Bildung

Argumente und Positionen

Die Chemie in Deutschland hält im internationalen Innovationswettbewerb einen Spitzenplatz. Daran haben die gute Ausbildung und die hohen Qualifikationen der Menschen, die in der Chemie arbeiten – sei es in der Wissenschaft oder in der Industrie - einen entscheidenden Anteil. Als rohstoffarmes Land ist der Technologiestandort Deutschland besonders auf hochqualifizierte technisch-wissenschaftlich ausgebildete Fachkräfte angewiesen.

Der globale Wettbewerb wird härter, die Gewichte verschieben sich. Asiatische Staaten investieren weiter verstärkt in Bildung und Forschung als Fundament für Innovationen, Wachstum und Wohlstand. Umso wichtiger ist es, dass auch Deutschland spürbar mehr Anstrengungen unternimmt, um das allgemeine Bildungsniveau weiterzuentwickeln. Gute Bildung und hohe Qualifikation sind zudem der Schlüssel für größere Chancen auf einen attraktiven Arbeitsplatz und gesellschaftliche Teilhabe.

Naturwissenschaftliche Bildung stärkt das Industrieland Deutschland

Die Chemieindustrie braucht bestens ausgebildete Wissenschaftler, Ingenieure, Techniker und Facharbeiter, um mit ihren Innovationen auch künftig Motor für die Technologieführerschaft der Industrie zu sein. Gute Schulbildung in Naturwissenschaften und Mathematik schafft hierfür eine wesentliche Grundlage. Die Stärkung der sogenannten MINT-Fächer ist auch unverzichtbar für eine sach- und faktenorientierte Auseinandersetzung mit Wissenschaft und Technik sowie die hierauf basierende Urteilsbildung der Menschen, die zunehmend gefordert sind, Chancen und Risiken von Innovationen rational einzuschätzen. Auch das Vermitteln ökonomischer Zusammenhänge gehört zum Bildungsauftrag der Schule.

Die chemische Industrie bietet attraktive Arbeitsplätze und sichert Wohlstand

Die Branche ist ein bedeutender Arbeitgeber: In den rund 1.700 VCI-Mitgliedsunternehmen arbeiteten 2017 mehr als 453.000 Menschen. Jeder zehnte dieser Mitarbeiter ist in Forschung und Entwicklung tätig. Dies unterstreicht den hohen Stellenwert eines vor allem in den Natur- und Ingenieurwissenschaften international wettbewerbsfähigen, attraktiven Bildungs- und Forschungsstandorts für die Chemieindustrie.

Branche fördert naturwissenschaftliche Bildung mit erheblichen Mitteln

Die Chemieindustrie engagiert sich seit sechzig Jahren für Bildung und Nachwuchssicherung. Rund 12 Millionen Euro stellt ihr Förderwerk, der Fonds der Chemischen Industrie, jährlich bereit. Etwa zwei Drittel dieser Mittel werden für Stipendien an Doktoranden und Nachwuchshochschullehrer ausgegeben. Rund 3 Millionen Euro wendet der Fonds 2018 für die "Schulpartnerschaft Chemie" auf, damit der Chemieunterricht an den Schulen noch an-schaulicher und interessanter wird.

DAFÜR SETZT SICH DER VCI EIN

  • Naturwissenschaftliches und ökonomisches Wissen ausweiten, digitale Grundbildung sichern
    Es ist empfehlenswert, die frühkindliche Bildung in der Vorschule, vor allem für Naturphänomene und Sachkunde, zu verbessern. Die verbindliche Einführung naturwissenschaftlichen Unterrichts an den Grundschulen wäre ein Eckpfeiler für gute MINT-Bildung im gesamten schulischen Bildungssystem. An weiterführenden Schulen sollte jede dritte Stunde auf MINT-Fächer entfallen. Chemie sollte in der Sekundarstufe 1 stärker unterrichtet werden. Ökonomische Grundkenntnisse und IT-bezogene Basisqualifikation („digitale Bildung") sollten zum ganzheitlichen Bildungsauftrag der Schule gehören.
  • Qualität der naturwissenschaftlichen Schulbildung stärken
    Die Chemieindustrie empfiehlt bundesweit verbindliche Qualitäts- und Anforderungsstandards bei allen Schulabschlüssen. Die Qualität des Abiturs als belastbarer Nachweis der Studierfähigkeit wird gesichert, wenn die Prüfung zentral auf Landesebene durchgeführt wird. Zwei naturwissenschaftliche Fächer sollten Pflichtfächer des Abiturs sein.
  • Hochschulausbildung in den Natur- und Ingenieurwissenschaften verbessern
    Die Qualität der Hochschulbildung sowie der Abschlüsse Bachelor und Master sollte weiter gestärkt werden. Die Aufhebung des Kooperationsverbots zwischen Bund und Ländern im Hochschulbereich ermöglicht, dass sich der Bund an der Grundfinanzierung der Hochschulen dauerhaft beteiligt. Hier wäre es zweckmäßig, die Finanzmittel vorrangig für Verbesserungen in der Lehre einzusetzen sowie die Förderung der Digitalkompetenz in den Curricula der MINT-Fächer verbindlich zu verankern.

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Dr. Denise Schütz

WTU/Wissenschaft und Forschung (WiFo)

E-Mail: schuetz@vci.de