Innovationsanreize für Chemie und Pharma

Argumente und Positionen

Für den Industriestandort Deutschland wird es schwerer, seine Top-Position bei Forschung und Entwicklung (FuE) zu halten. Die mit Deutschland im Wettbewerb stehenden Industrienationen investieren massiv in Bildung und Forschung und schaffen innovationsfreundliche Bedingungen. Die Schwellenländer – vor allem China – schließen auf. Die deutsche chemisch-pharmazeutische Industrie stellt sich dieser Herausforderung: Sie investierte 2018 rund 11,8 Milliarden Euro in FuE und arbeitet konsequent am Abbau unternehmensinterner Innovationshemmnisse. Allein kann die Wirtschaft Deutschland allerdings nicht an der Spitze halten – sie braucht politische Unterstützung.

Forschungsanreize setzen

Die gerade beschlossene steuerliche Forschungsförderung für alle innovativen Unternehmen war überfällig. Start-ups brauchen einen leichteren Zugang zu Wagniskapital. Essenziell für erfolgreiche Forschung ist zudem der Patentschutz: im Pharmabereich durch ergänzende Schutzzertifikate. Damit können Arzneimittelhersteller eine Verlängerung der Patentlaufzeit um maximal fünf Jahre sichern, um lange Entwicklungszeiten von Arzneimitteln auszugleichen.

Mit ihrer Hightech-Strategie ist die Bundesregierung auf einem richtigen Weg, den Innovationsstandort Deutschland zu stärken.

Innovationen werden gefördert, indem bestehende und künftige Regelungen daraufhin überprüft werden, wie sie sich auf neue Produkte und Verfahren auswirken. Das fehlt.

Bestens ausgebildete Wissenschaftler, Ingenieure, Techniker und Facharbeiter stärken die Innovationskraft der Unternehmen.

Politischer und gesellschaftlicher Rückhalt

Innovative Produkte und Verfahren aus Chemie und Pharma sind Teil der Lösung großer gesellschaftlicher Herausforderungen wie Gesundheitsversorgung, demografischer Wandel, Ernährung, Mobilität, Klimaschutz, Ressourcenschonung. Politik und Gesellschaft sollten Innovationen aufgeschlossen gegenüberstehen, damit Fortschritte leichter möglich sind.

DAFÜR SETZT SICH DER VCI EIN

  • Ausgaben erhöhen, Forschung und Wagniskapital steuerlich fördern
    Das politische Ziel, den BIP-Anteil der FuE-Ausgaben auf 3,5 Prozent zu erhöhen, ist richtig. Die Rahmenbedingungen für Forschung und Innovation sind zu verbessern: durch einen angemessenen Bundeshaushalt und die jetzt beschlossene steuerliche Forschungsförderung für alle Unternehmen.
  • Hightech-Strategie konsequent fortführen, Wagniskapital fördern, Schutzrechte sichern
    Die Hightech-Strategie sollte mit einer ressortübergreifenden Innovationspolitik verknüpft werden. Um das Niveau deutscher Forschung zu halten, sind ausreichend finanzierte und technologisch breit angelegte Förderprogramme wichtig. Sie sollten auch die spezifischen Belange mittelständischer Unternehmen berücksichtigen. Die Rahmenbedingungen für Wagniskapital sollten optimiert werden. Zur Sicherung geistigen Eigentums sind angemessene Patentverwertungszeiten, ergänzende Schutzzertifikate (Supplementary Protection Certificates – SPC) auch in Form eines EU-weiten „Einheits-SPC“ sowie der Unterlagenschutz entscheidend.
  • Innovations-Check bei der Gesetzesfolgenabschätzung einführen
    Politische Rahmenbedingungen sollten Innovationen nicht erschweren oder gar verhindern. Bestehende und künftige Regulierungen sollten stattdessen durch einen Innovations-Check überprüft werden.
  • Bessere Bedingungen für naturwissenschaftliche Bildung schaffen
    Naturwissenschaftlich-technischer Sachkundeunterricht sollte bereits in der Grundschule eingeführt sowie ein Drittel des Unterrichts in weiterführenden Schulen durchgängig mit MINT-Fächern belegt werden. Eine exzellente Grundlagenforschung ist für die chemisch-pharmazeutische Industrie essenziell. Hochschulen sind finanziell besser auszustatten. Die Möglichkeiten zur qualifizierten Weiterbildung Berufstätiger müssen ausgeweitet werden.

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Dr. Hans-Jürgen Klockner

WTU/Wissenschaft und Forschung (WiFo)

E-Mail: klockner@vci.de