Industriepolitik

Argumente und Positionen

Die Industrie ist die Basis für die wirtschaftliche Stärke Deutschlands. Die chemisch-pharmazeutische Industrie trägt mit ihren Produkten und Innovationen maßgeblich zum Erfolg des Standorts bei.

Große Herausforderungen für deutsche Unternehmen

Das Umfeld, in dem sich die Unternehmen bewegen, wandelt sich derzeit rasant: Es nimmt nicht nur der internationale Wettbewerbsdruck immer mehr zu, sondern die Industrie- und Handelspolitik Chinas und der USA verändern die gesamte Wirtschaftsordnung. Zugleich wachsen die Herausforderungen beim Klima- und Umweltschutz, sodass etablierte Produktionsweisen an ihre natürlichen Grenzen stoßen und an gesellschaftlicher Akzeptanz verlieren. Zu guter Letzt findet in vielen Technologiefeldern ein Umbruch statt: Neue Verfahren verändern die Wirtschaft und damit auch die Gesellschaft – von der Biotechnologie über die Digitalisierung und neue Antriebs-technologien bis hin zur zirkulären Wirtschaft.

Industriestrategie 2030 beflügelt Diskussion

Anfang Februar 2019 hat Bundesminister Altmaier seine „nationale Industriestrategie 2030“ skizziert und damit eine bislang überfällige Debatte eingeleitet. Altmaier greift vor allem den globalen Wettbewerb zwischen den Industrie- und Technologiepolitiken zentraler Wirtschaftsnationen auf. Bis zum Jahresende 2019 will er konkrete Maßnahmen erarbeiten – auch unter Einbeziehung von Stakeholdern.

Gute Industriepolitik würde Standort stärken

Altmaiers „Industriestrategie“ gibt Denkanstöße und setzt bisher stark auf die selektive Förderung einzelner Technologiefelder und den Schutz der heimischen Industrie. Es fehlt an Technologieoffenheit. Für die Chemiebranche kommt es hingegen vor allem auf ein innovationsfreundliches Umfeld und bessere Standortbedingungen an. Eine besondere Stärke des Standorts Deutschland ist sein Mittelstand – dies muss in der Industriestrategie entsprechend berücksichtigt werden, genauso wie die europäische Dimension.

Handlungsfähigkeit auf EU-Ebene zeigen

Die deutsche Industrie ist Teil eines europäischen Industrienetzwerks. Gerade im Wettbewerb und in Verhandlungen mit den USA und China sollte die EU ihr gesamtes politisches und wirtschaftliches Gewicht in die Waagschale werfen. Europa braucht mehr Mut zur Einigkeit und einen starken Außenauftritt.

DAFÜR SETZT SICH DER VCI EIN

  • Industriestrategie für einen starken Standort
    Bundeswirtschaftsminister Altmaier hat mit seiner Industriestrategie eine wichtige Diskussion angestoßen. Es braucht aber nun ein Maßnahmenpaket, das den Industriestandort wirklich substanziell stärkt: Neue Wachstumsimpulse aus Digitalisierung und zirkulärer Wirtschaft für eine moderne, innovative und nachhaltige Industrie sind gefragt. Zudem ist die Industriestrategie europäisch einzubetten.
  • Freiräume und Offenheit für Innovationen schaffen
    Damit mehr Innovationen aus Deutschland kommen, die dann Wertschöpfung bilden, sind eine technologieoffene Forschungsförderung, eine gut ausgestattete Projektförderung und ein erleichterter Zugang zu Wagniskapital zu empfehlen. Zudem ist ein wissenschaftlich fundierter gesellschaftlicher Dialog über die Potenziale und Risiken neuer Technologien erforderlich.
  • Standortbedingungen für Investitionen und Produktion verbessern
    Eine Industriestrategie muss Impulse für Investitionen und Produktion geben. Sie sollte dringende Investitionen in die Infrastruktur anpacken, die Digitalisierung der Industrie unterstützen, weitere Anstrengungen zur Handelsliberalisierung unternehmen und auf effiziente, unbürokratische und rechtssichere Regulierungen achten. Darüber hinaus sollte Deutschland sich dem internationalen Steuerwettbewerb stellen.

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Dr. Henrik Meincke

WFI/Volkswirtschaft (VW)

E-Mail: meincke@vci.de