25. Februar 2026 | Pressemitteilung
Beim industriepolitischen Austausch des VCI Hessen in der Hessischen Landesvertretung in Brüssel ging es darum, wie Europa als Standort für die chemisch-pharmazeutische Industrie attraktiv bleibt.
Wie Europa für die chemisch-pharmazeutischen Unternehmen ein attraktiver Industriestandort bleibt, stand im Mittelpunkt eines hochrangigen industriepolitischen Austauschs des VCI Hessen, welcher in der Hessischen Landesvertretung in Brüssel stattfand. Auf Einladung von Hessens stellvertretendem Ministerpräsidenten und Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Gewerkschaften und Unternehmen zentrale Fragen der Wettbewerbsfähigkeit und Transformation.
Die chemisch-pharmazeutische Industrie in Hessen erzielte 2024 einen Umsatz von 31,3 Mrd. Euro und macht somit 25,5 Prozent der hessischen Industrie aus. Seit 2021 steckt die klassische Chemie jedoch in der Krise: Die Produktion ging in fünf Jahren um rund 30 Prozent zurück. Die Pharmaindustrie bleibt stabiler, verzeichnet derzeit jedoch ebenfalls wenig Wachstum. Ziel des Austauschs war es, aus Sicht der Teilnehmenden Maßnahmen zu identifizieren, die Arbeitsplätze sichern und die Wettbewerbsfähigkeit stärken.
Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori sagte in seinem Grußwort: „Die chemische Industrie zählt zu den tragenden Säulen unserer industriellen Wertschöpfung. In Hessen sind Chemie und Pharma nicht nur bedeutende Arbeitgeber, sondern auch Motoren von Innovation, Technologieentwicklung und internationaler Vernetzung. Sie leisten einen maßgeblichen Beitrag zu Wohlstand, Beschäftigung und zur Sicherung von Zukunftsperspektiven in unserem Land. Die Breite der Industrie wirkt dabei weit über die klassischen Standorte hinaus – sie sorgt für sichere Arbeitsplätze und stärkt regionale Wertschöpfung.“
Perspektiven aus Industrie und Gewerkschaften
Sula Lockl, Geschäftsführerin des VCI Hessen, bedankte sich bei Kaweh Mansoori für die Möglichkeit des wichtigen Austauschs und machte deutlich: „Seit vielen Jahren haben wir auf die Herausforderungen unserer Branche hingewiesen, jetzt lässt sich die Krise nicht länger leugnen. Damit die hessische Industrie in Europa wieder an Kraft gewinnt, müssen den Worten endlich Taten folgen.“
Pierre Gröning, Geschäftsführer des VCI in Brüssel ergänzte, dass wertschöpfungsstarke und innovative Branchen wie Chemie und Pharma verlässliche und praktikable Rahmenbedingungen bräuchten, damit Investitionen getätigt und die Transformation erfolgreich umgesetzt werden könne.
Alexander Bercht (IGBCE) betonte die Sicht der Beschäftigten und wies auf die Auswirkungen regulatorischer Vorhaben auf Arbeitsplätze hin. Der Transformationsdruck durch Energie-, Klima- und Chemikalienpolitik müsse so gestaltet werden, dass industrielle Kerne erhalten und gute Arbeit gesichert werden.
Europäische Kommission ordnet Gesetzgebung ein
Jan Ceyssens, stellvertretender Kabinettschef in der Europäischen Kommission, gab einen Einblick in die Prioritäten der Kommission in Umwelt-, Energie-, Klima- und Industriepolitik. Er betonte die Notwendigkeit kohärenter Regulierung, die ökologische Ziele erreicht, ohne industrielle Wertschöpfung und Investitionen zu gefährden.
Erwartungen des VCI Hessen
Martin Kersten, Vorstandsmitglied des VCI Hessen und Geschäftsführer des mittelständischen Chemieunternehmens G.E. Habich’s Söhne, fasste die Erwartungen der Branche zusammen: „Europa steht an einem industriepolitischen Wendepunkt. Doch gemessen an den bisherigen Taten erkennen wir weder auf politischer Ebene insgesamt noch auf EU-Ebene ein klares Commitment zur Industrie. Die politischen Entscheidungsträger müssen sich darüber im Klaren sein, dass die Lage für weitere politische Experimente zu ernst ist. Jetzt ist ein deutliches Signal für wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen nötig: verlässliche und planbare Regulierung, wettbewerbsfähige Energiepreise und eine spürbar beschleunigte Infrastruktur. Nur so wird unser Standort wieder attraktiv. Im Gegenzug liefern wir Investitionen, Transformation und nachhaltige Wertschöpfung in Hessen und Europa.“
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