Innovation:

Anreizstruktur für Innovationen in Pharma

Argumente und Positionen

Die deutschen Pharmaunternehmen gaben 2016 rund 6,5 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung (FuE) aus. Neben der Erforschung neuer Therapieformen ist auch die Weiterentwicklung bereits bewährter Wirkstoffe aufwändig. Die Pharma-Unternehmen investieren mit über 13 Prozent ihres Umsatzes mehr als jede andere Branche in FuE-Aktivitäten. Die Entwicklungsdauer für ein Medikament liegt bei etwa zehn bis 13,5 Jahre.

Positive Effekte zum Wohle der Gesellschaft
Pharma-Innovationen zeigen sich nicht allein in neuen Medikamenten und Therapieoptionen, sondern im gesamten Leistungsangebot der Branche. Sie führen zu medizinischem Fortschritt und sind damit nicht nur von Nutzen für den einzelnen Patienten, sondern auch gesamtgesellschaftlich unverzichtbar.

Neben der klassischen Pharma-Forschung bieten moderne molekularbiologische Methoden (z. B. Genome Editing) große Potenziale, unter anderem für die Behandlung oder gar Heilung genetisch bedingter Erb- und Krebskrankheiten.

Forschungsanreize durch gesicherte Schutzrechte
Zu den essenziellen Rahmenbedingungen für erfolgreiche Pharma-Forschung gehört neben einer steuerlichen Forschungsförderung der Patentschutz: Wenn ein neues Medikament den Markt erreicht, sind aufgrund des langen Entwicklungsprozesses von den 20 Jahren Patentschutz bereits viele Jahre ohne Marktzugang verstrichen, sodass nur etwa zehn Jahre Patentschutz mit Marktzugang verbleiben würden. Durch ergänzende Schutzzertifikate (SPC) können Hersteller derzeit eine Verlängerung der Patentlaufzeit um maximal fünf Jahre sichern. Auch der Unterlagenschutz ist wichtig, damit die für die Zulassung eines Medikaments eingereichten Unterlagen nicht von anderen Firmen bei Zulassungsanträgen für deren Generika umgehend mitgenutzt werden können.

Innovations-Check und innovations-fördernde Finanzierungskonzepte
Ein weiterer notwendiger Baustein zur nachhaltigen Stärkung der Innovationskraft der Wirtschaft wäre die Einführung eines Innovations-Checks bei der Gesetzesfolgenabschätzung. Zudem muss die Finanzierung innovativer Unternehmen und Start-ups vor allem durch risikoinvestitionsfreundliche und attraktive steuerliche Rahmenbedingungen für Wagniskapitalgeber verbessert werden.

DAFÜR SETZT SICH DER VCI EIN

  • Anreize für Pharma-Innovationen schaffen
    Um Anreize für Forschungsinvestitionen zu schaffen, sind die Sicherung des geistigen Eigentums durch angemessene Patentlaufzeiten, die Möglichkeit zur Nutzung von ergänzenden Schutzzertifikaten und der Unterlagenschutz entscheidend. Das bestehende System für Ergänzende Schutzzertifikate muss erhalten und um ein "Einheits-SPC" ergänzt werden. Nur hierdurch können die Vorteile des europäischen Patentsystems von den Unternehmen der pharmazeutischen Industrie realisiert werden. Verbesserte steuerliche Rahmenbedingungen für forschungsintensive Unternehmen und deren Investoren durch die Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung sowie risikoinvestitionsfördernde und attraktive Konditionen für Wagniskapitalgeber würden ein innovationsfreundliches Umfeld für die Pharma-Branche in Deutschland abrunden.
  • Innovations-Check bei der Gesetzesfolgenabschätzung einführen
    Politische Rahmenbedingungen sollten Innovationen nicht erschweren oder gar verhindern. Bestehende und künftige Gesetze sollten stattdessen durch ausgewogene Chancen-Risiken-Bewertungen und einen Innovations-Check überprüft werden. Dies gilt insbesondere für neue Technologien.

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Elena Michels

E-Mail: michels@vci.de