Die richtigen Weichen für die Zukunft stellen

02. November 2021 | Information

Die chemisch-pharmazeutische Industrie verschreibt sich dem nachhaltigen Umgang mit Ressourcen.

Nach ihrem Gebrauch können viele Produkte durch moderne Recyclingverfahren an den Anfang der Wertschöpfungskette der Chemie zurückgeführt werden. © Sergey Ryzhov - stock.adobe.com
Nach ihrem Gebrauch können viele Produkte durch moderne Recyclingverfahren an den Anfang der Wertschöpfungskette der Chemie zurückgeführt werden. © Sergey Ryzhov - stock.adobe.com

Ein wichtiger Beitrag dazu ist der Ausbau der Kreislaufwirtschaft, der auch Teil des Green Deals der EU und der politischen Agenda in Deutschland ist. Kreislaufwirtschaft meint dabei mehr als das bloße Im-Kreis-Führen von Stoffen: Alle Beiträge zur Ressourcenschonung zählen.

Die chemisch-pharmazeutische Industrie arbeitet an der Umstellung ihrer Produktionsprozesse. Oberstes Ziel ist ein effizienter Material- und Energieeinsatz.

Produkte aus der Chemie leisten aber auch entlang der gesamten Wertschöpfungskette einen Beitrag für die Kreislaufwirtschaft: Ihr Einsatz ermöglicht leichtere und langlebigere Produkte, wodurch Ressourcen geschont werden. Nach ihrem Gebrauch können viele Produkte durch moderne Recyclingverfahren an den Anfang der Wertschöpfungskette der Chemie zurückgeführt werden.

Insgesamt steht eine umfassende Kreislaufwirtschaft noch am Anfang. So liegt derzeit der Anteil aller zirkulär eingesetzten Ressourcen am gesamten Verbrauch im EU-Durchschnitt bei nur circa 12 Prozent, in Deutschland nur knapp darüber.

Was kann die Politik tun?

Um ihren Beitrag zur Kreislaufwirtschaft zu leisten, braucht die chemisch-pharmazeutische Industrie gute Rahmenbedingungen.

  • Rohstoffbasis ausbauen
    Alle Rohstoffe sollten nutzbar gemacht werden und zur Verfügung stehen. Dazu gehören auch Sekundärrohstoffe, die aus neuen Recyclingverfahren gewonnen werden. Um ihren Einsatz zu stärken, sind alle Sekundärrohstoffe für die Erfüllung der gesetzlichen Recyclingquoten anzuerkennen.
  • Nachhaltige Produkte fördern
    Anforderungen an die Gestaltung von neuen Produkten sollten so definiert werden, dass sowohl ihr Nutzen in der Anwendung als auch ihre Recyclingfähigkeit berücksichtigt werden.
  • Rücknahmesysteme stärken
    Die Industrie konnte beispielsweise in der Landwirtschaft oder im Baugewerbe funktionierende Rücknahmesysteme etablieren. Diese müssen unterstützt werden und dürfen nicht durch zusätzliche bürokratische Anforderungen ausgebremst werden.
  • Abfallinfrastruktur modernisieren
    Moderne Technik für Abfallsammlung und -sortierung ist eine Grundvoraussetzung für die Kreislaufführung. Deshalb sollte die Abfallinfrastruktur europaweit ausgebaut und weiterentwickelt werden.
  • Recycling vorantreiben
    Es braucht Innovationen, um die Kreislaufführung voranzutreiben. Neue Verfahren, die das klassische, mechanische Recycling ergänzen, sollten technologieoffen gefördert und unterstützt werden.

Wichtige Schritte in der Kreislaufwirtschaft

  • Rohstofferzeugung
  • Produktgestaltung
  • Abfallsammlung und -sortierung
  • Anwendung ggf. Wiederverwendung
  • Recycling und andere Kreisaufführung

Enormes Potenzial

Das Zukunftspotenzial der Kreislaufwirtschaft steht außer Frage, da mit ihrer Hilfe pro Jahr Millionen Tonnen CO₂ eingespart werden könnten. Für die EU nimmt eine Studie der Europäischen Kommission eine Steigerung des BIP bis 2030 um 0,5 Prozent und 700.000 neue Arbeitsplätze durch den Umbau der Wirtschaftsweise an. Zudem könnte einer acatech-Studie zufolge nur in Deutschland die Menge an eingesetzten Primärrohstoffen bis 2050 um 68 Prozent gegenüber 2018 reduziert werden.

Dieser Beitrag ist Teil des VCI-Politikbriefs „Den Kreislauf in Schwung bringen“ (November 2021).

Kontakt

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

 Felix Lesche

Kontaktperson

Felix Lesche

Kommunikation Kunststoffe und Kreislaufwirtschaft