Innovationskraft der Chemie stärken

Argumente und Positionen

Innovationen sind ein zentraler Erfolgsfaktor unserer Volkswirtschaft: Sie erschließen neue Märkte und stärken die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Sie sorgen für Wachstum und tragen dazu bei, qualifizierte Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen. Gerade innovative Produkte und Verfahren aus der Chemie sind Bestandteil der Lösung großer gesellschaftlicher Herausforderungen, zum Beispiel in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Mobilität, Klimaschutz und Ressourcenschonung. Im globalen Wettbewerb wird die Zeitspanne von der Forschung bis zur Markteinführung der Produkte immer wichtiger.

Bildung, Wissenschaft und Forschung sind Grundvoraussetzungen für Innovationen
Die wichtigsten Säulen einer modernen Wissens- und Industriegesellschaft sind Bildung, Wissenschaft und Forschung. Das Wirtschaftswachstum korreliert eng mit den entsprechenden Ausgaben. Die Chemie trägt ihren Teil dazu bei: 2015 hat die Branche über 10 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investiert.

Als innovationsorientierte Branche ist die Chemie auf ein hohes Bildungsniveau ihrer Mitarbeiter und eine exzellente Grundlagenforschung angewiesen. Naturwissenschaftlicher Unterricht kommt in den deutschen Schulen aber immer noch zu kurz. Auch die Möglichkeiten zur qualifizierten Weiterbildung Berufstätiger müssen ausgeweitet werden.

Der VCI unterstützt die Fortsetzung der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern zur Stärkung der universitären Forschung.

Innovationen brauchen politischen und gesellschaftlichen Rückhalt
Politik und Gesellschaft müssen Innovationen aufgeschlossen gegenüber stehen. Gesetze und Vorschriften und das Handeln von Behörden sollten Innovationen unterstützen und nicht behindern. Daher ist es richtig, dass auch die neue Hightech-Strategie der Bundesregierung Impulse für mehr Technikakzeptanz in der Bevölkerung setzen will. Da Deutschland ein wichtiger Pharma-Standort ist, müssen innovative Arzneimittel ausreichend vergütet werden.

Mehr zum Thema

Das Thema „Stärkung der Innovationskraft der chemischen Industrie“ umfasst eine ganze Reihe von Einzelaspekten, zu denen der VCI jeweils detailliert Stellung bezieht. Lesen Sie mehr auf unseren Themenseiten zu: Bildung , Forschungspolitik , Forschungsthemen , Kooperation Wissenschaft & Wirtschaft , Förderwerk Fonds der Chemischen Industrie , Steuern , Geistiges Eigentum , Nanomaterialien , Biotechnologie (Web-Portal der Deutschen Indistrievereinigung Biotechnologie) und Elektromobilität . Fonds der Chemischen Industrie hat darüberhinaus ein eigenes Web-Portal , das umfassend über seine Förderaktivitäten Auskunft gibt.

DAFÜR SETZT SICH DER VCI EIN

  • Deutsche Hightech-Strategie konsequent fortführen
    Um das hohe Niveau deutscher Forschung zu halten, sind ausreichend finanzierte, technologisch breit angelegte FuE-Förderprogramme wichtig: im Energiebereich, für mehr Ressourceneffizienz, innovative Arzneimittel und für Schlüsseltechnologien wie neue Werkstoffe, Katalyse, Nano- und Biotechnologie, Nutzung nachwachsender Rohstoffe und Recycling. Die FuE-Förderprogramme müssen die spezifischen Belange von KMU ebenso wie die von Großunternehmen berücksichtigen. Das politische Ziel für den Anteil der FuE-Ausgaben am Bruttoinlandsprodukt sollte von 3 auf 3,5 % erhöht werden. Damit verbunden ist eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für Forschung und Innovation erforderlich.
  • MINT-Fächer, Hochschulfinanzierung und duale Berufsausbildung stärken
    Um den Grundstein für naturwissenschaftliche Bildung früh zu legen, sollten Natur- und Alltagsphänomene bereits im Kindergarten behandelt, naturwissenschaftlich-technischer Sachkundeunterricht in der Grundschule eingeführt sowie ein Drittel des Unterrichts in weiterführenden Schulen durchgängig mit MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) belegt werden. Hochschulen sind finanziell besser auszustatten: Die nun mögliche Finanzierung von Hochschulen durch den Bund sollte zur Qualitätssteigerung in Forschung und Lehre genutzt werden. Zudem sollten sozial verträgliche Studiengebühren eingeführt werden. Gleichzeitig muss die Hochschulausbildung im Rahmen des Bologna-Prozesses (Bachelor- u. Master-Studiengänge) weiter internationalisiert und verbessert werden.
  • Forschung und Wagniskapital steuerlich fördern
    Das deutsche Steuerrecht kann Innovationen besser unterstützen: Deshalb sollten steuerliche Verlustvorträge für Start-ups zeitlich und in der Höhe unbeschränkt ermöglicht, Regelungen für Wagniskapital optimiert und jene Vorschriften zu Funktionsverlagerungen abgeschafft werden, die Forschung und Entwicklung hemmen. Eine steuerliche Forschungsförderung ist überfällig. Viele andere Länder haben dieses Instrument zur Stärkung der Innovationskraft der Wirtschaft erfolgreich eingeführt.
  • Regulierung und behördliches Handeln sollten Innovationen unterstützen
    Zulassungsverfahren für neue Produkte sollten entbürokratisiert und gesetzliche Fristen eingehalten werden. Zudem sollte die Gesetzesfolgenabschätzung neuer Regulierungen verbessert werden.

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Dr. Hans-Jürgen Klockner

WTU / Wissenschaft und Forschung (WiFo)

E-Mail: klockner@vci.de