02. September 2026 | Bericht
Wie kann der europäische Emissionshandel Klimaschutz und industrielle Wettbewerbsfähigkeit gleichermaßen stärken?
Diese Frage steht im Fokus der Veranstaltung „ETS und industrielle Wettbewerbsfähigkeit: Herausforderungen für Europas Industriestandort“ am 20. Oktober 2026 in der Vertretung des Landes Hessen bei der Europäischen Union in Brüssel.
Warum engagiert sich der VCI Hessen gerade beim Thema Emissionshandel so intensiv?
Der Emissionshandel entscheidet zunehmend darüber, ob Unternehmen in Europa investieren und produzieren können. Für die chemisch-pharmazeutische Industrie ist er deshalb nicht nur ein Instrument der Klimapolitik, sondern eine zentrale Standortfrage.
Unsere Unternehmen stehen unter erheblichem Druck: hohe Energiepreise, steigende CO₂-Kosten, zusätzliche Regulierung und ein intensiver globaler Wettbewerb. Gleichzeitig sind enorme Investitionen in die Transformation zur Klimaneutralität erforderlich. Gerade jetzt ist die Debatte besonders wichtig: Mit der laufenden Überarbeitung des ETS werden in Brüssel Weichenstellungen vorgenommen, die die Wettbewerbsfähigkeit energieintensiver Industrien für die kommenden Jahre maßgeblich beeinflussen werden. Die Veranstaltung bietet daher den richtigen Zeitpunkt, die Perspektive der hessischen Industrie in den europäischen Entscheidungsprozess einzubringen.
Sie reisen für diese Veranstaltung nach Brüssel. Warum ist es wichtig, dort direkt präsent zu sein?
Die entscheidenden industrie- und klimapolitischen Rahmenbedingungen werden zunehmend in Brüssel gesetzt. Wer die Zukunft des Industriestandorts Europa mitgestalten will, muss dort präsent sein.
Wir wollen unsere Praxiserfahrungen in den politischen Prozess einbringen und dazu beitragen, dass Regulierung wirksam, aber auch wirtschaftlich tragfähig bleibt. Die Transformation kann nur gelingen, wenn die Rahmenbedingungen Investitionen ermöglichen.
Was möchten Sie mit der Veranstaltung erreichen?
Wir möchten die Sicht der hessischen Industrie in die europäische Debatte einbringen und den Austausch zwischen Politik, Verwaltung und Unternehmen stärken.
Unser Ziel ist ein Emissionshandelssystem, das Klimaschutz fördert, ohne die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu gefährden. Dafür braucht es faktenbasierte Diskussionen und verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen und Innovationen.
Welche Rolle spielt Hessen in dieser Debatte?
Hessen ist einer der führenden Chemie- und Pharmastandorte Europas. Viele Unternehmen investieren bereits heute in klimafreundliche Technologien und neue Produktionsverfahren.
Diese Erfahrungen sollten in die europäische Diskussion einfließen. Als VCI Hessen verstehen wir uns als Bindeglied zwischen Unternehmen und politischen Entscheidungsträgern in Wiesbaden, Berlin und Brüssel.
Was ist Ihre zentrale Botschaft an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer?
Klimaneutralität wird nur mit einer starken und wettbewerbsfähigen Industrie gelingen. Unsere Unternehmen verfügen über das Know-how und die Innovationskraft, um die Transformation erfolgreich zu gestalten.
Dafür brauchen sie jedoch Rahmenbedingungen, die Investitionen in Europa attraktiv halten. Klimaschutz und industrielle Stärke dürfen kein Gegensatz sein, sondern müssen gemeinsam gedacht werden.
Kontakt
Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.
Syndikusrechtsanwältin Ursula Kirchner
Energiepolitik
- Telefon: +49 (69) 2556-1466
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