Verkehrsinfrastruktur

Argumente und Positionen

Die Verkehrsinfrastruktur ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor: Funktionsfähige Verkehrswege stärken die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie. Sie ermöglichen privatwirtschaftliche Güterproduktion, dienen der Entwicklung von Region und Land und sind ein wichtiger Aspekt bei unternehmerischen Standortentscheidungen.

Substanz der Verkehrsinfrastruktur in Deutschland gefährdet
Die zentrale Lage in Europa ist ein wesentlicher Standortvorteil des Industrielands Deutschland. Nutzen kann es diesen Vorteil aber nur mit einer intakten Verkehrsinfrastruktur. Doch Deutschland lebt derzeit in weiten Teilen von der Substanz: Straßen sind marode, Brücken gesperrt, Schleusen störanfällig und Bahntrassen überlastet. Durch einen deutlich erhöhten Verkehrsetat sind mittlerweile die Voraussetzungen geschaffen, um für Abhilfe zu sorgen. Im Bundesverkehrswegeplan (BVWP) werden Schwachstellen aufgedeckt und der tatsächliche Bedarf aufgezeigt. Jetzt gilt es zu handeln.

Die chemische Industrie braucht sichere Verkehrswege
Die Chemie zählt zu den transportintensivsten Branchen in Deutschland und legt großen Wert auf sichere Transporte. Hierfür ist eine gute Verkehrsinfrastruktur unerlässlich. Langfristig will die Chemie Eisenbahn und Binnenschiff für ihre Transporte noch stärker nutzen als bisher. Dafür müssen die Voraussetzungen geschaffen werden. Um der Politik eine Orientierungshilfe zu geben, welche Verkehrsprojekte aus Sicht der chemischen Industrie so rasch wie möglich in Angriff genommen werden sollten, hat der VCI für das ganze Bundesgebiet aufgezeigt, wo und für welchen Verkehrsträger welche Maßnahmen vordringlich notwendig sind. Rund 60 prioritäre Vorschläge für eine Verbesserung der Verkehrswege hat die Branche in die politische Diskussion eingebracht.

DAFÜR SETZT SICH DER VCI EIN

  • Leistungsfähigkeit der Verkehrsinfrastruktur erhalten und erneuern
    Die Leistungsfähigkeit der Verkehrsinfrastruktur in Deutschland muss erhalten und erneuert werden. Der Ausbau aller Verkehrsträger ist langfristig voranzutreiben − und zwar entsprechend dem Sanierungsbedarf, dem Verkehrsaufkommen und dem Wirtschaftspotenzial.
  • Verkehrspolitisches Gesamtkonzept schaffen
    Alle Verkehrswege sind gleichberechtigt zu fördern und intelligent miteinander zu verknüpfen. Das setzt ein verkehrspolitisches Gesamtkonzept voraus, das Wechselwirkungen von Einzelmaßnahmen (zum Beispiel die Auswirkung der Trassenpreishalbierung auf den Binnenschiffsverkehr) stärker als bisher berücksichtigt.
  • Bauvorhaben beschleunigen
    Die schnellere Planung, Genehmigung und Umsetzung von Baumaßnahmen könnten deren Effizienz steigern. Die Bürger sollten durch eine zentral organisierte Institution frühzeitig in die Planungsprozesse einbezogen werden, um Verzögerungen und hieraus erwachsende finanzielle Mehrbelastungen zu reduzieren. Die Bundesfernstraßengesellschaft sollte rasch aufgebaut und innerhalb dieser Gesellschaft ein Planungskompetenzzentrum eingerichtet werden. So könnte die Politik vor allem überregionale Infrastruktur-Vorhaben mit weniger Bürokratieaufwand zügig voranbringen. Eine breite Fachkräfteoffensive ist notwendig. Um die Umsetzung der im Bundesverkehrswegeplan genannten Projekte zu überwachen, sollte beim Bund eine Controllingeinheit installiert werden.
  • Verknüpfung der Verkehrsträger beschleunigen
    Damit die chemische Industrie Eisenbahn und Binnenschiff künftig stärker nutzen kann, sind zusätzliche Knotenpunkte notwendig, die verschiedene Verkehrsträger besser miteinander verknüpfen. Außerdem können Engpässe behoben werden, indem Seehäfen besser an das Hinterland angebunden, Fahrspuren auf Autobahnen sowie Güterverkehrskorridore neu geschaffen oder erweitert werden. Die Effizienz könnte man steigern, indem Digitalisierung und Automatisierung stärker vorangetrieben werden.
  • Beiträge zum Klimaschutz realistisch einschätzen
    Der Güterverkehr kann Beiträge zum Klimaschutz leisten – allerdings sollte dabei auf zugleich verkehrspolitisch sinnvolle und wirtschaftlich machbare Maßnahmen geachtet werden.

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Andrea Heid

WTU/Umweltschutz, Anlagensicherheit, Verkehr (UAV)

E-Mail: heid@vci.de