Interview mit Heike Blaum

MINT-Bildung stärken, Zukunft gestalten

16. Dezember 2025 | Bericht

MINT in Hessen: Mit Experimenten und Kooperationen für junge Forscherinnen und Forscher begeistern.

Der VCI Hessen schafft Lernformate, die formales und informelles Lernen verbinden und den Zugang zu MINT erleichtern. © Dragon Images/Shutterstock.com
Der VCI Hessen schafft Lernformate, die formales und informelles Lernen verbinden und den Zugang zu MINT erleichtern. © Dragon Images/Shutterstock.com

Eine aktuelle Studie zeigt: Hessische Schülerinnen und Schüler liegen in Mathematik und Naturwissenschaften im bundesweiten Vergleich zurück. Für Heike Blaum, Referentin für Bildungspolitik beim VCI Hessen, ist das ein klarer Auftrag, die MINT-Bildung weiter zu fördern – durch praxisnahes Experimentieren, starke Kooperationen mit außerschulischen Lernorten und innovative Lehrkräftefortbildungen. Im Interview berichtet sie, wie junge Talente motiviert und Unternehmen eingebunden werden - und welche Schwerpunkte für 2026 geplant sind.

Liebe Heike Blaum, kürzlich sorgte eine Studie im Auftrag der Kultusministerien für Aufsehen: Hessens Schülerinnen und Schüler schneiden im bundesweiten Vergleich in Mathematik und den Naturwissenschaften schwach ab. Welche Auswirkungen hat das auf Ihre Arbeit?

Für uns ist das ein klarer Auftrag, unser Engagement der Stärkung der MINT-Bildung weiterzuführen. Denn junge Forscherinnen und Forscher sind die Fachkräfte von morgen!

Unser Ansatz ist, durch experimentieren zu lernen. Denn die Forschung zeigt: Kinder, die früh experimentieren, sind neugierig und das Selbstvertrauen der Kinder in den MINT-Fächern wird gestärkt. Ein Grund, weshalb sie später häufiger Naturwissenschaften als Bildungsweg wählen. Deshalb unterstützen wir Lehrkräfte mit kostenlosen Fortbildungen und Unterrichtsmaterial, mit denen Sie das Know-How bekommen, um Experimente in ihren Unterricht einbauen zu können.

Welche Rolle spielen Kooperationen?

Kooperationen mit starken Partnern sind für uns der Schlüssel. Um ein attraktives Angebot zusammenzustellen, arbeiten wir eng mit außerschulischen Lernorten zusammen – zum Beispiel mit dem Chemikum Marburg, dem Goethe-Schülerlabor Frankfurt, dem Mädchenförderprojekt NaWi-Lola aus Nordhessen und dem Zentrum für Chemie (ZfC) aus Bensheim.

Zusätzlich bringen wir durch die Lehrkräftefortbildung Experimente³ die MINT-Bildung voran. Die langjährige Kooperation mit dem Kultusministerium und dem Arbeitgeberverband HessenChemie ist wertvoll und wir ziehen seit 2011 mit diesem Format an einem Strang.

Der Nachhaltigkeitspreis für junge Menschen in Hessen ist seit seiner Einführung ein starkes Signal für gesellschaftliche Verantwortung aus der Perspektive Auszubildender und dual Studierender aus unseren Mitgliedsunternehmen. Seit Anbeginn ist der Wirtschaftsminister Schirmherr. Ein wichtiges Signal!

Wie profitieren Unternehmen von einem Engagement in die Bildung?

Wir freuen uns, wenn sich unsere Unternehmen aktiv einbringen, indem sie junge Talente zu sich einladen. Mehrere Vorteile sprechen dafür: Indem sie sich engagieren, machen sie ihr eigene Innovationskraft sichtbar und begeistern junge Menschen für unsere Branche. Zusätzlich stärken sie ihre Arbeitgebermarke und auch ihre gesellschaftliche Verantwortung in der Region.

Welche Schwerpunkte standen 2025 im Fokus?

2025 fand die 6. Runde des Nachhaltigkeitspreises unter dem Motto „So will ich leben! Demokratie lebt vom Mitmachen“ statt. 22 Teams aus zwölf Unternehmen zeigten kreative Lösungen für ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit. Ein weiteres Highlight war erneut die Lehrerfortbildung „Experimente³ – Experimentieren und Lernen“, die Anfang November stattfand: Rund 140 Grundschullehrkräfte aus ganz Hessen nahmen teil. In 15 Workshops wurden praxisnahe Experimente erprobt – ein erfolgreicher Tag! Insgesamt legen wir seit über 20 Jahren großen Wert darauf, schon Grundschüler für MINT-Fächer zu begeistern und Kompetenzen zu fördern und zu stärken.

Zusätzlich konnten wir gleich zwei Lehrkräftefortbildungen zur Künstlichen Intelligenz anbieten, die sehr gut nachgefragt wurden. Dies ist ein Angeobt vorrangig für hessische MINT-Zentren und deren stark engagierte Lehrkräfte, die Unterricht modern und abwechslungsreich planen und gestalten wollen

Welche Ziele und Aktivitäten planen Sie für 2026 in der MINT-Bildung?

Unser Ziel für 2026 ist klar: Wir wollen Innovationsfähigkeit und Technologieoffenheit weiterhin ganz bewusst stärken. Denn diese Kompetenzen sind wichtige Bausteine, um in Zukunft wettbewerbsfähig zu wirtschaften.

Dafür schaffen wir Lernformate, die formales und informelles Lernen verbinden und den Zugang zu MINT erleichtern.

Unsere Leitlinie 2026 lässt sich in vier Punkten zusammenfassen:

  1. Wir setzen auf Kooperationen, weil sie der wirksamste Hebel sind, um Qualität und Reichweite in der MINT-Bildung zu erhöhen.
  2. Wir wollen MINT-Bildung an Grundschule weiter stärken und verstärkt Betreuung und Ganztag einbinden.
  3. Wir bringen KI-Kompetenzen in die Schulen mit dem Ziel, Lernprozesse zu individualisieren und zu verbessern.
  4. Und wir verzahnen Bildung und Nachhaltigkeit, damit junge Menschen die Zukunftskompetenzen entwickeln, die sie für verantwortungsvolle Entscheidungen brauchen.

Es wird ein spannendes Jahr!

Kontakt

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

 Heike Blaum

Heike Blaum

Bildungspolitik