Industriepolitik

Argumente und Positionen

Die Industrie ist die Basis für die wirtschaftliche Stärke Deutschlands. Die chemisch-pharmazeutische Industrie trägt mit ihren Produkten und Innovationen maßgeblich zur Lösung der gesellschaftlichen und klimapolitischen Probleme bei.

Das Umfeld, in dem sich die Unternehmen bewegen, wandelt sich rasant: Der internationale Wettbewerbsdruck nimmt immer mehr zu, und die Industrie- und Handelspolitik Chinas sowie der USA verändern die gesamte Wirtschaftsordnung. Zugleich wachsen die Herausforderungen beim Klima- und Umweltschutz. Treibhausgasneutralität, zirkuläres Wirtschaften und der Erhalt der Artenvielfalt sind wichtige Dimensionen der damit verbundenen Veränderungsprozesse. Generell findet ein Umbruch statt: Neue Verfahren verändern die Wirtschaft und damit nicht nur die Produktionsmethoden, sondern auch die Gesellschaft. Die von dieser Dynamik erfassten Bereiche reichen von der Biotechnologie über die Digitalisierung, über neue Antriebstechnologien bis hin zur Entwicklung einer zirkulären Wirtschaftsweise.

Industriestrategie 2030 beflügelt Diskussion

Anfang Februar 2019 hat Bundesminister Peter Altmaier seine „Nationale Industriestrategie 2030“ skizziert und damit eine überfällige Debatte eingeleitet. Altmaier greift vor allem den globalen Wettbewerb zwischen den Industrie- und Technologiepolitiken zentraler Wirtschaftsnationen auf. Bis zum Jahresende 2019 will er konkrete Maßnahmen erarbeiten – auch unter Einbeziehung von Stakeholdern.

Altmaiers „Industriestrategie“ gibt Denkanstöße und setzt bisher stark auf die selektive Förderung einzelner Technologiefelder und den Schutz der heimischen Industrie. Es fehlt aber an Technologieoffenheit.

Für die Lösung der Zukunftsprobleme, zu denen die Chemiebranche beiträgt, kommt es vor allem auf ein innovationsfreundliches Umfeld und bessere Standortbedingungen an: Dazu gehören eine gute Verkehrs- und Digitalinfrastruktur, wettbewerbsfähige Energiepreise sowie ein modernes Unternehmensteuerrecht und eine bessere Finanzierung von Start-ups. Eine besondere Stärke Deutschlands ist sein innovativer Mittelstand – dies muss in der Industriestrategie entsprechend berücksichtigt werden, genauso wie die europäische Dimension.

Handlungsfähigkeit auf EU-Ebene zeigen

Die deutsche Industrie ist Teil eines europäischen Industrienetzwerks. Gerade im Wettbewerb und in Verhandlungen mit den USA und China sollte die EU ihr gesamtes politisches und wirtschaftliches Gewicht in die Waagschale werfen. Europa braucht mehr Mut zur Einigkeit und einen starken Außenauftritt.

DAFÜR SETZT SICH DER VCI EIN

  • Industriestrategie für die Lösung von Zukunftsproblemen
    Notwendig ist ein Maßnahmenpaket, das den Industriestandort wirklich substanziell stärkt: Neue Wachstumsimpulse aus Digitalisierung und zirkulärer Wirtschaft für eine moderne, innovative und nachhaltige Industrie sind gefragt. Zudem ist die Industriestrategie europäisch einzubetten.
  • Freiräume und Offenheit für Innovationen schaffen
    Damit mehr Innovationen aus Deutschland für nachhaltige Produkte und Prozesse kommen, sind eine technologieoffene Forschungsförderung, eine gut ausgestattete Projektförderung und ein erleichterter Zugang zu Wagniskapital zu empfehlen. Zudem ist ein wissenschaftlich fundierter gesellschaftlicher Dialog über die Potenziale und Risiken neuer Technologien erforderlich.
  • Standortbedingungen für Investitionen und Produktion verbessern
    Eine Industriestrategie muss Impulse für Investitionen und Produktion geben. Sie sollte dringende Investitionen in die Verkehrs- und Digitalinfrastruktur anpacken, die Digitalisierung der Industrie unterstützen, weitere Anstrengungen zur Handelsliberalisierung unternehmen und auf effiziente, unbürokratische und rechtssichere Regulierungen achten. Darüber hinaus sollte Deutschland sich dem internationalen Wettbewerb bei Steuern und Energiekosten stellen.

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Dr. Henrik Meincke

WFI/Volkswirtschaft (VW)

E-Mail: meincke@vci.de