Agrar:

An der Debatte zur Biodiversität beteiligen

Argumente und Positionen

Die Biodiversität ist in den vergangenen Jahrzehnten geringer geworden. Es ist im Interesse aller, diesen Trend umzukehren. Der Rückgang hat zahlreiche Ursachen. Unbestritten ist, dass auch die Landwirtschaft eine Mitverantwortung trägt.

Der Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln steht immer wieder in der Kritik. Dabei wird der Beitrag übersehen, den diese Mittel für eine produktive Landwirtschaft leisten: Durch ihren Einsatz werden natürliche Ressourcen geschont und die hochwertige Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung gewährleistet.

Verantwortungsbewusste Landwirtschaft

Produktive Landwirtschaft und Schutz der Biodiversität schließen sich keineswegs aus: Die moderne Landwirtschaft kann als größter Flächennutzer einen wichtigen Beitrag leisten, um die Artenvielfalt zu fördern, indem wieder mehr geeignete Lebensräume in der Agrarlandschaft bereitgestellt werden. Schon heute gibt es viele Maßnahmen, die sich gut in die Abläufe auf den Feldern integrieren lassen, ohne dabei deren primären Zweck – die Versorgung mit Lebensmitteln, Energiepflanzen und nachwachsenden Rohstoffen – aus den Augen zu verlieren.

Moderne Landwirtschaft ist Teil der Lösung

Durch den Einsatz von Mineraldüngern und Pflanzenschutzmitteln hat sich der Flächenbedarf, den die deutsche Landwirtschaft zur Erzeugung ihrer Erntemenge benötigt, im Vergleich zu einer Landwirtschaft ohne diese Mittel erheblich reduziert. Würde hierzulande auf diese Mittel verzichtet, müssten in anderen Regionen mehr Rohstoffe produziert werden, um die Nachfrage in Deutschland und der Welt zu bedienen. Dafür müssten jedoch bisher ungenutzte Flächen in Ackerland umgewandelt werden – mit gravierenden negativen Folgen für die Biodiversität.

Pflanzenschutzmittel durchlaufen vor ihrer Zulassung in der EU eine extrem strenge Prüfung auf alle Belange des Verbraucher- und Umweltschutzes. Die Industrie unterstützt Landwirte seit langem bei der fachgerechten und sicheren Anwendung dieser Mittel. Denn Pflanzenschutzmittel sollten nur dorthin gelangen, wo sie ihre Wirkung entfalten: Unkräuter, Pilze und Schädlinge unter Kontrolle zu halten. Eine wichtige Rolle spielt dabei künftig auch die Digitalisierung, die zum Beispiel in Form moderner Ausbringungstechniken große Chancen bietet, um die Nachhaltigkeit und Effizienz der Landwirtschaft zu steigern.

Notwendig ist ein offener Dialog

Die Förderung von Biodiversität ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nur im Konsens und durch Beiträge jedes Einzelnen realisiert werden kann. Studien zeigen, dass besonders strukturelle Defizite und die monotone Gestaltung urbaner sowie industriell und landwirtschaftlich geprägte Landschaften zu einer Beeinträchtigung führen.

Die Chemieindustrie bekennt sich zur Biodiversität als Gemeinschaftsaufgabe und möchte in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft ihren Beitrag dazu leisten. Es gilt, in einem Diskurs mit allen Beteiligten Lösungen zu entwickeln, um die Erfordernisse einer produktiven Landwirtschaft mit den Zielen des Naturschutzes in Einklang zu bringen.

DAFÜR SETZT SICH DER VCI EIN

  • Einen ganzheitlichen Ansatz fördern
    Die Förderung von Biodiversität ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und erfordert einen ganzheitlichen Ansatz. Um diesen zu entwickeln, bringt sich die Chemieindustrie in einem offenen Dialog entlang der gesamten Wertschöpfungskette ein.
  • Wahrnehmung der modernen Landwirtschaft als Teil der Lösung
    Primäre Aufgabe der Landwirtschaft ist die Versorgung mit Nahrungsmitteln. Eine Landwirtschaft ohne Mineraldüngung und Pflanzenschutz würde nahezu die doppelte Fläche benötigen. Ein erhöhter Flächenbedarf wirkt sich nachteilig auf die Biodiversität aus. Diese Diskrepanz muss berücksichtigt werden, damit Naturschutz und Ernährungssicherheit in Einklang gebracht werden.
  • Digitalisierung als Chance zur Effizenzsteigerung nutzen
    Pflanzenschutz- und Düngemittel sollten zielgerichtet und effizient angewandt werden. Um die dafür erforderlichen innovativen Techniken nutzen zu können, muss der Ausbau leistungsfähiger Datennetzwerke in den ländlichen Regionen vorangetrieben werden.

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Jenni Glaser

KOM/Politische Kommunikation

E-Mail: glaser@vci.de