoren klar im Fokus

Die Befragung macht deutlich: Bürokratie und Regulierung sind für die Unternehmen mit Abstand die größte Herausforderung. 86 Prozent der Befragten fühlen sich dadurch schwer oder sehr schwer belastet.

Auch Kostenfaktoren spielen eine zentrale Rolle. Hohe Steuern und Abgaben belasten 71 Prozent der Unternehmen, hohe Arbeitskosten 67 Prozent. Hinzu kommen hohe Rohstoffpreise (57 Prozent) sowie hohe Energiekosten (52 Prozent). Ebenfalls als spürbare Einschränkungen werden langsame Genehmigungsverfahren (52 Prozent) und internationale Handelskonflikte (53 Prozent) genannt.

Gedämpfte Erwartungen

Vor diesem Hintergrund fällt der Blick auf das Jahr 2026 zurückhaltend aus. Mehr als die Hälfte der Unternehmen rechnet mit einer rückläufigen Entwicklung: 52 Prozent erwarten einen starken oder leichten Rückgang, weitere 29 Prozent gehen von einer Stagnation aus. Nur 19 Prozent der befragten Unternehmen rechnen mit einer leichten Erholung.

Trotz der aktuellen Belastungen blicken die Unternehmen in Hessen mittelfristig differenzierter auf die kommenden drei bis fünf Jahre. 71 Prozent erwarten ein moderates Wachstum, 29 Prozent rechnen mit einer Stagnation. Mit negativem Wachstum rechnet kein Unternehmen.

Die Ergebnisse verdeutlichen die derzeit wirtschaftlich unsichere Lage. Zugleich zeigt die Zuversicht der hessischen Chemie- und Pharmaunternehmen, dass Hessen weiterhin als attraktiver Standort für die Branche eingeschätzt wird.