Responsible-Care-Bundeswettbewerb 2020

Mit elektrischen Feldern gegen Mikropartikel im Abwasser

Beim Responsible-Care-Bundeswettbewerb 2020 des VCI zu „Nachhaltigem Umgang mit Wasser“ überzeugt Evonik die Jury und belegt den 1. Platz.

© Hans F DANIEL

Mit ihrem Projekt „Unter Strom: Sauberes Wasser dank Elektrostatik“ gewinnt die Evonik Operations GmbH mit Sitz in Hanau-Wolfgang den 1. Preis im Responsible-Care-Bundeswettbewerb. Unter dem Motto „Nachhaltiger Umgang mit Wasser“ suchten der VCI und seine Landesverbände beispielhafte Projekte im Umgang mit der wertvollen Ressource Wasser.

„Die chemische Industrie zeigt mit ihren Beiträgen zu diesem Wettbewerb auf vielfältige Weise, wie ernsthaft es ihr daran gelegen ist, nachhaltige Lösungen zu erforschen und zu implementieren. Damit kommt sie ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nach und zeigt ihre hohe Innovationskraft“, betonte Gregor Disson, Geschäftsführer des VCI Hessen.

Evonik zeigt mit diesem Verfahren, wie mithilfe elektrischer Felder Mikropartikel aus dem Abwasser abgetrennt werden können, so dass es im Nachgang wiederaufbereitet werden kann. Konkret wird eine Walze als Anode geschaltet, die sich über einer Wanne (als Kathode fungierend) dreht. Mittels einer elektrochemischen Reaktion bleiben die Polymer-Partikel aus dem Abwasser schließlich an der Walze kleben – ganz ohne Einsatz von Chemikalien. Danach werden die Partikel abgeschabt und können dann dem Recycling zugeführt werden.

Nach der erfolgreichen Prämierung mit dem 1. Platz beim Responsible-CareLandeswettbewerb des VCI Hessen im Frühsommer, freut sich Evonik-Verfahrensingenieur Patrik Stenner nun doppelt über seinen erneuten Hauptgewinn beim Nachhaltigkeitswettbewerb. „Das zeigt uns, dass wir mit diesem Projekt einen echten Nerv getroffen haben und wir mit unserer Forschung dabei helfen können, Problemstellungen mit guten Ansätzen zu beantworten.“

Als internes Projekt gestartet, ist das Vorhaben mittlerweile ein Teilprojekt des EU-finanzierten Programms Horizon 2020 „Limnoplast“, in dessen Rahmen interdisziplinär arbeitende Wissenschaftler an Lösungen für die Mikroplastik-Thematik arbeiten.

Die Jurys in Hessen und im Bundeswettbewerb lobten die gesamtgesellschaftliche Relevanz des Projekts und dessen Aktualität. Es habe Potenzial auch im großen Maßstab mit einer Vielfalt an Polymeren zu funktionieren und zukünftig den Eintrag von Mikroplastik in die Umwelt zu minimieren.

Responsible Care

Responsible Care ( RC ) ist eine weltweite Initiative der chemischen Industrie. Sie steht für den erklärten Willen verantwortlich zu handeln, unabhängig von gesetzlichen Vorgaben. Mit der Initiative zeigen Unternehmen Produktverantwortung, fördern Nachhaltigkeit, schaffen mehr Sicherheit für Werke und Nachbarschaft und verbessern den Umwelt- und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. In Deutschland gibt es Responsible Care bereits seit über 25 Jahren. Insgesamt beteiligen sich 53 nationale Chemieverbände an dem Programm. Handlungsgrundlage sind die elf Leitlinien des deutschen Responsible-Care-Programms in den sechs Handlungsfeldern Produktverantwortung, Umweltschutz, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Anlagensicherheit und Gefahrenabwehr/Security, Transportsicherheit, Dialog. Weltweit bestimmt die "Responsible Care Global Charter" die Ausrichtung des Responsible-Care-Programms in internationalen Unternehmen und nationalen Verbänden. Unabhängig von gesetzlichen Regulierungen ist Responsible Care ein Leitmotiv für das Handeln von Unternehmensleitungen und Mitarbeitern zur kontinuierlichen Verbesserung zum Schutz von Mensch und Umwelt in der Praxis. Die Initiative reagiert auf neue Herausforderungen und bietet den Unternehmen der chemischen Industrie die Möglichkeit, ihr Engagement für die eigenen Mitarbeiter und die Gesellschaft aufzuzeigen. www.responsible-care.de

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

RA Gregor Disson

E-Mail: disson@vci.de

Anne Meister

E-Mail: meister@vci.de