Wiesbadener Gespräche zur Zukunft der Industrie

Industrie fordert bessere Standortbedingungen

16. September 2026 | Bericht

Chemie, Pharma sowie Metall und Elektro fordern bessere Rahmenbedingungen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit.

Bei den Wiesbadener Gesprächen zur Zukunft der Industrie setzen sich HessenChemie, HESSENMETALL und VCI Hessen für bessere Standortbedingungen ein. V.l.n.r.: Dirk Meyer (Hauptgeschäftsführer HessenChemie), Dirk Pollert (Hauptgeschäftsführer HESSENMETALL), Baldassare La Gaetana (HESSENMETALL), Sula Lockl (Geschäftsführerin VCI Hessen), Dr. Joachim Kreysing (Vorstandsvorsitzender VCI Hessen). © Julia Reisinger
Bei den Wiesbadener Gesprächen zur Zukunft der Industrie setzen sich HessenChemie, HESSENMETALL und VCI Hessen für bessere Standortbedingungen ein. V.l.n.r.: Dirk Meyer (Hauptgeschäftsführer HessenChemie), Dirk Pollert (Hauptgeschäftsführer HESSENMETALL), Baldassare La Gaetana (HESSENMETALL), Sula Lockl (Geschäftsführerin VCI Hessen), Dr. Joachim Kreysing (Vorstandsvorsitzender VCI Hessen). © Julia Reisinger

Gemeinsam mit HessenChemie und HESSENMETALL hat der VCI Hessen beim Industriekongress in Wiesbaden auf die Herausforderungen der Industrie aufmerksam gemacht. Hohe Energie- und Arbeitskosten, zunehmende Bürokratie, Fachkräftemangel und der internationale Wettbewerbsdruck belasten die Unternehmen erheblich und verschärfen die Herausforderungen für den Industriestandort Hessen.

Zum Auftakt der Veranstaltung verdeutlichten Baldassare La Gaetana (Aqseptence Group), Dr. Stefan Ruppert (B. Braun Gruppe) und Vorstandsvorsitzender des VCI Hessen Dr. Joachim Kreysing (Infraserv GmbH & Co. Höchst KG) in ihrer Gastgeberrolle die Dringlichkeit politischen und unternehmerischen Handelns. Dr. Kreysing betonte, dass die Herausforderungen in der Chemie- und Pharmaindustrie differenziert betrachtet werden müssen. Während die energieintensive Chemiebranche insbesondere unter hohen Energiekosten, zunehmender Bürokratie und steigenden Arbeitskosten leidet, steht die Pharmaindustrie vor der Aufgabe, Innovationen schneller in Wertschöpfung und Produktion zu überführen. Mit Verweis auf die rückläufige Produktionsauslastung und weitere wirtschaftliche Kennzahlen machte Kreysing deutlich, dass die industrielle Basis in Deutschland zunehmend unter Druck gerät und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts gestärkt werden muss. Neben unternehmerischer Zuversicht und Mut brauchen die Unternehmen politische Rahmenbedingungen die innovationsfreundlich gestaltet sind.

Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori betonte in seinem politischen Impuls die Bedeutung der Zusammenarbeit von Politik, Unternehmen und Beschäftigten, um Hessen als Industrieland zukunftsfest aufzustellen. Der Industrietrialog sowie das Zukunftsnetz Hessen sind hessische Initiativen, in die sich der VCI Hessen für die Interessen seiner Mitgliedsunternehmen einsetzt, und die Beispiele für eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Industrie und Politik sind.

Einen fundierten Blick auf die aktuelle Lage lieferten Zahlen, Daten und Fakten sowie eine Analyse von Hanno Kempermann (IW Consult). Mit Blick auf den hessischen Standort machte seine ökonomische Einordnung die enorme Bedeutung der Industrie deutlich. In Hessen hängen Hunderttausende Arbeitsplätze direkt oder indirekt von ihr ab und zwar nicht nur in den Ballungsräumen, sondern insbesondere auch im ländlichen Raum. Diese zu erhalten, ist aus Sicht von Kempermann essentiell, um den Wohlstand und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sichern.

Industrie und Pharma unter Druck

Einen wichtigen Impuls aus Sicht der Pharmaindustrie setzte Madeleine Roach, Country President Deutschland von Sanofi. Sie zeigte die Leistungsfähigkeit und die Chancen der Pharmaindustrie auf, machte aber zugleich auf die Herausforderungen und Risiken aufmerksam, die sich aus aktuellen gesundheitspolitischen Entscheidungen für die Versorgung und den Standort ergeben. Zwischen dem politischen Bekenntnis zur Pharmaindustrie als Schlüssel- und Zukunftsbranche und der Ausgestaltung der aktuellen Gesundheitsreform klafft eine deutliche Lücke.

Einen unternehmerischen Blick auf die Zukunft brachte Baldassare La Gaetana ein. Seine Botschaft lautete: Gerade in herausfordernden Zeiten brauchen Unternehmen den Mut, Chancen zu ergreifen, Innovationen voranzutreiben und Zukunft aktiv zu gestalten.

Diskussion über die Wettbewerbsfähigkeit

Anschließend diskutierten im Panel Birgit Seeger (NORMA Group), Dr. Heidi Grön (Evonik), Baldassare La Gaetana und Dr. Stefan Ruppert über Arbeitskosten, Energie, Künstliche Intelligenz sowie Bildung und Ausbildung. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Weichen heute gestellt werden müssen, damit industrielle Wertschöpfung auch künftig in Hessen stattfindet.

Die Herausforderungen sind bekannt. Im Fokus der Diskussion stand die Frage, wie die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Hessen nachhaltig gestärkt werden kann.

Kontakt

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

 Johanna Pöhland

Johanna Pöhland

Kommunikation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit