Bildung

Argumente und Positionen

Die Chemie in Deutschland hält im internationalen Innovationswettbewerb einen Spitzenplatz. Daran haben die gute Ausbildung und die hohen Qualifikationen der Menschen, die in der Chemie arbeiten − sei es in der Wissenschaft, sei es in der Industrie − einen entscheidenden Anteil. Als rohstoffarmes Land ist der Technologiestandort Deutschland besonders auf hochqualifizierte technisch-wissenschaftlich ausgebildete Fachkräfte angewiesen.

Der globale Wettbewerb wird härter, die Gewichte verschieben sich. Asiatische Staaten investieren verstärkt in Bildung und Forschung als Fundament für Innovationen, Wachstum und Wohlstand. Umso wichtiger ist es daher, dass Deutschland künftig mehr Anstrengungen unternimmt, um das allgemeine Bildungsniveau weiter zu entwickeln. Gute Bildung und Qualifikation sind der Schlüssel für größere Chancen der Menschen auf einen attraktiven Arbeitsplatz und auf gesellschaftliche Teilhabe.

Naturwissenschaftliche Bildung stärkt das Industrieland Deutschland
Die Chemieindustrie braucht bestens ausgebildete Wissenschaftler, Ingenieure, Techniker und Facharbeiter, um mit ihren Innovationen auch künftig Motor für die Technologieführerschaft der Industrie zu sein. Gute Schulbildung in Naturwissenschaften und Mathematik schafft hierfür eine wesentliche Grundlage. Die Stärkung des MINT-Unterrichtes ist aber auch unverzichtbar für eine sach- und faktenorientierte Auseinandersetzung mit Wissenschaft und Technik und die hierauf basierende Urteilsbildung der Menschen, die als mündige Bürger zunehmend gefordert sind, Chancen und Risiken von Innovationen rational einzuschätzen. Auch die Vermittlung ökonomischer Zusammenhänge gehört zum Bildungsauftrag der Schule.

Die chemische Industrie bietet attraktive Arbeitsplätze und sichert Wohlstand
Die chemische Industrie ist ein bedeutender Arbeitgeber in unserem Land: In den rund 1.700 VCI-Mitgliedsunternehmen arbeiteten 2016 über 447.000 Menschen. Jeder zehnte Mitarbeiter in der Chemieindustrie ist in Forschung und Entwicklung tätig. Dies unterstreicht den hohen Stellenwert, den ein vor allem in den Natur- und Ingenieurwissenschaften international wettbewerbsfähiger, attraktiver Bildungs- und Forschungsstandort für die Chemieindustrie in Deutschland besitzt.

Branche fördert naturwissenschaftliche Bildung mit erheblichen Mitteln
Die Chemieindustrie engagiert sich seit sechzig Jahren für Bildung und Nachwuchssicherung. Rund 12 Millionen Euro jährlich stellt die Branche über ihr Förderwerk, den Fonds der Chemischen Industrie, bereit. Etwa zwei Drittel dieser Mittel werden für Stipendien an Doktoranden und Nachwuchshochschullehrer ausgegeben. Rund 3 Millionen Euro wendet der Fonds 2017 für die "Schulpartnerschaft Chemie" auf, damit der Chemieunterricht an den Schulen anschaulicher und interessanter wird.

DAFÜR SETZT SICH DER VCI EIN

  • Naturwissenschaftliches und ökonomisches Wissen ausweiten, digitale Grundbildung sichern
    Es ist empfehlenswert, die frühkindliche Bildung in der Vorschule, vor allem für Naturphänomene und Sachkunde, zu verbessern. Die verbindliche Einführung naturwissenschaftlichen Unterrichts an den Grundschulen wäre ein Eckpfeiler für gute MINT-Bildung im gesamten schulischen Bildungssystem. An weiterführenden Schulen sollte jede dritte Stunde auf MINT-Fächer entfallen. Chemie sollte in der Sekundarstufe I stärker unterrichtet werden. Ökonomische Grundkenntnisse und IT-bezogene Basisqualifikation ("digitale Bildung") sollten zum ganzheitlichen Bildungsauftrag der Schule gehören.
  • Qualität der naturwissenschaftlichen Schulbildung stärken
    Wir sprechen uns für bundesweit verbindliche Qualitäts- und Anforderungsstandards bei allen Schulabschlüssen aus. Die Qualität des Abiturs als belastbarer Nachweis der Studierfähigkeit wird gesichert, wenn die Prüfung zentral auf Landesebene durchgeführt wird. Zwei naturwissenschaftliche Fächer sollten Pflichtfächer des Abiturs sein. An Gymnasien, die das Abitur nach zwölf Jahren als Abschluss anbieten, sollte festgehalten werden.
  • Hochschulausbildung in den Natur- und Ingenieurwissenschaften verbessern
    Die Qualität der Hochschulbildung sowie der Abschlüsse Bachelor und Master sollte weiter gestärkt werden. Die Aufhebung des Kooperationsverbotes zwischen Bund und Ländern im Hochschulbereich ermöglicht, dass sich der Bund an der Grundfinanzierung der Hochschulen dauerhaft beteiligt. Hier wäre es zweckmäßig, die Finanzmittel vorrangig für Verbesserungen in der Lehre einzusetzen.

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Dr. Gerd-Ludwig Schlechtriemen

WTU / Wissenschaft und Forschung (WiFo)

E-Mail: schlechtriemen@vci.de