25. August 2026 | Bericht
30 Schülerinnen und Schüler experimentieren in den Ferien. Der VCI Hessen unterstützt das Goethe-Schülerlabor seit seinen Anfängen.
Chemie verstehen heißt vor allem: selbst ausprobieren. Genau diese Erfahrung konnten 30 Schülerinnen und Schüler bei den beiden Science Camps 2026 im Goethe-Schülerlabor der Goethe-Universität Frankfurt machen. In den Schulferien tauchten sie mehrere Tage lang in die Welt der Chemie ein, experimentierten eigenständig und lernten dabei, wie chemische Zusammenhänge in ihrem Alltag und in industriellen Anwendungen eine Rolle spielen.
Der VCI Hessen fördert das Goethe-Schülerlabor seit seinen Anfängen. Für den Verband ist die Unterstützung solcher außerschulischen Lernorte ein wichtiger Baustein der Nachwuchsförderung: Kinder und Jugendliche sollen Chemie nicht nur aus dem Unterricht kennen, sondern Wissenschaft selbst erleben, Fragen stellen und eigene Erfahrungen im Labor sammeln.
Von Forensik bis Lebensmittelanalytik
Das erste Science Camp „Chemie im Alltag“ fand Anfang Juli statt und richtete sich an Schülerinnen und Schüler nach Abschluss der 7. Klasse. Zwei Tage lang beschäftigten sich die 15 Teilnehmenden mit Themen, die unmittelbar an ihre Lebenswelt anknüpfen: Forensik, Arzneimittel, Kosmetik und Lebensmittelanalytik.
Mit verschiedenen Experimenten untersuchten sie beispielsweise, wie Spuren sichtbar gemacht werden können und welche Inhaltsstoffe sich in Arzneimitteln, Kosmetikprodukten und Lebensmitteln finden lassen. Dabei lernten sie zugleich chemische Methoden kennen, mit denen Stoffe analysiert und Produkte entwickelt und auf ihre Qualität geprüft werden können.
Besonders wichtig war das eigenständige Experimentieren. In kleinen Gruppen führten die Jugendlichen die Versuche durch und wurden dabei von studentischen Hilfskräften begleitet. Gerade für diese Altersgruppe, die häufig noch wenig praktische Laborerfahrung hat, bietet das Science Camp damit einen unmittelbaren Zugang zu wissenschaftlichem Arbeiten.
Vom Rohstoff zum Produkt
Das zweite Camp „Vom Rohstoff zum Produkt – Chemie macht Material“ richtete sich an Jugendliche am Ende der 10. Klasse und der Einführungsphase der Oberstufe. An drei Tagen ging es um die Frage, wie aus chemischen Grundlagen konkrete Materialien und Produkte entstehen.
Die Themen reichten von Metallen, Erzen und Legierungen über Kunststoffe und Klebstoffe bis zu Smart Materials. Die Jugendlichen experimentierten unter anderem mit Metallgewinnung, Galvanisierung und Korrosionsschutz sowie mit der Herstellung und Untersuchung von Kunststoffen und Klebstoffen. Auch thermochrome Materialien und Alginate standen auf dem Programm.
Dabei ging es nicht darum, fertige Antworten nachzuvollziehen. Die Schülerinnen und Schüler führten die Experimente weitgehend selbstständig durch, dokumentierten ihre Beobachtungen und werteten die Ergebnisse aus. So konnten sie nachvollziehen, wie eng chemische Grundlagen mit den Eigenschaften moderner Werkstoffe und deren Nutzung in Alltagsprodukten, technischen Anwendungen und industriellen Produktionsprozessen verbunden sind.
Zum Abschluss stellten die Teilnehmenden einen selbst ausgewählten Versuch auf einem Poster vor und erklärten den Zusammenhang zwischen chemischem Aufbau, Materialeigenschaften und konkreten Anwendungen.
Begeisterung für Chemie – und Lust auf mehr
Beide Science Camps waren vollständig belegt und wurden von den Jugendlichen sehr positiv bewertet. Beim Camp „Chemie im Alltag“ wurden insbesondere die Themenauswahl, die Vielzahl der Experimente und die Betreuung hervorgehoben. Neun der 15 Teilnehmenden wünschten sich sogar ein längeres oder umfangreicheres Angebot. Auch von Eltern erreichten das Goethe-Schülerlabor positive Rückmeldungen: Die Kinder hätten zu Hause begeistert von ihren Experimenten erzählt und gerne an einem weiteren Science Camp teilgenommen.
Auch das zweite Camp wurde sehr positiv aufgenommen. Besonders geschätzt wurden die Betreuung, der Spaß am Experimentieren, die Möglichkeit, selbstständig zu arbeiten und eigene Ergebnisse zu erarbeiten. Die begleitende Evaluation liefert zudem Hinweise auf einen fachlichen Lernzuwachs. So stieg beispielsweise beim Thema Galvanisieren der Anteil korrekter Antworten von 40 auf rund 93 Prozent. Beim Korrosionsschutz erhöhte er sich von rund 67 auf 100 Prozent. Die Ergebnisse sind wegen der kleinen Teilnehmerzahl ausdrücklich nicht als repräsentativer Wirksamkeitsnachweis zu verstehen, zeigen aber eindrucksvoll das Potenzial des Formats.
Nachwuchsförderung, die ankommt
Dass die Science Camps stattfinden können, ist auch dem Engagement des VCI Hessen zu verdanken. Die Förderung trägt einen wesentlichen Teil der entstehenden Kosten – unter anderem für studentische Hilfskräfte, Experimentiermaterialien sowie die Erstellung und den Druck der Versuchsskripte. Dadurch können die aufwendigen Ferienangebote weiterhin kostenfrei für die Schülerinnen und Schüler angeboten werden.
Für den VCI Hessen ist das eine Investition in die Zukunft. Denn Begeisterung für Naturwissenschaften entsteht häufig dort, wo junge Menschen selbst aktiv werden können: wenn sie experimentieren, eigene Ergebnisse erzielen und erleben, dass Chemie konkrete Antworten auf Fragen des Alltags und der industriellen Praxis liefert. Das Goethe-Schülerlabor schafft dafür seit vielen Jahren einen wichtigen Ort. Und die Nachfrage zeigt: Das Interesse ist groß. Beide Science Camps 2026 waren vollständig ausgebucht. Auch 2027 soll das Angebot fortgesetzt werden. Für die Osterferien ist bereits ein weiteres Science Camp für die Oberstufe zum Thema Duft- und Aromastoffe in Entwicklung.
Um junge Menschen frühzeitig für Naturwissenschaften zu begeistern und sie auf ihrem Bildungs- und Berufsweg zu fördern, unterstützt der VCI Hessen das Goethe-Schülerlabor auch künftig.
Kontakt
Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.