Innovation:

Roadmap zum Innovationsweltmeister

Argumente und Positionen

Bildung, Wissenschaft und Forschung sind wichtige Säulen der Industriegesellschaft. Innovationen erschließen neue Märkte, stärken die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands, sorgen für Wachstum und tragen dazu bei, qualifizierte Beschäftigungsmöglichkeiten zu erhalten und neue zu schaffen.

Für den Industriestandort Deutschland wird es immer schwerer, seine Top-Position zu halten. Schwellenländer schließen auf, aber auch die etablierten Industrienationen investieren massiv in Bildung und Forschung und schaffen innovationsfreundliche Rahmenbedingungen.

Die deutsche chemisch-pharmazeutische Industrie stellt sich der Herausforderung. Sie hat 2016 rund 10,8 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung (FuE) investiert. Unternehmensinterne Innovationshemmnisse werden konsequent abgebaut, denn im sich verschärfenden globalen Wettbewerb wird die Zeitspanne von der Forschung bis zur Markteinführung der Produkte immer wichtiger.

Allein kann die Wirtschaft Deutschland allerdings nicht zum Innovationsweltmeister machen – sie braucht die Unterstützung der Politik.

Für eine innovationsfreundliche Industriepolitik in der nächsten Legislaturperiode hat der VCI deshalb einen Zwölf-Punkte-Plan mit Umsetzungshorizonten für die notwendigen Schritte mit folgenden Elementen erarbeitet: Kultur und Talente fördern, Barrieren abbauen, Förderung fokussieren, Kooperationen vereinfachen.

Innovationen brauchen politischen und gesellschaftlichen Rückhalt
Innovative Produkte und Verfahren aus der Chemie sind Bestandteil der Lösung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Mobilität, Klimaschutz und Ressourcenschonung. Politik und Gesellschaft müssen Innovationen aufgeschlossen gegenüber stehen, damit Fortschritte hier leichter möglich sind.

DAFÜR SETZT SICH DER VCI EIN

  • Forschungsausgaben erhöhen; Forschung und Wagniskapital steuerlich fördern
    Das politische Ziel für den Anteil der FuE-Ausgaben am BIP sollte von 3,0 auf 3,5 Prozent erhöht werden. Um dies zu erreichen, sind auch die Rahmenbedingungen für Forschung und Innovation zu verbessern. Dazu gehört eine steuerliche Forschungsförderung. Steuerliche Verlustvorträge von Start-ups sollten zeitlich und in der Höhe unbeschränkt erhalten bleiben, Regelungen für Wagniskapital optimiert und jene Vorschriften zu Funktionsverlagerungen abgeschafft werden, die FuE hemmen.
  • Hightech-Strategie konsequent fortführen
    Um das Niveau deutscher Forschung zu halten, sind ausreichend finanzierte, technologisch breit angelegte FuE-Förderprogramme wichtig: im Energiebereich, für mehr Ressourceneffizienz, für innovative Arzneimittel und für Schlüsseltechnologien wie neue Werkstoffe, Katalyse, Nano- und Biotechnologie sowie die Nutzung nachwachsender Rohstoffe. FuE-Förderprogramme müssen die spezifischen Belange von mittelständischen Unternehmen ebenso wie die von Großunternehmen berücksichtigen.
  • Naturwissenschaftliche Bildung, MINT-Fächer und Hochschulfinanzierung stärken
    Naturwissenschaftlich-technischer Sachkundeunterricht sollte bereits in der Grundschule eingeführt sowie ein Drittel des Unterrichts in weiterführenden Schulen durchgängig mit MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) belegt werden. Eine exzellente Grundlagenforschung ist für die chemisch-pharmazeutische Industrie essenziell. Hochschulen sind finanziell besser auszustatten: Die Finanzierung von Hochschulen durch den Bund sollte zur Qualitätssteigerung in Forschung/Lehre genutzt werden; zudem sollten sozialverträgliche Studiengebühren eingeführt werden. Die Hochschulausbildung (Bachelor- und Master-Studiengänge) muss weiter internationalisiert und verbessert werden. Die Möglichkeiten zur qualifizierten Weiterbildung Berufstätiger müssen ausgeweitet werden
  • Regulierung und behördliches Handeln sollten Innovationen unterstützen, nicht behindern
    Zulassungsverfahren für neue Produkte sollten entbürokratisiert, gesetzliche Fristen eingehalten werden. Die Gesetzesfolgenabschätzung neuer und existierender Regulierungen sollte verbessert und hierfür ein "Innovationscheck" eingeführt werden. Da Deutschland ein wichtiger Pharma-Standort ist, müssen innovative Arzneimittel ausreichend vergütet werden. Die Zulassungsverfahren für innovative Pflanzenschutzmittel müssen beschleunigt werden.

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Dr. Hans-Jürgen Klockner

WTU / Wissenschaft und Forschung (WiFo)

E-Mail: klockner@vci.de